01/2004

Online-Kundenzeitschrift der
Ingenieurgesellschaft für angewandte
Computertechnik mbH, Leipzig
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Anwenderbericht
Intranet und Internet
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Internet - Erwartung und Realität

Internet zwischen Erwartung und Realität - eine vierteilige Reihe in der vis á gis

Teil 1:
Internet/Intranet und GIS - Einführung -in Ausgabe vis à gis 01/04

Teil 2:
Graphische Daten im Internet/ Intranet -in in Ausgabe vis à gis 02/04

Teil 3:
Sachdaten im Internet/Intranet -in Ausgabe vis à gis 03/04

Teil 4:
Gestaltung der Client-Oberfläche zwischen funktioneller Anforderung und verständlicher, leichter Bedienung -in Ausgabe vis à gis 04/04
 
      Internet

In der vis á gis haben wir vor einem Jahr damit angefangen, ein Thema auszuwählen und in Form eines vierteiligen Beitrages intensiver zu behandeln. Unser Thema im letzten Jahr war das Straßenkataster, die PolyGIS-Fachschale KSIB. (Die Beiträge zum Straßenkataster können jetzt bei uns in einem separaten Heft für nur 3,50 Euro bestellt werden).

Unser Thema für dieses Jahr ist die Internettechnologie und GIS. Wir wollen aber nicht nur eine Technologie vorstellen, wir wollen nicht nur auf die Art und Weise eingehen, wie unser PolyGIS diese Technologie unterstützt und umsetzt, sondern auch mit Ihnen einige Fragen diskutieren und das Thema Internet ein wenig entzaubern und auf den Boden der Realität holen. Wir wollen nämlich über Ihre Aufgaben reden, die Sie mit Hilfe eines GIS bearbeiten möchten, und diese sind von der Umsetzungstechnologie (Internet, Intranet, Lokalinstallation, Server-Client-Lösung usw.) unabhängig.

Teil 1: Internet/Intranet und GIS - Einführung
Stellen Sie sich vor, dass Sie eine eigene Internetseite haben. Hier tragen Sie Ihren Namen und die Adresse ein und schreiben ein paar Zeilen über ihre Hobbys. Diese Informationen stellen Sie im Internet zur Verfügung. Jeder der "online" ist, kann die Informationen entsprechend lesen. Einige Wochen danach ziehen Sie um. Wird ihre Adresse auf Ihrer Internetseite automatisch aktualisiert? Nein! Das müssen Sie selber "manuell" bewerkstelligen. Die Aktualisierung Ihrer Adresse können Sie sicher jemandem anderen (z. B. einer Firma) überlassen.

Dieses Beispiel, so einfach es ist, soll nur einen Punkt verdeutlichen. Die Internettechnologie bietet uns eine technische Möglichkeit, Daten zu Veröffentlichen. Die Aktualität, Genauigkeit, Nutzbarkeit zur Bearbeitung der Aufgaben sowie der Erfassungsaufwand sind weiterhin Fragen, die mit oder ohne Internet geklärt werden müssen.

Was erwarten Sie von einer Internetlösung?
  • immer aktuelle Daten
  • Verzicht auf Hardware und Software und dadurch Kostenersparnis
  • für Alle verfügbare Daten
  • vollständige Daten
  • einfache Bedienbarkeit und dadurch Einsparung von Schulungskosten
  • vereinfachte Zusammenarbeit mit anderen Ämtern, Behörden und Dienstleistern
  • direkter Zugriff auf die Daten
PolyMAP
 
PolyMAP
Verschiedene Beispiele der PolyMAP-Oberfläche
Sind diese Erwartungen berechtigt?
Die Erwartungen sind sicherlich berechtigt. PolyMAP von PolyGIS ist diesen Anforderungen gewachsen und wir bieten Ihnen damit eine technische Lösung, die sofort verfügbar ist.

Was ist PolyMAP?
Bei PolyMAP handelt es sich zum einen um die Nutzung des PolyGIS-Projektes im Internet/ Intranet ohne zusätzlichen Konvertierungsaufwand, zum anderen um die Zusammenfassung von Ebenen in Gruppen, in Themen oder in Arbeitssitzungen pro Nutzerprofil und auch um die Anbindung von Sachdaten mit Filterfunktionen in Verbindung mit der Karte.

Die Zusammenarbeit von PolyGIS als Produktionssystem, PolyGIS-View als lokales Auskunftssystem und der PolyGIS-Internet-Variante (PolyMAP) ist für Sie als Kommune, als Unternehmen oder als Landkreis eine ideale Lösung.

Mit PolyMAP bieten wir eine Lösung an, die die technischen Anforderungen erfüllt, und gleichzeitig wollen wir als Firma IAC mit Ihnen über Ihre Aufgaben und Schwerpunkte reden. Für Ihre Beiträge und Meinungen werden wir auf unserer Internetseite www.iac-leipzig.de ein Forum einrichten: Forum "Internet zwischen Erwartung und Realität" zur aktiven Diskussion.

Abwassersplitting mit PolyGIS

 
Wichtige Gründe sprechen für die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr, beispielsweise die Gebührengerechtigkeit und das Verursacherprinzip, ökologische Auswirkungen und der Gewässerschutz sowie Rechtsprechung und technische Regelwerke. PolyGIS unterstützt das Abwassersplitting.

Bereits 1985 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass eine Gebührenberechnung für Schmutz- und Regenwasser, die sich ausschließlich an der verbrauchten Frischwassermenge orientiert, nicht mehr zeitgemäß ist. Um für eine Gebührengerechtigkeit zu sorgen, ist bei der Gebührenberechnung für die Stadtentwässerung das Verursacherprinzip als Grundlage anzusetzen. Eine verursachergerechte Gebührenberechnung für Schmutz- und Regenwasser bedeutet zum einen, dass die Kosten für die Schmutzwasserableitung und -reinigung z.B. weiterhin auf der Basis einer genutzten Trinkwassermenge ermittelt werden. Zum anderen, dass die Kosten für die Regenwasserableitung, z.B. auf der Basis der an die Kanalisation angeschlossenen Flächen unter Berücksichtigung des abfließenden Anteils des Regenwassers ermittelt werden. Eine getrennte Gebührenermittlung wird immer dann notwendig, wenn mehr als 12 bis 18 % der Gesamtkosten der Abwasserbeseitigung auf die Beseitigung des Niederschlagwassers entfallen (Vgl. Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. März 1985 Az: 8 B 11.84)

Durch hohe Kanalkosten, teure Regenrückhaltebecken und die beim Mischkanal hohen Reinigungskosten für das Regenwasser, liegen fast alle Gemeinden bereits heute über dieser 12-%-Marke. Es müsste dort also bereits die Gebührenteilung eingeführt sein. Schätzungsweise benutzen aber nur 40% der Gemeinden in Deutschland bereits diese Abrechnungsart.

Auch mehrere Gerichtsurteile geben der allgemeinen Forderung, eine gesplittete Abwassergebühr einzuführen, Recht:

  • Entfallen mehr als 14% der Gesamtkosten der Abwasserbeseitigung auf das Niederschlagswasser, ist die alleinige Bemessung der Abwassergebühren nach dem Frischwasserbezug unter Außerachtlassung der auf den Grundstücken anfallenden zufließenden Niederschlagswassermengen rechtswidrig. (VG Darmstadt - Az.: 4 E 12/97 vom 29.03.2001)
  • Eine Abwassergebühr, die sowohl für die Abnahme des Schmutzwassers als auch für die Abnahme des Niederschlagswassers erhoben wird, kann nur unter eng begrenzten Voraussetzungen nach dem Frischwassermaßstab bemessen werden. (VG Frankfurt am Main - Az.: 15 E 3227/98 vom 08.02.2001)

Abwassersplitting
Die voraus genannten Fallbeispiele zeigen deutlich, dass der Abrechnung der Abwassergebühren nach dem Gebührensplitting die Zukunft und bereits die Gegenwart gehören.

Die schnelle und exakte Erfassung der befestigten und bebauten Dach- und Bodenflächen erfolgt direkt in PolyGIS durch photogrammetrische 3D-Auswertung von Luftbildern. Ergänzt durch eine Vielzahl von Flächeninformationen, beispielsweise zu Gemarkung, Flurstück, Lage und Gebührenflächenkennung durch Anbindung der ALK- und ALB-Daten, berechnet PolyGIS anschließend exakt versiegelte Flächen. Sämtliche Informationen zu Eigentümern, Hausverwaltungen oder Mietern werden in einer integrierten Datenbank gespeichert und verwaltet. Für die automatisierte Erstellung der Gebührenbescheide genutzt, optimiert die GIS-gestützte Adressdatenverwaltung die Ermittlung der Abwassergebühren erheblich (siehe Abbildung).

Minimaler Aufwand für die Bürger, hohe Nachvollziehbarkeit und eine deutliche Verringerung der Fehlerquellen führen zu maximaler Akzeptanz bei allen Beteiligten.