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PolyGIS-Fachschale gibt Antworten auf Fragen zur kommunalen Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzepts (ISEK)
Alle Kommunen der Bundesrepublik Deutschland sind zur Erstellung eines "Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK)" aufgefordert. Im ISEK sind die Maßnahmen, Ziele und Visionen der Stadtentwicklung zu formulieren und nach veränderten Rahmenbedingungen regelmäßig fortzuschreiben und zu konkretisieren. Dieses Konzept soll dem Anspruch genügen, die wichtigsten stadtplanerischen Handlungsfelder zu analysieren und die zukünftigen Planungen aufeinander abzustimmen. Handlungsfelder sind dabei unter gesamtstädtischer und wohnungspolitischer Betrachtung die Festlegungen zu den städtebaulichen, wohnungspolitischen, ökonomischen, infrastrukturellen und sozialen Zielstellungen.
Die PolyGIS-Fachschale "Kommunale Statistik" ist als Planungs- und Analyseinstrument für die kommunalen Aufgabenbereiche Stadtentwicklung, Einwohnerwesen, Statistik und Wahlen konzipiert. Die Umsetzung der Anforderungen aus dem Bundeswettbewerb "Stadtumbau Ost" sind mit in dieses Konzept integriert. Und somit ermöglicht diese Fachschale den Kommunen die für das ISEK erforderlichen Daten zu erheben, zu verwalten und zu visualisieren.
Funktionen der PolyGIS-Fachschale "Kommunale Statistik"
Detaillierte Einwohnerdaten (nach Altersgruppen oder auch nach der Anzahl der Personen in den Haushaltsverbänden) ermöglichen ausführliche Prognosen zur Einwohnerentwicklung. Über Importschnittstellen besteht die Möglichkeit, die Einwohnerdaten aus den zentralen Einwohnerdateien (z.B. KDO oder KIV) zu übernehmen. Über Passwörter wird der Zugriff auf diese Daten gesichert und damit der Datenschutz gewährleistet. Diese Informationen werden dann, auf die einzelnen Gebäude bezogen, summiert und analysiert (siehe Abb. 1).

Abb. 1 |
Um eine Schul- oder Kindergartenplanung zu ermöglichen, wird die Anzahl der Kinder pro Jahrgang erfasst. Diese Zahlen können auf die Schul- oder Statistischen Bezirke übertragen und summiert werden. Die Schulen und Kindergärten sind wie alle Gebäude in der Karte erfasst und können hinsichtlich ihrer Auslastung analysiert werden. Aus einem zuvor im GIS markierten Einzugsgebiet einer Schule werden dazu beispielsweise alle Gebäude im GIS markiert und in der Fachschale gefiltert. Der integrierte Report listet anschließend die Anzahl der Kinder auf, die im anstehenden Schuljahr einzuschulen sind und ermittelt die Gesamtanzahl für dieses Einzugsgebiet. Dieses Formular kann gedruckt oder gespeichert werden.
Der Wohnungsbestand eines Gebäudes kann nach Wohnungsgröße, Wohnraumbelegung, Gebäudetyp oder Modernisierungsstand erfasst werden. Die Wohnraumbelegung , verglichen mit der Analyse der Einwohnerstruktur, erlaubt eine Prognose der Wohnungsnachfrage und des Wohnungsleerstandes für kommende Jahre (siehe Abb. 2).

Abb. 2 |
Alle Informationen können auf Stadtteile, Baublöcke, Schulbezirke oder Wahlbezirke hochgerechnet und analysiert werden. Über die Grundinformation "Straße - Hausnummer" können die Fachdaten mit den im GIS digitalisierten Gebäuden verknüpft werden. Auf dieser Basis ist es unter anderem möglich, Thematische Karten zum Gebäudeleerstand im gesamten Stadtgebiet oder in einzelnen Stadtteilen zu erstellen. Die Situation in Umstrukturierungs- oder Erhaltungsgebieten wird damit sehr gut über die unterschiedliche Einfärbung der Gebäude visualisiert (siehe Abb. 3).
Die PolyGIS-Fachschale "Kommunale Statistik" beinhaltet außerdem Informationen zur Verwaltung wie die Baublöcke, die Statistischen Bezirke, die Wahlbezirke und Schulbezirke. Auch hier ist eine Verbindung zum GIS gewährleistet. Einzelinformationen aus der Gebäudetabelle können problemlos auf die höhere statistische Stufe hochgerechnet werden. Diese Funktionen, gekoppelt mit der Möglichkeit thematische Karten und Diagramme zu erstellen, gewährleisten eine sehr gute visuelle Darstellung verschiedenster Aussagen (siehe Abb. 4).

Abb. 3 |
Die Fachschale "Kommunale Statistik" unterstützt darüber hinaus, die Vorbereitung von Wahlen und deren Präsentation. Für die Festlegung der Wahlbezirke können sowohl Informationen aus der Karte, als auch aus den Gebäudetabellen herangezogen werden. Die Zuordnung der Gebäude zu den einzelnen Wahlbezirken erfolgt über eine Positionsabfrage aus der Karte in die Datenbank. Anschließend werden die Zahlen der Wahlberechtigten von den Gebäuden auf die Wahlbezirke übertragen. Damit wird ein Vergleich der Anzahl der zugeordneten Wahlberechtigten zu jedem Wahlbezirk möglich. Bei Bedarf können dann Modifizierungen vorgenommen werden. Ebenso werden die Wahllokale im GIS und in der Fachschale erfasst und den Wahlbezirken zugeordnet. In vielen Kommunen erfolgt die Erfassung und Auswertung der Wahlergebnisse mit PC-Wahl. Um diese Informationen in PolyGIS in der Karte zu visualisieren, werden ausgewählte Daten direkt aus PC-Wahl zur Laufzeit ausgelesen und in Form von Diagrammen und Thematischen Karten in PolyGIS generiert.

Abb. 4 |
Die bestehende Einbindung von "Crystal Report" in die PolyGIS-Fachschale "Kommunale "Statistik" Fachschale ermöglicht es, neben den bereits mitgelieferten, nahezu alle gewünschten Formulare zu erstellen.
Vorraussetzungen für einen effektiven Einsatz der Fachschale
Um ein effektives Arbeiten mit der Statistik-Fachschale zu ermöglichen, ist es sinnvoll, eine neue Informationsebene "Straße - Hausnummer" im GIS und in der Fachschale zu erstellen. Die Informationsebene "Straße - Hausnummer" beinhaltet die Gebäude mit der zusätzlichen Information des Straßenschlüssels und der Hausnummer. Die Gebäude werden als Punkt- oder Flächenobjekt in das GIS integriert. Dabei können sowohl die Gebäude der ALK, der digitalen Stadtgrundkarte, als auch eine hinterlegte Rasterkarte als Basis genutzt werden. Baublöcke und Baublockseiten können zusätzliche Informationen zur Auswertung der kleinräumigen Gliederung bilden, sind aber nicht zwingend erforderlich. Aus diesen Informationen wird für jedes Gebäude in der Fachschale ein Datensatz generiert, der jederzeit mit weiteren zusätzlichen Fachdaten erweitert werden kann.
Für die Erstellung der Informationsebene "Straße - Hausnummer" gibt es verschiedene Herangehensweisen. So können die erforderlichen Zuordnungen über Baublock/Baublockseite und Hausnummer auf das Gebäude abgeleitet werden. Auch eine Übertragung von Informationen aus dem Liegenschaftskataster auf das Flurstück und von dort auf das Gebäude ist möglich. Ein weitere Variante wäre die straßenweite Übertragung der Schlüssel auf Basis der Kartengrundlage im GIS. Welcher Weg der effektivste ist, entscheidet sich anhand der bereits in den PolyGIS - Projekten vorhandenen Datenbasis und sollte in einem individuellen Gespräch vor Ort analysiert werden.
Auf Basis der geschaffenen Informationsebene "Straße - Hausnummer" können über die Fachschale "Kommunale Statistik" hinaus eine Vielzahl von weiteren Aufgabengebieten abgedeckt werden. Das können beispielsweise die Auslastung und die notwendigen Reinigungszyklen für Spielplätze sein oder die Frage wo Kampfhundbesitzer wohnen oder wie viele Einwohner es pro kultureller Einrichtung gibt.
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