02/2001

Online-Kundenzeitschrift der
Ingenieurgesellschaft für angewandte
Computertechnik mbH, Leipzig
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Lehrgang Thematische Karten

So etwa könnte ein typisches Gespräch zwischen Herrn M., dem Amtsleiter des Grün-flächenamts, und Frau S., der PolyGIS Sachbearbeiterin in der GIS-Abteilung der Stadtverwaltung Musterhausen, verlaufen:

Herr M.: "Wir haben doch im PolyGIS zu unseren Bäumen Daten über die GIS-Tabelle erfasst, oder?"
Frau S.: "Ja sicher, neben der Art und dem Alter sind dies unter anderem noch Daten zur Vitalitätsstufe aus der Erhebung vom letzten Jahr."
Herr M.: "Das ist ja prima. Für den Grünflächenausschuss nächste Woche benötige ich einen Plan, in dem die verschiedenen Vitalitätsstufen dargestellt sind. Wir wollen Pflegemaßnahmen beschließen. Das geht doch, oder?"
Frau S.: "Natürlich, ich kann Ihnen einen Plan über eine thematische Karte erstellen, das sollte ausreichen. Sie können den Plan heute Nachmittag abholen."

Doch was hat Frau S. nun zu tun?

Abb. 1
Abb. 1
Die folgende Beschreibung zeigt die Arbeitsschritte zur Erstellung von Thematischen Karten (TK) in PolyGIS am obigen Beispiel. Diese Arbeitsschritte werden im Aufbaulehrgang "Thematische Karte" in der IAC-Schulung vermittelt.

In der Eingabemaske zur GIS-Tabelle (Datenzugriff) erkennt man die unterschiedlichen Datenfelder, die zu den einzelnen Bäumen gefüllt worden sind. (Bild 1). Es ist zu erkennen, dass jeweils ein Wert zur Vitalitätsstufe erfasst worden ist. Diese Daten sollen nun zur Erstellung einer TK verwendet werden. Thematische Karten werden im PolyGIS-Explorer definiert und können von hier aus aufgerufen (gestartet) werden. Im Grunde stellt die TK eine "Abfrage nach Wert" dar, die dauerhaft im Projekt gespeichert wird.

Abb. 2
Abb. 2
Im Definitionsfenster zur TK (Bild 2) sind vom PolyGIS-Nutzer verschiedene Einstel-lungen vorzunehmen. Wie auch Beschrif-tungen sind Thematische Karten einem bestimmten Ebenentyp zugeordnet. Diese Zuordnung wird über den Eintrag im Feld "Objekte suchen in" vorgenommen. Hiermit wird festgelegt, über welchen DZG die Objekte gesucht werden. Weiterhin wird definiert, welche Objekte bearbeitet werden sollen. Dieses Feld dient zusätzlich der Einschränkung der Datenmenge. Die TK kann verschiedene Ergebnisse der Abfrage liefern. In unserem Fall sollen die gefundenen Objekte attributiert werden. Möglich ist auch das Anlegen von Markierungen unterschiedlicher Art sowie das Verschieben oder das Kopieren von Objekten auf andere Ebenen.

Abb. 3
Abb. 3
Das zentrale Element der TK ist die Definition der Abfrage. Neben einfachen Abfragen nach einzelnen Werten können komplexe Abfragen mit und/oder Verknüpfungen definiert werden. Ziel ist es immer, die zur Verfügung stehende Datenmenge über die Definition nach bestimmten Bedingungen zu filtern und zu bearbeiten. Im Beispiel wurden vorab unterschiedliche Attribut-Definitionen erstellt die dann zur Darstellung der Vitalitätsstufen verwendet werden sollen. Durch das Starten der TK wird nun den Objekten (Bild 3) ein individuelles Attribut zugewiesen, das über den Zustand des Baumes (Vitalitätsstufe) Auskunft gibt. Dem einzelnen Objekt wird ein Individualattribut zugewiesen. Bei einer Plotausgabe werden diese Individualattribute berücksichtigt. Die Zuweisung erfolgt temporär und ist nicht von Bestand. Die Attribute können sowohl durch einen Wechsel in den Übersichtsmodus als auch über den PolyGIS-Explorer zurückgesetzt werden.