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Umfassendes Straßenmanagement mit POLYGIS-KSIB
Den Straßen auf der Spur
Mit diesem kurzen Überblick
möchten wir die Aufmerksamkeit
auf eine POLYGIS-Fachanwendung
lenken, die sich im
letzten halben Jahr aufgrund
des wachsenden kommunalen
Bedarfs einer erheblichen
Aufmerksamkeit erfreut. Die
Anforderungen an das neue
Thema Straßenmanagement
sind so dynamisch, dass seither
grundlegende Weiterentwicklungen
durchgeführt wurden.
Das Ziel der Kommunalen
Straßeninformationsbank, kurz
POLYGIS-KSIB, ist die Lieferung
eines vollständigen so
genannten PMS (Pavement-
Management-System, Pavement
= Fahrbahn). Die Entwicklungen
orientieren sich
an den neusten Fachempfehlungen
und den Bewertungskriterien,
die im Umfeld des
Neuen Kommunalen Finanzmanagements
(NKF) aktuell
entwickelt werden.
Aktueller Funktionsumfang
Abbildung 1 zeigt den Aufbau und die funktionalen
Gliederungen. Die dargestellten Bereiche beschreiben
den Funktionsumfang und die Aufgabenkomplexe,
in die ein modernes PMS gegliedert ist. Grau
hinterlegt ist die bisher vorhandene Funktionalität
von KSIB.
Die Basis ist die detaillierte Erfassung des Straßennetzes.
Für diese Aufgabe sind fachlich spezialisierte
Dienstleister prädestiniert. Inzwischen sind
jedoch auch Anwender bekannt, die das Netz mit
POLYGIS und KSIB selbständig
erfasst haben.
Mit dem Bestandsnetz in KSIB
hat man ein erstes verwertbares
Ergebnis – das Gemeindebestandsverzeichnis.
Um das
Verzeichnis den gesetzlichen
Ansprüchen gemäß auszuwerten
und in Dokumente „zu gießen“,
bedarf es entsprechender Formulare,
die in KSIB als Report
enthalten sind.
Mit dem Netz als Grundlage kann zudem auf
Basis von KSIB das Unterhaltungsmanagement
betrieben werden. Hierzu zählen Schäden von der
Erfassung bis zur Beauftragung sowie die typischen
Unterhaltungsmaßnahmen (Beispiele siehe Abb.1).
Auch für die Zustandserfassung ist das Bestandsnetz
die wesentliche Voraussetzung. KSIB unterstützt
dabei alle gängigen Formen der Datenerhebung.
So kann man durch Begehung die Daten
für eine visuelle Bewertung erfassen. Zu gängigen
Befahrungstechniken für die visuelle Bewertung
sind Schnittstellen zur Datenübernahme (LEHMANN
& PARTNER GmbH, Kirchheim) vorhanden.
Die Schnittstellen zur Datenübernahme
aus Befahrungen zur messtechnischen Bewertung
(Schniering Ingenieurgesellschaft mbH, Essen) und
zum Austausch der bereits digital vorliegenden
Netze sind vorhanden.
Mit Hilfe des Netzes und der Zustandsnoten ist
dann die Bewertung für die Doppik nur noch
ein kleiner Schritt. Die optimale Einrichtung der
erforderlichen Parameter im Vorfeld und das Verständnis
dafür, sind derzeit bei vielen Kunden in
der Diskussion. POLYGIS bietet zu diesem Thema
Konsultationen an.
Eine Leistungsübersicht zu KSIB lässt sich
wie folgt geben:
- Gliederung des Straßennetzes nach Abschnitten
und Knoten
- Erfassung von Verwaltungsdaten wie Widmungen
- Erfassung von Straßeninventardaten, z.B. Bauwerken,
Masten oder Nebenanlagen
- Erfassung von Verkehrsflächen zur präzisen
Zustandsbewertung, aufbauend auf Straßen und
Abschnitte
- Komplette graphische Darstellung und Auswertung
des Straßennetzes mit Integration von
Daten wie ALK, ALB, ATKIS, Orthofotos, Stadtgrundkarten,
Baumdaten u. a.
- GIS-basierende Erfassungsmethoden (z.B. für
die Verkehrsflächen-Digitalisierung auf Basis
von Orthofotos) reduzieren den Grundaufwand
für die Erfassung der Straßendaten und der
Zustände erheblich und tragen zu einer wesentlich
höheren Genauigkeit der Flächen gegenüber
althergebrachten Stationierungsmodellen bei
- Automatische Integration visuell ausgenommener
Zustandsdaten aus Begehung und Befahrung
(System von LEHMANN & PARTNER GmbH)
- Automatische Integration messtechnisch aufgenommener
Zustandsdaten z.B. des Systems ARGUS (Automatic Road Condition Graduating
Unit System) der Firma Schniering
- Komplette Verwaltung und Auswertung der
Straßenzustandsgrößen aus der messtechnischen
Zustandserfassung an Segmenten (z.B. Längsund
Querneigung, Risse, Flickstellen, Längsebenheit,
Querebenheit, Spurrinnentiefe u. a.)
- Automatische Ermittlung von Substanz-,
Gebrauchs- und letztlich Gesamtwert. Der
Berechnungsalgorithmus beruht auf den gesetzlichen
Grundlagen und den Normungen und
Empfehlungen der FGSV. Die Variabilitäten sind
durch Parameter einstellbar. Die Ergebnisse lassen
sich als Diagramme und thematische Karten
darstellen
- Durch Klassenbildung bei Straßentypen und
-aufbauten, Nutzung, Abnutzung und Schäden
lassen sich Zustandsermittlung und Bewertung
erheblich vereinfachen und beschleunigen
- Ziel-, Warn- und Schwellenwerte sind variable
Werte, die sich auf einzelne Zustandsgrößen
beziehen, wodurch sich eine Prioritätensteuerung
ergibt
- Beliebige Auswertungsmöglichkeiten der Daten
wie z.B. Längenbilanzen oder Flächenbilanzen
nach allen Merkmalen einer Fläche
- Kartographische Datenauswertung zur Darstellung
der räumlichen Verteilung der Straßendaten
und Zustände
- Management und Bewertung des Straßeninventars
- Ausgabe des Straßenverzeichnisses
- Belieferung der Anlagenbuchhaltung der Doppik
mit parametrisierbarer Schnittstelle (Bestand,
Veränderungen, Abschreibungswerte, Generierung
der Inventarnamen, Kontenzuordnung
gem. des vorgegebenen Kontenplanes)
- Voreinstellungen für die landesspezifischen
Merkmale, insbesondere den Bewertungsparametern
Ausblick
Mit den in der Forschungsgesellschaft für Straßenund
Verkehrswesen e. V. (FGSV) aktiven Städten
wird KSIB in diesem Jahr zum kommunalen Pavement-
Management-System (Pavement = Fahrbahn)
erweitert. Die Stadt Wiesbaden als führendes und
aktives Mitglied in der FGSV ist in diesem Prozess
sowohl fachlicher Mentor für KSIB als auch unser
Beta-Tester. Über den weiteren Fortschritt halten
wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.
Die FGSV
Die FGSV ist die Forschungsgesellschaft für
Straßen- und Verkehrswesen e. V. (www.fgsv.
de). Sie entwickelt Empfehlungen und Methoden
zum Erhaltungsmanagement von Straßen.
Die Arbeitspapiere der FGSV sind die Leitlinie
für das kommunale Straßenmanagement.
Insbesondere die Arbeitspapiere 9/M1 und 9/
M2 aus 2001 und die Empfehlungen für Innerortsstraßen
sind von kommunalem Interesse.
Die Systematik der Zustandserfassung sieht
eine Vorgehensweise vor, die sich im Einzelnen
wie folgt darstellt:
M Messtechnische Zustandserfassung
V Visuelle Zustandserfassung
A Auswertung
R Rechnergestützte Erhaltungsplanung
S Substanzwert (Bestand)
Die sich anschließenden Bewertungen und
Kriterien sind teilweise derzeit noch in der
Diskussion.
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