Neues von POLYGIS: die Version 9.9 – Teil 2
Noch mehr Funktionalität
Nachdem das Hauptaugenmerk in der letzten
vis à gis-Ausgabe bei der Vorstellung der Version
9.9 auf die Anwendungsfunktionen gerichtet wurde,
soll nun deren Systemseite näher beleuchtet
werden, bevor im dritten Teil die Themen GIS-DB
und Diagramme ausführlich Beachtung finden.
Neuheiten bei der Administration
Die Projektverwaltung in POLYGIS ist grundlegend
vereinfacht worden. Da sich die einzelnen
Projekte nun direkt aus der Mappe heraus aufrufen
und verändern lassen, ist die bisher langwierige
Suche hinfällig geworden.
Durch die Unterstützung von Ordnern und Unterordnern
sind zudem Arbeitssitzungen und Druckbereiche
wesentlich komfortabler geworden. Sogar
die Startsitzungen können jetzt in den
Unterordnern festgelegt werden. Arbeitssitzungen
können zu aktuellen Ebenen hinzugefügt
oder entfernt werden. Dadurch
sind projektspezifische Arbeitssitzungen
definierbar.
Dies kann anschaulich an zwei existierenden
Sitzungen beispielsweise Kanal und
ALK verdeutlicht werden: Soll eine neue
Sitzung in die Ordnerstruktur eingefügt
werden, können sowohl die Sitzung Kanal
als auch die Sitzung ALK nun beliebig anund
ausgeschaltet werden. Es müssen also nicht
mehr alle möglichen Kombinationen vorgedacht
und abgespeichert werden.
Mit der sogenannten Metasitzung erhält der Benutzer
nun ein neues Organisationswerkzeug. In dieser
Art von Sitzung kann der Nutzer nicht nur alle seine
Sitzungen auf einen Blick erkennen, sondern sie
auch auf alle anderen Arbeitssitzungen verzweigen.
Neue Funktionen und Verbesserungen
Beim Fangen von Punkten, bei denen sich lediglich
die z-Werte unterscheiden (x- und y-Werte
sind gleich) war die Vorgehensweise bisher etwas
umständlich. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn
zu einem Kanalschacht entsprechend Deckel und
Sohle ausgewählt werden sollen. Um diese Auswahl
zu erleichtern, existiert nun ein neuer Button in
der Bearbeitungsleiste (siehe Bild unten). Nach
Betätigung führt dieser zu einer Auswahlliste von
Punkten gleicher x- und y-Werte. Diese können
dann einzeln selektiert und bearbeitet werden.
An Vektoren geknüpfte Dokumente waren bisher
über mehrere Klicks zwar aufrufbar, doch diese
Methode war recht umständlich. Eine einfachere
Lösung musste her. Nun können die Dokumente
direkt über das Kontextmenü aufgerufen werden.
Über den Dokumenten-Eintrag gelangt man dann
direkt zum angehängten Dokument.
Da der Objekt-Browser nach der räumlichen Selektion
die Verzweigung aus dem Selektionsergebnis in die Sachdaten oder in die Karte und umgekehrt
erlaubt, kommt ihm eine zentrale Rolle bei der
Navigation in Geo- und Sachdaten zu. Um diese
Sonderstellung zu würdigen, ist die gesamte Benutzeroberfläche
im Hinblick auf die effiziente Bedienerführung
verbessert worden.
Zusätzlich können jetzt auch einzelne Objekte der
Selektionsübersicht gelöscht oder hinzugefügt werden.
Dadurch wird die Bedienung noch flexibler.
Komplexe Suchpolygone müssen somit nicht komplett
neu eingegeben werden, nur weil gegebenenfalls
zu viel hinzugefügt wurde. Das „überflüssige“
Objekt kann einfach aus der Liste entfernt werden,
ohne die bestehende Struktur zu zerstören.
Beim Import von Fachdatensätzen, dem sogenannten
Listenimport, zu Fachanwendungen ist ein
zusätzliches Fenster eingerichtet worden, mit dem
man die zu importierenden Werte mit den existierenden
in den Fachanwendungen vergleichen kann.
Der Anwender hat mittels Vergleich die Möglichkeit,
Datensätze zu markieren und diese Auswahl
gezielt zu importieren.
Auch bei den komplexen GIS-Funktionen wurden
wesentliche Erweiterungen vorgenommen. Zu
diesen ausgebauten Funktionen zählen vor allem:
Daten nach Position zuweisen, Daten zusammenfassen
und die Pufferbildung. Bislang konnte bei
diesen Operationen nur eine Ebene berücksichtigt
werden. Jetzt können für die Auswahl Objekte
mehrerer Ebenen einbezogen werden.
EXIF-Format-Unterstützung
Kameras auf den Markt gekommen, die mit einer
GPS-Aufzeichnung ausgestattet sind. Diese Kameras
liefern zudem Metainformationen über das aufgenommene
Bild (GPS-Koordinaten, Zeit, Kameraeinstellungen).
Die Industrie hat diese Daten nun
im EXIF-Format (Exchangeable Image File Format)
standardisiert. Man kann sich EXIF als eine Ergänzung
zu den herkömmlichen Formaten JPEG und
TIFF vorstellen.
Für POLYGIS geht es darum, Dokumente mit
diesen Formaten einfach für die Anwendungen
nutzbar zu machen. Eine einfache Fachanwendung
kann diese Formate ins POLYGIS importieren und
verwalten. Dabei muss bei der Übernahme auf das
zugrunde liegende Referenzsystem, das sogenannte
Mappen-Referenzsystem, verwiesen werden.
Zu den einzelnen Bildern werden Punktobjekte
gebildet, die mit den Bildern als Anhänge im System
verwaltet werden (siehe Bildabfolge).

Auswahl des Koordinatensystems

Zuordnung zum Punktobjekt, Objektverknüpfung
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