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Ämterübergreifende POLYGIS-Nutzung in Helmstedt
Mit kleinen Schritten zu großen Erfolgen

Das Juleum Helmstedt ist
ein beispielhaft erhaltenes,
wunderschönes Gebäude der
Weserrenaissance und zählt zu den
bedeutendsten Gebäuden dieses
Baustils
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Im historischen Rathaus
der niedersächsischen
Stadt Helmstedt
spürt man den
Geist eines in Jahrhunderten
gewachsenen,
selbstbewussten
Gemeinwesens.
Gegründet im 9. Jahrhundert, durchlebte die heute
25.000 Einwohner zählende Kommune eine
ereignisreiche Vergangenheit als Hanse-, Universitäts-
und Bäderstadt, Zentrum der niedersächsischen
Braunkohleförderung und schließlich bis
1989 als Grenzstadt zur DDR.
Ein rundum pragmatisches und doch vorwärts
gerichtetes Denken kennzeichnet denn auch den
Einsatz von POLYGIS im Rathaus. Mit heute fünf
Vollnutzern, vier Light-Nutzern und 26 Viewern ist
das System aus den Arbeitsprozessen der Verwaltung
nicht mehr wegzudenken. Als Adminstratoren,
Fachanwender und Multiplikatoren für POLYGIS
in der Verwaltung sehen sich Bernd Geisler
vom Fachbereich Straße, Natur und Umwelt sowie
Andreas Bittner vom Fachbereich
Planen und
Bauen. „Heute arbeiten
wir tatsächlich
ämterübergreifend
mit POLYGIS“, führt
Bernd Geisler aus und
nennt als Beispiele
das Leerstandskataster
der
Wirtschaftsförderung,
die digitale
Aufbereitung
der
schulischen
Einzugsgebiete,
aber auch Straßenwidmungspläne
und ein umfassendes GIS-basiertes
Baulastenverzeichnis. „Wir könnten – und werden
– noch sehr viel mehr mit POLYGIS tun“, hebt
Andreas Bittner hervor, „aber das braucht seine
Zeit. Wenn wir neue Einsatzbereiche definieren
und implementieren, dann soll im Resultat auch ein
spürbarer Nutzen für die Mitarbeiter und letztlich
die Bürger herauskommen. Dazu muss man aber
die Mitarbeiter vernünftig einweisen und Sorge
tragen, dass alle erforderlichen Daten tatsächlich
ins System hineinkommen und regelmäßig aktualisiert
werden.“
Eine kontinuierliche Erfolgsgeschichte
Die Arbeit mit einem geographischen Informationssystem
begann in Helmstedt 1996 im Umweltbereich.
Anlass war damals die Erstellung eines
Schallimmissionsplans nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz
(BImSchG), wobei das Land Niedersachsen
die Kosten für die Erfassung und Aufbereitung
der notwendigen Daten mitfinanzierte.
Bernd Geisler fiel diese Aufgabe zu.
Mit der flächendeckenden Bereitstellung der ALBund
später auch ALK-Daten in Niedersachsen bot
sich 2001 in Helmstedt der Anlass, GIS auch in den
„klassischen“ Aufgabenbereichen Kataster, Bauen
und Planen einzuführen. Im Vergleich mit den
damals noch zahlreichen Wettbewerbsangeboten
überzeugte POLYGIS auch den langjährigen GISAnwender
Bernd Geisler. Das System bot nach
Einschätzung von Geisler und Bittner die breitesten
Entwicklungsmöglichkeiten; insbesondere die Multi-
User-Fähigkeit und die Performance seien hier
wichtig gewesen. Weitere Entscheidungskriterien
waren die gute Anbindung an Archikart, das in
Helmstedt zur Verwaltung der Liegenschaftsdaten
genutzt wird, sowie das Vorliegen von Zeichenfunktionen
im System. De facto konnten damit
rund 90 Prozent der B-Pläne in POLYGIS selbst
erstellt werden; eine zusätzliche CAD-Software
erübrigte sich. Darüber hinaus bestach der Preis:
„Für das Geld hätten wir bei jedem Konkurrenten
wesentlich weniger bekommen“, so Bittner.

Als Adminstratoren, wichtigste
Fachanwender und gleichzeitig
auch als Multiplikatoren für
POLYGIS in der Verwaltung sehen
sich Bernd Geisler und Andreas
Bittner.
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Planen und Bauen
Heute unterstützt POLYGIS die Arbeitsprozesse
der beiden Administratoren fast durchgängig.
Beide arbeiten praktisch täglich mit dem System,
das sie – auf der Grundlage der verfügbaren ALKDaten
und Luftbilder – in den vergangenen Jahren
zu einem maximal bedarfsgerechten Instrument
für ihre konkreten Aufgaben entwickelt haben.
Andreas Bittner kann in seinem Arbeitsfeld Planen
und Bauen heute auf eine vollständige Bibliothek
digitaler und georeferenzierter B- und F-Pläneaus dem Bereich Denkmalschutz – liegen entweder
im System vor oder sind als digitale Dokumente
über POLYGIS direkt in den einzelnen Arbeitssitzungen
verfügbar. „Der zentrale Zugriff auf alle im
Planungs- oder Genehmigungsprozess benötigten
Daten spart extrem Zeit und verbessert unseren
Service für die Bürger“, bestätigt Bittner.
In seiner Aufgabe als Stadtplaner hat Bittner bereits
das nächste Projekt vor Augen. „Wenn wir unsere
Mittel sinnvoll einsetzen wollen, müssen wir verstärkt
auch Daten der kommunalen Statistik einbeziehen:
Wer lebt wo? Wie sieht unsere Bevölkerungsstruktur
aus und wie verändert sie sich? Diese
Dinge müssen wir heute als Kommune wissen,
damit sich unsere Planungen nicht im luftleeren
Raum bewegen.“ Die POLYGIS-Anwendung KOMSTAT
steht somit weit oben auf seiner Wunschliste
und es besteht kein Zweifel, dass er auch hier ganz
praxisnahe und unmittelbar nützliche Arbeitsprozesse
im Kopf hat, die er mit Hilfe dieses Tools
Schritt für Schritt umsetzen wird.
Grünflächen und Umwelt
Auch aus dem Fachbereich Straßen, Natur und
Umwelt ist POLYGIS laut Andreas Geisler „nicht
mehr wegzudenken.“ Er schätzt zum einen die
Möglichkeit, unterschiedliche Fragestellungen
in Echtzeit aus POLYGIS heraus beantworten zu
können und verweist hier beispielsweise auf den
Umweltbericht. „Die Breite und Qualität der Dokumentation,
die wir hier mit POLYGIS erzielt haben,
wären auf anderem Wege nicht möglich gewesen.
Das ist ein echter Mehrwert.“ Denn ein möglichst
genauer Einblick in ökologisch relevante Fakten
und Zusammenhänge sei schließlich die Voraussetzung
für sinnvolle Entscheidungen.
Aus diesen Erfahrungen heraus erwägt der Verantwortliche
im Umweltbereich die Anschaffung
der POLYGIS-Fachanwendung Baum. Hier sei
laut Geisler der Kontroll- und Pflegebedarf noch
ungleich umfangreicher und komplexer als auf
sonstigen Grünflächen. „Hier sehe ich enormes
Potenzial für Qualitäts- und Effizienzsteigerungen
- sowohl in der Planung als auch in der Dokumentation.“
Langsam, aber sicher
Sowohl Andreas Bittner als auch Bernd Geisler
sind sich im Klaren, dass auch der zukünftige Nutzen
von POLYGIS erarbeitet werden muss. „Wer
erwartet, dass irgendein GIS automatisch alle Prozesse
schneller und besser macht, wird sicherlich
enttäuscht – man muss
selbst vordenken, Kosten-
Nutzen-Abwägungen
machen und natürlich die
faktischen Voraussetzungen
für den Einsatz schaffen“,
fasst Bittner seine
Erfahrungen zusammen.
„Gerade unter dieser Voraussetzung
ist POLYGIS
ein sehr gutes GIS: Man
kann klein anfangen, vieles
selber entwickeln und
das System ganz flexibel
an den eigenen Bedarf
anpassen.“
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