02/2002

Online-Kundenzeitschrift der
Ingenieurgesellschaft für angewandte
Computertechnik mbH, Leipzig
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Geodatenaustausch braucht mehr Kommunikation

Die unten stehende Graphik erweckt den Eindruck, dass der Austausch von Geodaten einem Weg mit vielen Stolpersteinen gleicht. Wer auch immer in Deutschland Geodaten erstellt und bearbeitet, benutzt ein eigenes Programm mit eigenen Formaten. Datenaustausch wird zwangsläufig als Problem angesehen und am liebsten vermieden. Dennoch ist er als Alltagsgeschäft zwischen Kommunen, Ämtern, Planungsbüros usw. nicht wegzudenken. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Aber vielleicht das negative Vorzeichen, mit dem der Geodatenaustausch behaftet ist!?

Zum einen gibt es technische Lösungen, die den Datenaustausch erleichtern. Die PolyGIS-Nutzer bekommen von IAC beispielsweise Schnittstellen angeboten, die es ermöglichen, Daten fremder Systeme einzulesen und weiterzuverarbeiten. Des Weiteren gibt es aber auch Bemühungen, einheitliche Richtlinien für Geodaten zu schaffen. Das Open-GIS-Consortium (OGC) arbeitet daran. Dabei wäre ein Einheitsformat für die Daten der Wunsch vieler GIS-Nutzer. Aber ein standardisiertes Datenformat würde nur der kleinste gemeinsame Nenner aller auf dem Markt befindlichen Formate sein. Viele innovative Funktionen einzelner Formate würden verloren gehen. Und das will keiner. Also versucht das OCG eine einheitliche Funktionsschnittstelle zu entwickeln, die es erlaubt, Geodaten verschiedenster Systeme zur Anzeige abzufragen. Aber dieses ehrgeizige Projekt, dessen Abschluss von GIS-Nutzern in aller Welt erwartet wird, braucht Zeit. Keiner weiß genau, wann die einheitliche Schnittstelle endlich kommt.

Aus diesem Grund, aber auch weil Schnittstellen die in jedem Fall notwendige inhaltliche Abstimmung nicht leisten, ist den GIS-Anwendern zu raten, den Geodatenaustausch ohne Scheu als selbstverständlichen Teil der Informationsverarbeitung anzusehen. Problematisieren lohnt sich nicht, denn mit ausreichender Kommunikation läuft der Transfer reibungslos. Datenlieferanten und -empfänger sollten im Vorfeld genau klären, welche Systeme und Formate benutzt werden.

Technische Lösungen also sind hier nicht das Wundermittel. Einfach nur auf's Knöpfchen drücken, reicht mit Sicherheit nicht aus. Aber wenn Erfahrungen und Informationen weitergegeben werden, funktioniert der Geodatenaustausch.

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