01/2008
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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Neues von POLYGIS: die Version 9.9 – Teil 2
Noch mehr Funktionalität
 
Nachdem das Hauptaugenmerk in der letzten vis à gis-Ausgabe bei der Vorstellung der Version 9.9 auf die Anwendungsfunktionen gerichtet wurde, soll nun deren Systemseite näher beleuchtet werden, bevor im dritten Teil die Themen GIS-DB und Diagramme ausführlich Beachtung finden.

Neuheiten bei der Administration
Die Projektverwaltung in POLYGIS ist grundlegend vereinfacht worden. Da sich die einzelnen Projekte nun direkt aus der Mappe heraus aufrufen und verändern lassen, ist die bisher langwierige Suche hinfällig geworden.

Durch die Unterstützung von Ordnern und Unterordnern sind zudem Arbeitssitzungen und Druckbereiche wesentlich komfortabler geworden. Sogar die Startsitzungen können jetzt in den Unterordnern festgelegt werden. Arbeitssitzungen können zu aktuellen Ebenen hinzugefügt oder entfernt werden. Dadurch sind projektspezifische Arbeitssitzungen definierbar.

Dies kann anschaulich an zwei existierenden Sitzungen beispielsweise Kanal und ALK verdeutlicht werden: Soll eine neue Sitzung in die Ordnerstruktur eingefügt werden, können sowohl die Sitzung Kanal als auch die Sitzung ALK nun beliebig anund ausgeschaltet werden. Es müssen also nicht mehr alle möglichen Kombinationen vorgedacht und abgespeichert werden.

Mit der sogenannten Metasitzung erhält der Benutzer nun ein neues Organisationswerkzeug. In dieser Art von Sitzung kann der Nutzer nicht nur alle seine Sitzungen auf einen Blick erkennen, sondern sie auch auf alle anderen Arbeitssitzungen verzweigen.

Neue Funktionen und Verbesserungen
Beim Fangen von Punkten, bei denen sich lediglich die z-Werte unterscheiden (x- und y-Werte sind gleich) war die Vorgehensweise bisher etwas umständlich. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn zu einem Kanalschacht entsprechend Deckel und Sohle ausgewählt werden sollen. Um diese Auswahl zu erleichtern, existiert nun ein neuer Button in der Bearbeitungsleiste (siehe Bild unten). Nach Betätigung führt dieser zu einer Auswahlliste von Punkten gleicher x- und y-Werte. Diese können dann einzeln selektiert und bearbeitet werden.

An Vektoren geknüpfte Dokumente waren bisher über mehrere Klicks zwar aufrufbar, doch diese Methode war recht umständlich. Eine einfachere Lösung musste her. Nun können die Dokumente direkt über das Kontextmenü aufgerufen werden. Über den Dokumenten-Eintrag gelangt man dann direkt zum angehängten Dokument.

Da der Objekt-Browser nach der räumlichen Selektion die Verzweigung aus dem Selektionsergebnis in die Sachdaten oder in die Karte und umgekehrt erlaubt, kommt ihm eine zentrale Rolle bei der Navigation in Geo- und Sachdaten zu. Um diese Sonderstellung zu würdigen, ist die gesamte Benutzeroberfläche im Hinblick auf die effiziente Bedienerführung verbessert worden.

Zusätzlich können jetzt auch einzelne Objekte der Selektionsübersicht gelöscht oder hinzugefügt werden. Dadurch wird die Bedienung noch flexibler. Komplexe Suchpolygone müssen somit nicht komplett neu eingegeben werden, nur weil gegebenenfalls zu viel hinzugefügt wurde. Das „überflüssige“ Objekt kann einfach aus der Liste entfernt werden, ohne die bestehende Struktur zu zerstören.

Beim Import von Fachdatensätzen, dem sogenannten Listenimport, zu Fachanwendungen ist ein zusätzliches Fenster eingerichtet worden, mit dem man die zu importierenden Werte mit den existierenden in den Fachanwendungen vergleichen kann. Der Anwender hat mittels Vergleich die Möglichkeit, Datensätze zu markieren und diese Auswahl gezielt zu importieren.

Auch bei den komplexen GIS-Funktionen wurden wesentliche Erweiterungen vorgenommen. Zu diesen ausgebauten Funktionen zählen vor allem: Daten nach Position zuweisen, Daten zusammenfassen und die Pufferbildung. Bislang konnte bei diesen Operationen nur eine Ebene berücksichtigt werden. Jetzt können für die Auswahl Objekte mehrerer Ebenen einbezogen werden.

EXIF-Format-Unterstützung
Kameras auf den Markt gekommen, die mit einer GPS-Aufzeichnung ausgestattet sind. Diese Kameras liefern zudem Metainformationen über das aufgenommene Bild (GPS-Koordinaten, Zeit, Kameraeinstellungen). Die Industrie hat diese Daten nun im EXIF-Format (Exchangeable Image File Format) standardisiert. Man kann sich EXIF als eine Ergänzung zu den herkömmlichen Formaten JPEG und TIFF vorstellen.

Für POLYGIS geht es darum, Dokumente mit diesen Formaten einfach für die Anwendungen nutzbar zu machen. Eine einfache Fachanwendung kann diese Formate ins POLYGIS importieren und verwalten. Dabei muss bei der Übernahme auf das zugrunde liegende Referenzsystem, das sogenannte Mappen-Referenzsystem, verwiesen werden.

Zu den einzelnen Bildern werden Punktobjekte gebildet, die mit den Bildern als Anhänge im System verwaltet werden (siehe Bildabfolge).


Auswahl des Koordinatensystems


Zuordnung zum Punktobjekt, Objektverknüpfung