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System der unbegrenzten Möglichkeiten
Übergreifender POLYGIS-Einsatz in Peine

Die Stadtväter im Peiner Rathaus sind alte Hasen im Umgang mit POLYGIS. Seit 1997 ist das GIS ämterübergreifend im Einsatz
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Es wird schnell gearbeitet in der Stadt Peine: Ehe man sich versieht, klebt – ganz zu Recht – ein Knöllchen wegen Falschparkens an der Windschutzscheibe.
Doch man ist auch flexibel in Peine. Und so kommt die reumütige Parksünderin
in diesem Fall noch einmal ohne Bußgeld
davon, hatte sie doch nachweislich im Auftrag der vis à gis einen wichtigen Termin mit dem EDV-Leiter der Stadt. Schnelligkeit und Flexibilität zeichnen auch das ambitionierte POLYGIS-Projekt zwischen der Stadt, den Stadtwerken (SWP) sowie der Stadtentwässerung
(SEP) aus, das in der niedersächsischen Gemeinde auf die Beine
gestellt wurde.
„Es ist das erste Mal, dass wir drei Nutzer mit naturgemäß unterschiedlichen
Bedürfnissen in nur einem POLYGIS unter einen Hut bekommen – und das in einer Rekordzeit von nur vier Wochen der Entscheidungsfindung“,
erläutert IAC-Kundenbetreuer Mike Eckenigk die Besonderheit des Peiner Projektes.
Ein Systemwechsel im Umfeld eines Energieversorgers
– in diesem Fall eine GRIPS-Migration – stellte zudem sehr hohe Anforderungen an die Qualität der Datenmigration, wobei es natürlich in erster Linie darum ging, alle Kundendaten verlustfrei
zu übernehmen. Auch diese Aufgabe wurde in Peine gemeistert: Es war eine der größten Datenumsetzungen,
die mit POLYGIS je durchgeführt wurde. Dabei kam es zu keinerlei Stillstand des Systems.
Pilotprojekt mit Pioniercharakter
Einzigartig ist bislang auch die POLYGIS-
Version, mit der in der aufstrebenden
Stadt zwischen Braunschweig und Hannover
gearbeitet wird. Mit Nutzung der Version 9.7, die erst im Herbst offiziell auf den Markt kommt, erweisen sich die Beteiligten als echte
Pioniere. Doch dafür wurde das System auf die in diesem Fall besonderen

Seit 1866 liefern die Stadtwerke Energie und Wasser – zurzeit an rund 27.000 Haushalte
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und durchaus diffizilen Bedürfnisse angepasst. Der Clou dabei: Das Update kann, statt wie bisher mit einem, jetzt mit bis zu vier Prozessoren pro Server arbeiten. Mit dieser neuen Entwicklung konnten IAC und SWBB die Leistung von POLYGIS um ein Vielfaches erhöhen.
Dabei ist es möglich, den einzelnen Prozessoren
unterschiedliche Aufgaben zuzuweisen. Den Anstoß, POLYGIS übergreifend zu nutzen, gab eines von vielen formlosen Treffen verschiedener kommunaler Vertreter, um unbürokratisch aktuelle
Probleme und Aufgaben der Stadt zu erörtern. Zudem stand bei den Stadtwerken Peine ohnehin ein Update des bis dahin genutzten Poppenhäger-Grips an. Und da sowohl im Rathaus als auch bei der Stadtentwässerung Peine POLYGIS bereits im Einsatz war, bot sich der Wechsel zu diesem System
an. Genutzt werden seit der Zusammenarbeit – neben den bereits eingesetzten Fachschalen wie z.B. ALK, Kanal und Indirekteinleiter, Bebauungs- oder Flächennutzungsplan – die Anwendungen Grünfläche, Elektro, Gas, Wasser und Fernwärme. Pragmatismus statt Bürokratie
Einzige Hürde, die es bei diesem ambitionierten Projekt zu überwinden gab, waren Hardware-Kosten
von rund 70.000 Euro. „Während solche Investitionsentscheidungen
bei uns und der SEP recht pragmatisch – und von entsprechenden Kosten-Nutzen-Argumenten untermauert – getroffen werden,
sind die Entscheidungswege und -freiheiten in einer Verwaltung natürlich anders“, erläutert Dirk Kurmeier, GIS-Koordinator bei den Stadtwerken und SEP, die anfänglichen Befürchtungen bei einer Zusammenarbeit mit dem Rathaus.Doch diese erwiesen sich als unbegründet, denn die Stadtväter, die POLYGIS bereits vor sieben Jahren zur Optimierung raumbezogener Verwaltungsabläufe
eingeführt hatten, waren – nicht zuletzt dank eines sehr detaillierten Briefings durch die GIS- und EDV-Verantwortlichen im Hause – schnell von den Vorteilen einer Zusammenarbeit mit SWP und SEP überzeugt. „Durch die Dreiteilung der Kosten mussten wir keine zusätzlichen Finanzmittel
beantragen, was das Gemeinschaftsprojekt von Anfang an natürlich nicht nur für den Steuerzahler
in ein positives Licht gerückt hat“, sagt Andre Ditzen, EDV-Leiter im Rathaus. Einsparungen von Supportkosten von fast 70 Prozent jährlich – und zwar nur allein auf Seiten der Stadt – überzeugten schließlich auch den letzten Zweifler vom POLYGIS-
Projekt.
Mehr als nur Geld sparen
Weitere Vorteile der neuen GIS-Struktur liegen auf der Hand: Alle beteiligten Akteure arbeiten mit einem einheitlichen Datenbestand und können auch auf die Daten der Projekt-Partner zurückgreifen.

Dirk Kurmeier (l.) und Andre Ditzen sind ein eingespieltes Team. Sie schätzen die kurzen Dienstwege bei der Zusammenarbeit
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Die Anzahl der Nutzer ist unbegrenzt, da man eine so genannte Hauslizenz besitzt, die beliebig viele gleichzeitige Zugriffe erlaubt. Nicht zuletzt haben auch die Peiner Bürger enorme Vorteile, da sie individuelle Auskünfte nicht nur schneller, sondern
auch in verbesserter Qualität erhalten. Technisch ist das gemeinschaftliche POLYGIS-Projekt gleichermaßen innovativ wie Kosten sparend:
Physisch ist der Hauptserver als so genannter Cluster (Zusammenschaltung zweier Server) im Rechenzentrum des Rathauses aufgestellt. Ein weiterer
Server, der als Backup-Server dient, steht bei den Stadtwerken, wo auch die Stadtentwässerung untergebracht ist. Durch die Zusammenschaltung beider PC-Server sparen die Akteure rund 20.000 Euro. Dank optimierter LWL-Glasfaserleitungen, mit denen die Stadtwerke beide Standorte verbunden
haben, sind sowohl höchste Verfügbarkeit als auch die gleiche Performance auf beiden Seiten gewährleistet.
Die Zukunft mit POLYGIS
Kurzfristiges Ziel der POLYGIS-Anwender ist es, ein Schulungskonzept zu erarbeiten, um sämtliche Nutzer mit allen zur Verfügung stehenden Funktionalitäten
vertraut zu machen, so dass das System optimal zum Einsatz kommt. Ganz aktuell steht das Thema Fernwartung über einen Netviewer auf der Agenda der nächsten Ratssitzung. Während SWP und SEP längst Nutznießer dieses bequemen und günstigen
Support-Weges sind, trägt man im Rathaus schwer an der Vorstellung, das System
aus der Ferne warten zu lassen. „Hier zeigt sich der Unterschied zwischen uns und einer GmbH, denn im Rathaus lassen wir uns nicht so gerne in die Karten schauen“,
schließt Ditzen mit einem Augenzwinkern.
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