01/2007
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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Ämterübergreifende POLYGIS-Nutzung in Helmstedt
Mit kleinen Schritten zu großen Erfolgen
Juleum Helmstedt
Das Juleum Helmstedt ist ein beispielhaft erhaltenes, wunderschönes Gebäude der Weserrenaissance und zählt zu den bedeutendsten Gebäuden dieses Baustils

Im historischen Rathaus der niedersächsischen Stadt Helmstedt spürt man den Geist eines in Jahrhunderten gewachsenen, selbstbewussten Gemeinwesens. Gegründet im 9. Jahrhundert, durchlebte die heute 25.000 Einwohner zählende Kommune eine ereignisreiche Vergangenheit als Hanse-, Universitäts- und Bäderstadt, Zentrum der niedersächsischen Braunkohleförderung und schließlich bis 1989 als Grenzstadt zur DDR.

Ein rundum pragmatisches und doch vorwärts gerichtetes Denken kennzeichnet denn auch den Einsatz von POLYGIS im Rathaus. Mit heute fünf Vollnutzern, vier Light-Nutzern und 26 Viewern ist das System aus den Arbeitsprozessen der Verwaltung nicht mehr wegzudenken. Als Adminstratoren, Fachanwender und Multiplikatoren für POLYGIS in der Verwaltung sehen sich Bernd Geisler vom Fachbereich Straße, Natur und Umwelt sowie Andreas Bittner vom Fachbereich Planen und Bauen.

„Heute arbeiten wir tatsächlich ämterübergreifend mit POLYGIS“, führt Bernd Geisler aus und nennt als Beispiele das Leerstandskataster der Wirtschaftsförderung, die digitale Aufbereitung der schulischen Einzugsgebiete, aber auch Straßenwidmungspläne und ein umfassendes GIS-basiertes Baulastenverzeichnis.

„Wir könnten – und werden – noch sehr viel mehr mit POLYGIS tun“, hebt Andreas Bittner hervor, „aber das braucht seine Zeit. Wenn wir neue Einsatzbereiche definieren und implementieren, dann soll im Resultat auch ein spürbarer Nutzen für die Mitarbeiter und letztlich die Bürger herauskommen. Dazu muss man aber die Mitarbeiter vernünftig einweisen und Sorge tragen, dass alle erforderlichen Daten tatsächlich ins System hineinkommen und regelmäßig aktualisiert werden.“

Eine kontinuierliche Erfolgsgeschichte
Die Arbeit mit einem geographischen Informationssystem begann in Helmstedt 1996 im Umweltbereich. Anlass war damals die Erstellung eines Schallimmissionsplans nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), wobei das Land Niedersachsen die Kosten für die Erfassung und Aufbereitung der notwendigen Daten mitfinanzierte. Bernd Geisler fiel diese Aufgabe zu.

Mit der flächendeckenden Bereitstellung der ALBund später auch ALK-Daten in Niedersachsen bot sich 2001 in Helmstedt der Anlass, GIS auch in den „klassischen“ Aufgabenbereichen Kataster, Bauen und Planen einzuführen. Im Vergleich mit den damals noch zahlreichen Wettbewerbsangeboten überzeugte POLYGIS auch den langjährigen GISAnwender Bernd Geisler.

Das System bot nach Einschätzung von Geisler und Bittner die breitesten Entwicklungsmöglichkeiten; insbesondere die Multi- User-Fähigkeit und die Performance seien hier wichtig gewesen. Weitere Entscheidungskriterien waren die gute Anbindung an Archikart, das in Helmstedt zur Verwaltung der Liegenschaftsdaten genutzt wird, sowie das Vorliegen von Zeichenfunktionen im System. De facto konnten damit rund 90 Prozent der B-Pläne in POLYGIS selbst erstellt werden; eine zusätzliche CAD-Software erübrigte sich. Darüber hinaus bestach der Preis: „Für das Geld hätten wir bei jedem Konkurrenten wesentlich weniger bekommen“, so Bittner.

Bernd Geisler und Andreas
Bittner
Als Adminstratoren, wichtigste Fachanwender und gleichzeitig auch als Multiplikatoren für POLYGIS in der Verwaltung sehen sich Bernd Geisler und Andreas Bittner.
Planen und Bauen
Heute unterstützt POLYGIS die Arbeitsprozesse der beiden Administratoren fast durchgängig. Beide arbeiten praktisch täglich mit dem System, das sie – auf der Grundlage der verfügbaren ALKDaten und Luftbilder – in den vergangenen Jahren zu einem maximal bedarfsgerechten Instrument für ihre konkreten Aufgaben entwickelt haben. Andreas Bittner kann in seinem Arbeitsfeld Planen und Bauen heute auf eine vollständige Bibliothek digitaler und georeferenzierter B- und F-Pläneaus dem Bereich Denkmalschutz – liegen entweder im System vor oder sind als digitale Dokumente über POLYGIS direkt in den einzelnen Arbeitssitzungen verfügbar. „Der zentrale Zugriff auf alle im Planungs- oder Genehmigungsprozess benötigten Daten spart extrem Zeit und verbessert unseren Service für die Bürger“, bestätigt Bittner.

In seiner Aufgabe als Stadtplaner hat Bittner bereits das nächste Projekt vor Augen. „Wenn wir unsere Mittel sinnvoll einsetzen wollen, müssen wir verstärkt auch Daten der kommunalen Statistik einbeziehen: Wer lebt wo? Wie sieht unsere Bevölkerungsstruktur aus und wie verändert sie sich? Diese Dinge müssen wir heute als Kommune wissen, damit sich unsere Planungen nicht im luftleeren Raum bewegen.“ Die POLYGIS-Anwendung KOMSTAT steht somit weit oben auf seiner Wunschliste und es besteht kein Zweifel, dass er auch hier ganz praxisnahe und unmittelbar nützliche Arbeitsprozesse im Kopf hat, die er mit Hilfe dieses Tools Schritt für Schritt umsetzen wird.

Grünflächen und Umwelt
Auch aus dem Fachbereich Straßen, Natur und Umwelt ist POLYGIS laut Andreas Geisler „nicht mehr wegzudenken.“ Er schätzt zum einen die Möglichkeit, unterschiedliche Fragestellungen in Echtzeit aus POLYGIS heraus beantworten zu können und verweist hier beispielsweise auf den Umweltbericht. „Die Breite und Qualität der Dokumentation, die wir hier mit POLYGIS erzielt haben, wären auf anderem Wege nicht möglich gewesen. Das ist ein echter Mehrwert.“ Denn ein möglichst genauer Einblick in ökologisch relevante Fakten und Zusammenhänge sei schließlich die Voraussetzung für sinnvolle Entscheidungen.

Aus diesen Erfahrungen heraus erwägt der Verantwortliche im Umweltbereich die Anschaffung der POLYGIS-Fachanwendung Baum. Hier sei laut Geisler der Kontroll- und Pflegebedarf noch ungleich umfangreicher und komplexer als auf sonstigen Grünflächen. „Hier sehe ich enormes Potenzial für Qualitäts- und Effizienzsteigerungen - sowohl in der Planung als auch in der Dokumentation.“

Langsam, aber sicher
Sowohl Andreas Bittner als auch Bernd Geisler sind sich im Klaren, dass auch der zukünftige Nutzen von POLYGIS erarbeitet werden muss. „Wer erwartet, dass irgendein GIS automatisch alle Prozesse schneller und besser macht, wird sicherlich enttäuscht – man muss selbst vordenken, Kosten- Nutzen-Abwägungen machen und natürlich die faktischen Voraussetzungen für den Einsatz schaffen“, fasst Bittner seine Erfahrungen zusammen.

„Gerade unter dieser Voraussetzung ist POLYGIS ein sehr gutes GIS: Man kann klein anfangen, vieles selber entwickeln und das System ganz flexibel an den eigenen Bedarf anpassen.“