01/2001

Online-Kundenzeitschrift der
Ingenieurgesellschaft für angewandte
Computertechnik mbH, Leipzig
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Der Klügere lässt sich schulen

Zur erfolgreichen Umsetzung eines GIS-Projektes ist die Schulung elementare Voraussetzung, wird doch der Anwender erst durch die zielgerichtete Schulung in die Lage versetzt, die Stärken von PolyGIS voll auszuspielen. Dabei ist es neben der Grundschulung am Beginn der GIS-Einführung bzw. beim Projektstart mindestens ebenso wichtig, kontinuierliche Weiterbildungsschulungen während des gesamten Projektverlaufes wahrzunehmen. Um die Transparenz der Schulungsinhalte nachhaltig zu erhöhen, werden in dieser Rubrik künftig einzelne Schulungen und deren Inhalt vorgestellt. In dieser Ausgabe wird ein Schulungsprogramm zur Sachdatenanbindung und automatischen Beschriftung in PolyGIS behandelt.

Diagramm
In der Gesamtheit besteht die Schulungsgliederung der PolyGIS-Lehrgänge aus vier Grundsäulen:

  1. PolyGIS-Grundlehrgänge
  2. PolyGIS-Aufbaulehrgänge
  3. GIS-Managementlehrgänge
  4. Fachkatasterlehrgänge.

Das Thema "Sachdatenanbindung" ist dem Bereich der PolyGIS-Aufbaulehrgänge zugeordnet und wird erweitert durch die Themen "Flächenverschneidung", "Statistik" und eben der "Automatischen Beschriftung". Für jedes Thema wird dabei ein separater Schulungstag vorgeschlagen.

1. Sachdaten in PolyGIS :
Die Schulung enthält neben erklärenden Elementen vor allem konkret praktische Inhalte. Sie zeigt, wie Sachdaten in PolyGIS integriert werden und wie diese dort verwaltet und angebunden sind. In jedem GIS-Projekt sind neben geografischen Daten vor allem auch Sachdaten aus unterschiedlichen Quellen zu integrierten. Die Sachinformationen liegen zumeist entweder analog in Aktenordnern, Karten und Feldaufzeichnungen oder bereits digital in Excell-Tabellen oder ähnlichen Quellen vor. Was bedeutet der Begriff Sachdaten im PolyGIS? Zusammengefasst kann der Begriff Sachdaten als zu einem Objekt zugeordnete Information beschrieben werden. An jedes Objekt in PolyGIS können Sachdaten angebunden werden. Die Art der Sachdaten kann unterschiedlich sein. Letztendlich ist jede Information, die zu einem Objekt existiert, geeignet als Sachinformation im PolyGIS verwaltet zu werden. Grundsätzlich werden fünf Arten von Sachdaten unterschieden. Dies sind:

a. GIS-Daten
Die im Projekt für das Objekt existierenden Daten z.B. Flächengrößen, Linienlängen, Koordinaten, Textwerte, etc.

b. GIS-Tabelle
In der GIS-Tabelle können zu jedem Objekt bis zu 30 Sachdatenfelder mit Informationen gefüllt werden. Die Definition der Felder erfolgt über den Datenzugriff.

c. Sachdatentabellen (DBase)
In der Sachdatentabelle können Daten im DBase - Format gespeichert werden. Die Anbindung an Objekte wird im Datenzugriff verwaltet.

d. PolyGIS Fachschalen
Abb. 1
Abb. 1
In PolyGIS Fachschalen werden die Informationen zu Objekten in Datenbanken abgespeichert. Die Ein- und Ausgabemasken sind in den Fachschalen vorkonfiguriert. Die notwendigen Datenzugriffe sind Teil des Projektes und müssen nicht bearbeitet werden. Der Zugriff auf die Fachschalen erfolgt über feste Verknüpfungen und muss nicht mehr vorgenommen werden. Die Verwaltung von Daten mit Fachschalen ist Inhalt eigener PolyGIS Lehrgänge.

e. Sachdaten aus ODBC Datenquellen (z.B. Access, Excel)
PolyGIS ist in der Lage Datenquellen aus der ODBC-Steuerung von Windows anzubinden. Typische Datenquellen sind Access-Datenbanken oder Excel-Tabellen. Diese Datenquellen werden über den PolyGIS ODBC-PlugIn in PolyGIS zur Verfügung gestellt. PolyGIS kann diese Daten im Projekt nutzen. Beispiele sind hier das Füllen der GIS-Tabelle oder die vollständige Verwaltung von Datenbeständen in externen Tabellen.

Abb. 2
Abb. 2
Die Daten der Gruppen c - e sind nicht Teil des PolyGIS - Projektes und werden extern verwaltet. Die Sachdaten werden für Beschriftungen, Abfragen, Thematische Karten und statistische Zwecke eingesetzt.

Abb. 3
Abb. 3
2. Lehrgang Beschriftung
Beschriftungen werden definiert, um Sachdaten unterschiedlicher Herkunft auf dem Bildschirm oder in gedruckten Plänen darzustellen. Die Beschriftung wird mit Hilfe von Feldern definiert, in die dann die Variablen der Tabelle eingetragen werden. Anders gesagt, werden in Beschriftungen nur Platzhalter verwendet, die beim Generieren der Beschriftung auf dem Bildschirm oder im Plot dann mit den Werten aus den Sachdaten gefüllt werden. Am Beispiel der Beschriftung eines B-Plans werden die Schulungsinhalte erläutert.

Abb. 4
Abb. 4
In dem Bebauungsplan werden die Festlegungen zu Art und Maß der baulichen Nutzung von Flächen in einer GIS-Tabelle verwaltet. Die Darstellung (Bild 1) zeigt einen Ausschnitt mit eingeschalteter Beschriftung im PolyGIS Projekt.

Abb. 5
Abb. 5
Die Daten können beim Erfassen eingegeben oder nachträglich über die Eingabemaske der GIS Tabelle verändert werden. Die Eingabe von Werten erfolgt in den vorgegebenen Datenfeldern oder über die Auswahl aus Vorgabelisten. Dieses Vorgabelisten werden im Datenzugriff festgelegt. Der Datenzugriff (Bild 2) muss der Ebene zugeordnet sein, auf der die Objekte erstellt werden. Innerhalb des Datenzugriffs werden die Felder der GIS-Tabelle (Bild 3) definiert. Die Art der Felder kann sehr unterschiedlich sein. Je nach Definition sind ebenfalls Vorbesetzungen und das automatische Ausfüllen möglich. Die Festlegung der Eingabe- und Anzeigemaske (Bild 4) zur GIS-Tabelle erfolgt im Datenzugriff.

Abb. 6
Abb. 6
Eine Möglichkeit die Daten der GIS-Tabelle zu nutzen, sind die sogenannten Beschriftungen. Die Beschriftung wird im Projekt angelegt (Bild 5). Eine Beschriftung kann von verschiedenen Ebenen genutzt werden. Innerhalb der Beschriftung erfolgt die Nutzung einer Signatur (Bild 6), die jeweils mit den Daten der GIS-Tabelle zu diesem Objekt gefüllt wird. Für die Ausgabe auf einem Plot muss die Beschriftung in eine Druckschablone aufgenommen werden.