01/2005
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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Stadtverwaltung und -werke Freiberg nutzen POLYGIS
Aufbruch in digitale Welten

Schöne Aussichten für Freiberg.

Tradition und Brauchtum werden in Freiberg mit Stolz gepflegt, so zum Beispiel zum jährlichen Bergstadtfest. Heute spricht man von Freiberg auch, wenn es um die Nutzung von alternativen Energien geht, hat doch einer der größten Solarzellenhersteller seinen Sitz hier. Die Stadtverwaltung und die Stadtwerke verstehen sich als moderne Dienstleister in Freiberg. Vor knapp fünf Jahren wurde mit POLYGIS eine moderne Grundlage zur Optimierung raumbezogener Verwaltungsabläufe geschaffen.

Jahrtausendwende
Seit dem Jahr 2000 nutzt die Stadtverwaltung POLYGIS; drei Voll-, zwei Light- und drei Viewer-Versionen stehen der Behörde zur Verfügung. „Uns wurde sehr schnell klar, welchen hohen Nutzen ein gut funktionierendes Geoinformationssystem wie POLYGIS in der kommunalen Verwaltung hat“, sagt Anke Kottowski, die im Hochbau- und Liegenschaftsamt der Stadt Freiberg für die administrative Verwaltung des GIS verantwortlich zeichnet. Ausgangspunkt der Einführung von POLYGIS war vor allem der Wunsch, die analogen Karten digital nutzbar zu machen. Die verschiedenen internen Datenbestände (Sachdaten wie auch grafische Daten), die ALK- und ALB-Daten des Vermessungsamtes sowie die topographischen Karten und Luftbilder sollten unter einer intuitiv bedienbaren Benutzeroberfläche integriert werden.


Anke Kottowski vom Hochbau- und Liegenschaftsamt in Freiberg.
Mit POLYGIS wollten die Freiberger auf der Basis einer zentralen Datenbank sowohl die Verwaltungs- als auch die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Ein Wunsch, welchen das alte GI-System nicht erfüllen konnte, denn die fehlende Rechnerperformance und eine veraltete, nicht netzwerkfähige Software erschwerten die Arbeit von Kottowski in der Vergangenheit sehr. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, musste also ein GIS her, dass die unterschiedlichen Daten schnell in digitaler Form verfügbar machen konnte. Kompromisse ließ die Stadtverwaltung nicht zu und so entschieden sich die Freiberger für POLYGIS und lösten TRICAD als ihr zentrales Geoinformationssystem ab. Die erste Phase mit POLYGIS stand bei Anke Kottowski ganz im Zeichen der Datenerfassung. Von nun an waren anspruchsvolle Eingaben und Abfragen ohne Probleme möglich.

Beitrag zur regionalen Entwicklung
Zwischenzeitlich liegt der Schwerpunkt beim GIS-Einsatz in der Eingabe und dem Verfügbarmachen von Sachdaten in Verbindung mit der Grafik (Referenzierung). Hierzu bedienen sich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung u. a. der Fachschale KOMSTAT. Mit KOMSTAT steht der Freiberger Verwaltung ein Planungs- und Analyseinstrument zur Verfügung, mit dem kommunale Aufgabenbereiche und statistische Anfragen zu Stadtentwicklung, Einwohnerwesen oder Wahlen bearbeitet werden können. Bis Mai sollen die kompletten Gebäudedaten der Stadt überarbeitet werden. KOMSTAT wird auch bei „EU-Anfragen“ zum Einsatz kommen: Im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verringerung der Unterschiede im Entwicklungsstand und Lebensstandard der verschiedenen europäischen Regionen, können mit KOMSTAT alle relevanten Indikatoren gegenüber Brüssel besser und vereinfachter dargestellt werden. Der Abschied von einer getrennten Sachdatenhaltung sowie traditionellen analogen Karten und Kartenschränken ermöglicht der Freiberger Verwaltung schnellere Auskünfte über Liegenschaften, Gebäude und Straßen zu erstellen – das spart Zeit und Geld. Den einschlägigen Erfolg von POLYGIS erklärt sich Kottowski nicht nur durch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, sondern auch durch die gute Beratung. „Dies ist das verbindende Element zwischen der POLYGIS-Technologie und dem Ohr am Kunden, um unsere Wünsche und Probleme umsetzen und lösen zu können“, bemerkte Kottowski. Auch nutzen das Landratsamt und die Abwasserbeseitigung in Freiberg POLYGIS.

Mit POLYGIS benötigt Thoralf Betsch nur noch Minuten für die Schachtscheinbearbeitung.

Informationsfluss optimiert
Die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und die gute Beratung waren auch für Thoralf Betsch von den Stadtwerken Freiberg AG das überzeugende Argument. Der verantwortliche Mitarbeiter für die GIS-Koordination hat im Wesentlichen die Entscheidung zu Gunsten von POLYGIS herbeigeführt. „Wir haben die Angebote auf dem Markt sorgfältig sondiert“, erinnert sich der Diplom-Geologe. „POLYGIS hat uns mit seinen Anwendungen schnell überzeugt“ sagt Betsch weiter. Anders als in der Stadtverwaltung war bei den Stadtwerken noch kein GIS installiert. Thoralf Betsch stand Ende der 90er Jahre vor der Aufgabe, die Leitungsdokumentation von der bisherigen Papier- und DXF-Form in ein zentrales GIS zu überführen und ein entsprechendes GI-System zu finden. Die Einführung eines einheitlichen GIS sollte vor allem interne betriebliche Prozesse wie die Planung, Projektierung, den Bau und Betrieb sowie die Bestandsdokumentation des Leitungsnetzes standardisieren, optimieren und somit Kosten sparender gestalten. Für dieses Anforderungsprofil hatten die Fachschalen Erdgas, Fernwärme und Strom die besten Voraussetzungen. Die POLYGIS-Fachschalen verfügen über Standardfunktionen zur Konstruktion und Bemessung des Leitungsnetzes, automatische Netzverfolgung und räumliche Auswertung. Im Jahr 2000 setzten die Stadtwerke POLYGIS für ihre Zwecke ein. Seitdem sorgt POLYGIS mit seinen Fachschalen für einen optimalen Informationsfluss zwischen allen internen und externen Beteiligten. Die Verwaltung des Hausanschlusswesens und vor allem die Bearbeitung der Schachtscheine, so genannte Planauskünfte für Erd- und Schachtarbeiten, ist mit POLYGIS erheblich vereinfacht worden.

Schnelle Schachtscheinbearbeitung
Das Ausbauen und Instandhalten der Leitungssystems gehört zu den Hauptaufgaben des Energieversorgers. In die öffentliche Aufmerksamkeit gerät dieses System zumeist erst dann, wenn Ausfälle oder Bauprojekte anstehen. „Allein schon um Schäden durch eine bessere Bereitstellung von Leitungsdaten zu vermeiden, hat sich die Anschaffung von POLYGIS gelohnt“ betont Betsch. Jeder Neubau ist bei Bedarf an das Strom- und Gasnetz anzuschließen.


Die Stadtverwaltung von Freiberg nutzt POLYGIS seit knapp fünf Jahren.
Baustellenbetreiber sind daher verpflichtet, sich vor Baubeginn die notwendigen Informationen über die im Untergrund liegenden Trassen zu beschaffen. Die Stadtwerke müssen ihrerseits Auskunft über die Lage ihrer Leitungen geben, wenn Bauunternehmen tätig werden. Betsch beantwortet mit seinem Mitarbeiter Ulrich Wieczorek über 400 Schachtschein- Anfragen jährlich. „Früher haben wir für die so genannte Schachtschein-Bearbeitung dicke Ordner gewälzt und für die Bearbeitung bis zu 14 Tage gebraucht. Mit POLYGIS dauert das Ganze nur noch Minuten“ weiß Betsch zu berichten. Im Hinblick auf die Möglichkeiten von POLYGIS sind die Freiberger Stadtwerke zufrieden. „In dringenden Fällen wie z.B. Havarien bleibt der Kunde direkt neben unserem Rechner stehen und kann seinen Schachtschein nach wenigen Minuten mitnehmen“ schwärmt Betsch. Der Einsatz von POLYGIS ermöglicht ebenfalls eine effektive und umfassende Verwaltung von Leitungs- und Anlagenrechten für die Stadtwerkssparten Erdgas, Strom und Fernwärme. Die Beantragung von Dienstbarkeiten, die Ermittlung der Schutzstreifenbreiten sowie die Bearbeitung von Pfandfreigaben lassen sich schnell und problemlos durchführen.