02/2003

Online-Kundenzeitschrift der
Ingenieurgesellschaft für angewandte
Computertechnik mbH, Leipzig
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Anwenderbericht
PolyGIS-Fachschale
PolyGIS-Funktionen
IAC-Messeauftritte
IAC-Lehrgänge
Editorial
Kurz belichtet
IAC-Homepage
PolyGIS im Speckgürtel der Hauptstadt

Foto: Stadtwerke Bernau
Das größere der beiden Blockheizkraftwerke der Stadtwerke Bernau ist seit 1994 in Betrieb
Bernau bei Berlin ist eine brandenburgische Kleinstadt, der die Nähe zur Hauptstadt eine stete Bevölkerungszunahme beschert. Für den örtlichen Energie- und Wasserversorger, die Stadtwerke Bernau, ist das eine Herausforderung. Um die ständig neu hinzukommenden Leitungen und Anschlüsse zu planen, aber auch die bestehenden zu dokumentieren und zu warten, setzen die Stadtwerke seit mehreren Jahren erfolgreich PolyGIS ein.

Fast ein Jahrtausend ist es her, dass sich Markgraf Albrecht der Bär auf seinem Eroberungszug durch Brandenburg im dichten Wald verirrte und schließlich an einem kleinen Flüsschen auf ein idyllisch gelegenes Wirtshaus stieß. Albrecht war nicht nur erleichtert, sondern auch begeistert. "Das Bier ist gut!", rief er aus. "Ja, Herr, aus dem Wasser des Flüsschens gebraut", erklärte der Wirt. "Der Platz ist gut!", schlussfolgerte Albrecht da weiter und stieß sein Schwert in den Boden. "Hier wird eine Stadt gegründet!" So nahm Bernau seinen Anfang und wuchs zu einer blühenden Stadt mit regem Markttreiben... Und heute? Bernau liegt noch immer wunderschön inmitten von Wäldern, Wiesen, Wasser. Und wächst weiter! Denn Berlin, die Millionenmetropole, ist nur wenige Kilometer entfernt und viele Städter zieht's auf's Land. Seit der deutschen Wiedervereinigung hat Bernau fast 10.000 Einwohner dazu gewonnen - ungewöhnlich für ostdeutsche Kommunen, die fast alle mit Bevölkerungsabnahme zu kämpfen haben.

Foto: Stadt Bernau
Bernau bei Berlin ist eine Kleinstadt, die durch die Nähe zur Haupstadt Bevölkerungszuwachs hat
Für die Stadtwerke Bernau, die auf eine fast hundertjährige Geschichte zurückblickend die Bevölkerung mit Energie und Wasser versorgen, ist dieses ständige Wachstum eine Herausforderung. "Da muss man schon genau in die Zukunft planen", sagt Burkhard Gorlt, Leiter des Leitungskatasters. Ohne ein Geoinformationssystem gehe das überhaupt nicht und darüber, dass man sich für PolyGIS entschieden habe, sei man bis heute sehr zufrieden."PolyGIS läuft sehr gut und die Zusammenarbeit mit IAC klappt prima", lobt Burkhard Gorlt.

Angefangen hat alles 1997 mit einer Befliegung des Stadtgebietes. Die dabei aufgenommenen und ausgewerteten Daten wurden bei den Stadtwerken Bernau zunächst in die vorhandene Hard- und Software eingespeist. Dabei handelte es sich damals um ein CAD-Programm, das sich auf Dauer als Planungswerkzeug nicht bewähren konnte. Als 1999 die Geschäftsführung der Stadtwerke wechselte, fiel auch die Entscheidung, ein GIS anzuschaffen. Da die
Foto: C.Martin
Burkhard Gorlt (links) mit der Geschäftsführung der Stadtwerke Bernau
Stadtverwaltung Bernaus seit 1997 PolyGIS im Einsatz hatte, vertraute man auf deren gute Erfahrung und wählte aus den auf dem Markt angebotenen Geoinformationssystemen die IAC-Software aus. Seitdem ist PolyGIS bei den Stadtwerken Bernau mit vier Voll-Lizenzen im Einsatz. Dass Stadtwerke und Stadtverwaltung dasselbe System benutzen, ist nicht selbstverständlich, obwohl das von großem Vorteil ist. "Wenn die Stadt bei neuen Bauvorhaben einen Antrag zur Leitungsauskunft an uns stellt, können wir ganz unbürokratisch und schnell antworten. Unsere PolyGIS-Daten können sofort von der Stadt übernommen werden", erklärt Burkhard Gorlt. Insgesamt sei die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung auf der Grundlage des gemeinsam genutzten PolyGIS sehr gut ausbaufähig.

Foto: C.Martin
Edelgard Wollanik ist Sachbearbeiterin in der Abteilung Leitungskataster der Stadtwerke Bernau und arbeitet mit PolyGIS
Auf Basis der 2001 fertiggestellten digitalen Stadtgrundkarte nutzen die Stadtwerke Bernau zur Zeit die PolyGIS-Fachschalen "Fernwärme", "Strom", "Kanal", "Wasser" und "Gas". Aktuell werden die Daten für Gas, Fernwärme und Wasser digitalisiert, das heißt, aus dem Datenbestand der 1997 durchgeführten Befliegung in PolyGIS übernommen und hier bearbeitet. Das ist auch die Aufgabe von Edelgard Wollanik, Sachbearbeiterin in der Abteilung Leitungskataster. Die ausgebildete Technische Zeichnerin kennt noch andere Zeiten: "Es ist unglaublich, wie schnell die Technikentwicklung voranschreitet. Früher haben wir mit unhandlichen Papierplänen gearbeitet und heute haben wir dank PolyGIS ganz neue Möglichkeiten", staunt Edelgard Wollanik. PolyGIS sei im übrigen sehr benutzerfreundlich und wenn doch mal Probleme auftreten, könne sie sich jeder Zeit an die IAC-Hotline wenden. Dennoch ist die Eingabe aller Daten sehr zeitaufwändig und so haben die Bernauer Stadtwerke einen Teil dieses Projekts auch außer Haus gegeben. Derzeit digitalisiert das Ingenieurbüro IBET-Dr. Kammerath die Daten der Stromversorgung. "Mit der Eingabe der noch fehlenden Kanaldaten soll dann in diesem Jahr begonnen werden", sagt Burkhard Gorlt über die anstehenden Aufgaben. Er und sein 3-köpfiges Team haben sich vorgenommen, innerhalb weniger Jahre den kompletten Leitungsbestand der Stadtwerke aufzunehmen. Zur Zeit spielen aber neben der Erfassung auch bereits die Pflege, Aktualisierung und Verwaltung der Daten ein Rolle.

Foto: C.Martin
Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Bernau wurde 1996 bezogen
Was die Zukunft anbelangt, ist Burkhard Gorlt jedenfalls voller Tatendrang: "Da gibt's nicht nur viel zu tun. Da ist auch jede Menge Ausbau-Potenzial." So soll in nächster Zeit in der Störmeldezentrale ein zusätzlicher PolyGIS-Arbeitsplatz eingerichtet werden. Hier können rund um die Uhr telefonisch Störungen gemeldet werden. Mit PolyGIS kann dann der eingesetzte Mitarbeiter sofort das Problem lokalisieren und aufgrund der hinterlegten Sachdaten gezielt eine Behebung veranlassen.

Auch die Geschäftsführung der Bernauer Stadtwerke - vertreten durch Bärbel Köhler und Klaus Ulrich - ist von den Vorteilen des PolyGIS-Einsatzes überzeugt. "Bisher läuft alles ausgezeichnet", resümiert die Geschäftsführung die letzten Jahre. Je mehr PolyGIS-Arbeitsplätze eingeführt werden, desto höher sei die interne Akzeptanz bei den Mitarbeitern der Stadtwerke. Das wiederum übertrage sich nach außen auf Kunden und Dienstleister. Die Vorstellungen von der zukünftigen Arbeit mit PolyGIS reichen von der Anbindung aller relevanten Arbeitsplätze an das System bis zum mobilen PolyGIS-Einsatz im Außendienst.

1867: Errichtung einer Gasbereitungsanstalt durch einen
         Berliner Fabrikbesitzer
1917: Erwerb des Gaswerkes durch die Stadt Bernau und
         Betrieb durch die Stadtwerke
1919: Abschluss des ersten Stromliefervertrages
1925: erstes städtisches Heizwerk geht in Betrieb
1931: Errichtung eines Gaskessels als technische Neuheit
1952: Auflösung der Stadtwerke
1970: Gründung des VEB Schichtpressstoffwerkes Bernau und Aufbau einer zentralen
         Wärmeversorgung für die Stadt Bernau
1991: Neugründung der Stadtwerke Bernau GmbH aus dem technischen Bereich des
         ehemaligen Schichtpressstoffwerkes Bernau und Aufnahme der Gasversorgung
         in Bernau
1994: Geschäftsbesorgung für den Wasser- und Abwasserverband (WAV) und
         Inbetriebnahme moderner Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
1999: Übernahme der Stromversorgung in Bernau nach Rückübertragung des
         Stromvermögens

         www.stadtwerke-bernau.de