02/2005
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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POLYGIS-Versionen 9.5 und 9.6 – Was ist neu?

Mit den Versionen 9.5 und 9.6. kommt eine neue POLYGIS-Generation auf den Markt, die in Sachen Oberfläche, Benutzerführung, System-Architektur und Funktionalität neue Maßstäbe setzt und dauerhaft die Anwendungs- und Integrationsszenarien der Geodaten sichert.

In verschiedenen Publikationen und in der Nutzergruppe in Ludwigshafen wurde auf die Neuerungen von POLYGIS 9.6 und die weiteren Entwicklungen aufmerksam gemacht. Wir wollen hier die wesentlichen neuen Funktionen für Sie noch einmal zusammenstellen, die Sie in diesem Jahr erreichen: die Versionen 9.5 und 9.6. Aufgrund des Umfangs ist dies nur in Form einer Übersicht über die wesentlichen Neuerungen geschehen. Wir empfehlen bei Interesse das Dokument‚ Release Notes POLYGIS 9.6, bei der IAC mbH oder der SWBB GmbH abzurufen.

Die Neuerungen betreffen u.a. die strategische Ausrichtung von POLYGIS. Funktionen, die der Anwender nicht unmittelbar sieht, die aber in der Einbindung in das GIS-Gesamtkonzept der Kunden von ausschlaggebender Bedeutung sind: Client-Server-Architektur (CS), GUID (Global Unique Identifier), POLYGIS Fortführungs-Management (PFM), POLYGIS- Internetserver und die Geschwindigkeit.

Client-Server
POLYGIS ist nun vollständig in einer Client-Server- Struktur verfügbar. D. h. , dass nunmehr auch alle Fachschalen im CS-Modus laufen können. Der Vorteil ist klar: die Verteilung von Anwendung und Diensten kann nun im Netzwerk frei erfolgen.

GUID
Das sieht zunächst wie eine EDV-Sache aus. Das GUID ist ein Datentyp der Firma Microsoft, mit der sich alle Objekte in Systemen weltweit eindeutig identifizieren lassen. GUID ist die Basis dafür, dass die Schlüssel für die Geoobjekte und darüber hinaus für alle Ressourcen eindeutig vergeben werden. Und das benötigt man, wenn Geodaten von unterschiedlichen Stellen in eine Geodatenhaltung überführt werden. So z. B. beim POLYGIS-Fortführungs- Management (PFM). Damit ist die Grundlage für die automatische Datensynchronisation gegeben. Der so genannte Replikations-Mechanismus von POLYGIS basiert jetzt auf der GUID.

POLYGIS Internetserver
Hier liegen wohl für den Anwender die meisten Neuigkeiten. POLYGIS hat ein klares Bekenntnis zu den Standards, die vom OGC (Open Geospatial Consortium) definiert wurden. Der Vorteil dieser Standards liegt darin, dass Geoinformationssysteme unterschiedlicher Herkunft miteinander kommunizieren können. D.h., Geodaten, die in einem fremden System gespeichert sind, können von POLYGIS online mit verwendet werden, wenn jenes System die OGC Standards erfüllt. Der wohl wichtigste und praktisch am meisten verwendete Standard hat mit dem Zugriff auf Karten zu tun (Rasterformate) und heißt WMS (Web Mapping Service). Zum Abruf dieser Daten genügt allein ein Standard-Web-Browser. Dieser Standard ist nun im POLYGIS- Internetserver vollständig integriert. OGC hat die WMS-Funktionalität des POLYGIS-Mapservers zertifiziert.

Erweiterte Serverfunktionalitäten
Darüber hinaus sind noch folgende Funktionalitäten erweitert bzw. neu hinzugekommen:

  • Der Web-Mapserver stellt neben dem oben beschriebenen OGC-konformen Interface (WMS) das POLYGIS-Interface zur Verfügung. Dieses Web-Interface ermöglicht eine ausführliche Auskunftsfunktionalität im Internet und kann mittels POLYGIS-Web-Explorer oder mit Hilfe eines Standardbrowsers genutzt werden.
  • Der Server unterstützt frei definierbare Suchabfragen. Es muss also in den meisten Fällen nichts mehr programmiert werden.
  • Alle POLYGIS-Standard-Fachanwendungen können im Web mit der gleichen Benutzeroberfläche genutzt werden.
  • Die Druckfunktionalitäten sind erweitert worden. Zum Beispiel können POLYGIS-Schablonen beim Internetausdruck mit PDF erfolgen.

Geschwindigkeit
Uns ist eine Geschwindigkeitssteigerung um bis zu 600% (9.6 gegenüber 8.5.1) gelungen. Nach unseren Erkenntnissen gibt es zwar keine Anforderungen dahin gehend. Aber es ist unser Ziel, das schnellste GIS im Markt anzubieten, was unübersehbar ein Argument der Wirtschaftlichkeit ist. Die Kommunikation zwischen den POLYGIS-Komponenten im Netz beinhaltet nun ein Datenkompressionsverfahren, das die zu übertragenden Daten wesentlich reduziert.

In reinen POLYGIS-Netzwerken können die Clients auch über ‚dünne’ Leitungen (z.B. 2MBit) am Server betrieben werden, was aufgrund der Datenkompression und der erheblich gesteigerten Zugriffszeiten zu sehr guten Antwortzeiten führt. Die empfohlene Übertragungsrate für das POLYGIS- Netzwerk bleibt nach wie vor 100 MB.

Die nächste Gruppe von Änderungen bezieht sich auf die Handhabung des Systems. Hier liegt der besondere Eifer von POLYGIS, da die Handhabung neben der Performance des Systems wesentlich den wirtschaftlichen Nutzen definiert. Aufgrund des Umfangs der neuen Funktionen auch hier nur einige Highlights: Umgang mit Rasterdaten, Handhabung von Linienarten, Druckmanagement, Benutzerverwaltung.

Umgang mit Rasterdaten und Dokumenten
Alle Rasterkarten werden einheitlich behandelt. Kartenwerke können jetzt lokal oder remote angesteuert werden, d. h. also über den direkten Dateizugriff auf den Arbeitsplatz oder vom Server. Die POLYGIS-Kartenwerke unterstützen jetzt zusätzlich noch die Internet-Rasterformate JPG und PNG. Dokumente, die an Objekte geknüpft sind, werden nun entsprechend ihres Formates umfänglich bei der Ausgabe unterstützt. Dies gilt insbesondere für die Formate JPG und PNG. Diese angehängten Dokumente werden immer als Nicht-OLE-Dokumente geführt, wenn es ein bekanntes Bildformat ist (PCX, BMP, PNG, JPG, TIF, GIF, TGA).Wenn Dokumente an andere Benutzer aus den Objekteigenschaften übertragen werden, werden nunmehr die Attribute ‚Dokument sichtbar’ und ‚Dokument unsichtbar’ auch dann berücksichtigt, wenn der Zielbenutzer ein Viewer ist, der nur eingeschränkte Rechte hat.

Handhabung von Linienarten
Dies ist auch als Beispiel für die ständige Verbesserung der Handhabung zu verstehen.Die Linienarten können wie Attribute im Linienexplorer gemanagt werden. Die Attributdefinitionen sind verwaltbar, Attribute können gelöscht werden, wenn sie nicht verwendet werden. Auf die anhängenden Streckenattribute der verwendeten Linienattribute kann mit dem Explorer zugegriffen werden.

Druckmanagement
In der Druckvorschau werden die Symbole in der Legende wie in der Karte gezeichnet. In den Editoren werden die Symbole entsprechend dem eingestellten Maßstab berücksichtigt.Im Stempel des Schablonendrucks befinden sich nun dynamische Felder, die individuell verändert und gefüllt werden können. Bei der automatischen Legendengenerierung werden im Schablonendruck Text-, Bemaßungs- und Kreisebenen berücksichtigt.

Benutzerverwaltung und Administration
Das Allerwichtigste: Die Verwaltung des Systems kann auch im laufenden Betrieb durchgeführt werden. Das ist insbesondere im Client-Server-Betrieb von großer Bedeutung, da es in großen Installationen organisatorisch schwierig ist, eine Unterbrechung des Betriebes zu vereinbaren. Die Administration der Benutzer kann auch bei angemeldeten Benutzern erfolgen.Der Benutzer-Explorer, der nun dem Erscheinungsbild des POLYGIS-Objekt-Explorers entspricht, ist der Schlüssel zu einer Vielzahl von Neuerungen, die das Leben des Administrators vereinfacht:

  • Verwaltung von Benutzergruppen, globale Benutzergruppen (im POLYGIS-Netz), Benutzer
  • Thematische Zusammenfassung und Verwaltung von Gruppenrechten in einer Baumstruktur
  • Vererbung von Gruppenrechten auf andere Gruppen oder Benutzer
  • Für Fachanwendungen können Rechte hinsichtlich einzelner Menüpunkte, Werkzeugbuttons, Datenfelder und Drucklayouts vergeben werden.
  • Beim Übertragen der Einstellungen der Fachanwendungenkönnen einzelne Benutzer oder alle Mitglieder einer Benutzergruppe sowie der Viewer als Ziel ausgewählt werden. Es stehen alle Fachanwendungen zur Auswahl, die der Quellbenutzerin seiner Lizenzdatei als Vollversion eingetragen hat.
  • Es können Arbeitssitzungen und Kartenwerke mit Rechten versehen werden und auf andere Benutzer übertragen werden.

Darüber hinaus sind in nahezu allen Bereichen des Systems Verbesserungen und Erweiterungen eingeführt worden, deren Darstellung hier den Rahmen sprengen würde. Zumindest wollen wir in Schlagworten die betroffenen Themenbereiche adressieren:

  • Objekteigenschaften und Attributeinstellungen
    Punkte, Strecken, Kreise, Texte, Ebenentypen, angebundene Dokumente
  • Bearbeitungsfunktionen
    Flächenverschneidung, Pufferbildung, Zusammenfassenvon Daten, Projektpflege
  • Funktionen bei der Ansicht
    Objektbrowser, Legenden
  • Abfragen und Auswerten
    Grafische Verfolgung, Markierungen, Fadenkreuz und Zoom
  • Zusatzfunktionen
    Management von Plugins, Konfiguration, Böschungen, 3D-Modul.

… und zusätzlich in 9.6.:

PFM (POLYGIS-Fortführungs-Management)
Diese wichtige Funktion basiert auf der GUID und dem Replikations-Mechanismus von POLYGIS. PFM sichert den Austausch mit externen Datenanbietern so, dass nur Geodaten ausgetauscht werden, die sich auch geändert haben. PFM steht nach der Sommerpause als Modul zur Verfügung.Geodaten werden in einer Kommune oder in einem Stadtwerk häufig von externem Dienstleistern erhoben oder verändert. PFM sorgt dafür, dass die neuen Daten die alten ersetzen und zwar pass- und zeitgenau. PFM weiß, was der neuere Wert ist. PFM sichert auch, dass keine Konflikte bei der Übernahme von externen Daten entstehen, die von verschiedenen Stellen erhoben wurden. Zumindest deckt es die Konflikte auf.

Mappen
Mappen sind eine zusätzliche Hilfe für die Organisation Ihrer Arbeit. Sie können verstanden werden als eine zusätzliche Ebene oberhalb der Projekte, die es erlaubt POLYGIS-Projekte in unterschiedlichen Kontexten zusammenzufassen. Dabei sind die Projekte aber nur einmal physikalisch vorhanden. So können Sie Ihre persönliche Aktenmappe vorgangsgerecht anlegen und dabei vorhandene Projekte in unterschiedlichen „Akten“-Mappen nutzen. Das Projekt BLP (Bauleitplanung) kann also mittels Mappen in Varianten von z. B. BLP1 und BLP2 und zusätzlich in der Mappe Umweltplanung verwendet werden.

Freie Verteilung auf Server
Häufig sind mehrere POLYGIS-Geodaten-Server im Einsatz. Ein Projekt kann nunmehr aus verschiedenen POLYGIS- Datenbeständen bestehen, die zusätzlich auf verschiedenen Servern verteilt sind. Die Mappen greifen ebenso über die Servergrenzen hinaus.

Und wie kommt das alles zu Ihnen?
Zurzeit laufen bereits die Umstellungen auf 9.5. POLYGIS 9.5 muss unbedingt vor POLYGIS 9.6 installiert sein, da wesentliche Datenkonvertierungen vorher durchgeführt werden. POLYGIS 9.6 stellen wir ab dem 3. Quartal (Juli 2005) zur Verfügung. Sollten Sie die Umstellung durch POLYGIS-Mitarbeiter durchführen lassen, werden diese ab dem 3. Quartal (Juli) beide Installationen erledigen. Für die Selbst-Installierer verweisen wir noch einmal auf die „Release Notes 9.5 und 9.6“ sowie auf die Installationsanweisungen.

Und das ist noch nicht alles. Wir haben ja noch gar nicht über die Anwendungen gesprochen. Das werden wir dann in der nächsten Ausgabe der vis à gis tun.