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Digitales Leitungssystem
POLYGIS bei den Stadtwerken Güstrow

Die Stadtwerke Güstrow versorgen knapp 22.000 Kunden
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Gerade für Unternehmen aus der Energie- und Wasserwirtschaft bilden Geodaten eine unverzichtbare
Informationsquelle, ohne die das umfangreiche
Ver- und Entsorgungsangebot nicht funktionieren
würde. Vor fünf Jahren wurde POLYGIS bei den Stadtwerken in Güstrow eingeführt. Seither nutzt der Ver- und Entsorger das Geographische Informationssystem
(GIS) konsequent für die Planung, Wartung und Überwachung seines gesamten Leitungsnetzes.
Für die intranetbasierte
Client-Server-Lösung stehen den Stadtwerken derzeit sechs Vollversionen und 60 Auskunftsplätze
mit POLYGIS zur Verfügung.
Abschied vom Ebenenkonzept
Hinter den geschichtsträchtigen Fassaden und unter den historischen Straßen von Güstrow verbirgt sich ein modern geführtes Leitungssystem von knapp 1.200 km, das seit 14 Jahren rund um die Uhr von den Stadtwerken in Güstrow betreut wird. Seit Aufnahme der Wirtschaftstätigkeit im Januar 1991 haben sich die Stadtwerke sukzessive zu einem regionalen Verbundunternehmen entwickelt und versorgen ihre 22.000 Kunden mit Strom, Wasser, Gas und Fernwärme. Zusätzlich nehmen die Stadtwerke
die technische und kaufmännische Betriebsführung
für den Städtischen Abwasserbetrieb wahr.
Des Weiteren warten die Stadtwerke die Straßenbeleuchtung
in Güstrow und garantieren auf Grundlage
eines technischen Betriebsführungsvertrages die Fernwärmeversorgung der Nachbarstadt Laage. Dass die Gewinnung und Verteilung von Wasser, Gas, Strom, Fernwärme bzw. die Entsorgung des Abwassers effizient funktionieren, verdanken die Stadtwerke nicht nur ihrem modernen Leitungsnetz,
sondern auch ihrem GIS. So frühzeitig die Stadtwerke Güstrow durch ihre Strukturierung
als GmbH den Weg der Wirtschaftlichkeit beschritten, so konsequent orientierte sich das Unternehmen hin zur GIS-Technologie: Bis Januar 2000 nutzten die Stadtwerke das GIS ProCart, das bereits 1994 zum Einsatz kam. Jedoch handelte es sich bei diesem System um ein reines Ebenenkonzept, in dem das Leitungssystem nur als grafische Linien dargestellt wurde und keine Fachdatenanbindung
enthielt. Zudem basierte ProCart auf DOS, eine Umstellung auf Windows wurde Ende 1999 dringend notwendig.
Fachschalen für alle Sparten
Entsprechend klar definierten Michael Griesche, Gruppenleiter GIS/Dokumentation und Wolfgang
Wegner, Abteilungsleiter Zentrale Dienste, die Anforderungen. „Die Lösung muss spartenübergreifend,
komplett und schnell zu installieren
sein sowie durch eine einfache Bedienbarkeit überzeugen“, beschreiben beide ihren Ansprüche an ein Geographisches Informationssystem.

Wolfgang Wegner (l.) und
Michael Griesche (r.) arbeiten seit fünf Jahren mit POLYGIS
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Nachdem sich POLYGIS im Jahr 1999 klar als Favorit herauskristallisierte, entschieden sich die beiden Verantwortlichen für die Lösung der SWBB GmbH aus Kirkel. Nach Aussage von Griesche und Wegner waren auch die Benutzerfreundlichkeit im Sinne einer kompakten Handhabung und die übersichtliche
Darstellung auf einer homogenen Oberfläche Pluspunkte. „Für sämtliche Geschäftsbereiche der Stadtwerke bot uns die SWBB eine entsprechende Lösung: Mit den Fachschalen Wasser, Gas, Strom, Fernwärme und Abwasser werden die jeweiligen Fachinformationen verwaltet“, erläutert Griesche. Selbstverständlich trug auch die Nutzung bei der Stadt Güstrow zur Entscheidungsfindung bei, denn dort hatte sich POLYGIS bereits erfolgreichbewährt. Im Jahr 2002 wurde der Datenbestand des damals rund 1.000 Kilometer langen Leitungsnetzes
auf das System der Stadtverwaltung überspielt, die in Sachen POLYGIS von der IAC mbH aus Leipzig
betreut wird. „Dadurch sind wir in Güstrow in der günstigen Position, Synergieeffekte zu nutzen, die oftmals langwierigen Abläufe in der Kommune schneller und effektiver zu gestalten“, so Griesche. Ob bei der Ausweisung eines Neubaugebietes, der Erstellung eines Flächennutzungsplanes oder dem Neubau einer Straße – für zahlreiche städtische Planungen
ist das Wissen um den genauen Verlauf der einzelnen Leitungen wesentlich.
Leider beschränkt sich die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung zurzeit nur auf den gegenseitigen Datenaustausch. „Wir hoffen aber, in Zukunft auf eine stärkere Vernetzung
mit diversen Referaten, wie dem Liegenschaftsamt
oder dem Hoch- und Tiefbauamt.“, so Wegener. Mittelfristig sind Treffen mit den zuständigen
Mitarbeitern der Stadt vorgesehen.
Schnelle Datenpflege und -erfassung
„Die Einführung von POLYGIS gestaltete sich als sehr komplex“, erinnert sich Griesche. Es galt vor allem, die Fachdaten an die jeweiligen Objekte anzubinden und die Bestandsdaten zu konvertieren.
Die Umsetzung der bereits vorhandenen digitalen Daten in POLYGIS und die damit erforderliche
Objektabbildung des Leitungsbestandes haben die Stadtwerke schließlich mit Hilfe der SWBB realisieren lassen. Dank der Dienstleistung von SWBB und dem konsequenten Handeln aller Mitarbeiter konnten der aufwändige Dualbetrieb nach sechs Monaten beendet, die Pläne der jeweiligen
Versorgungsleitungen aufbereitet, georeferenziert

Rund um die Uhr werden alle technischen
Anlagen bewacht
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sowie blattschnittfrei in das System integriert werden. Die Stadtwerke haben die digitale Nutzung ihres Leitungs- und Netzinformationssystems mit POLYGIS erheblich verbessern können.
Auch hinsichtlich
der Datenerfassung konnten wesentliche Fortschritte gemacht werden. Derzeit sind die Leitungen
des Gas-, Wasser- und Fernwärmnetzes zu 99 Prozent, die Abwasserleitungen zu 94 Prozent und die Stromleitungen des rund 5.200 Hektar großen Stadtgebietes zu ca. 55 Prozent in POLYGIS erfasst. Beim Stromnetz sei der Nachholbedarf sehr hoch, da die Daten des erst im Jahr 1995 erworbenen Netzes nur in analoger Form vorlagen und die vorhandenen Leitungspläne zum Teil sehr ungenau waren. „Teilweise waren die Leitungspläne nur in den Köpfen alter Meister.“ Wenn auch hier eine Einarbeitung von nahezu 100 Prozent erreicht sei, liegt der weitere Schritt in der Kopplung von POLYGIS an spezielle Berechnungsmodule. Diese würden beispielsweise die Durchführung von Lastflussberechnungen
zur Ermittlung der Auslastung von Leitungen, Trafostationen und Kabelverteilern ermöglichen. Zurzeit nutzen Mitarbeiter die zwischen
den alltäglichen Aufgaben auftretenden Zeitfenster
zur Erstellung der Schaltschemen für die 150 Trafostationen in Güstrow. Trafostationen dienen dazu, die dem Mittelspannungsnetz zur Verfügung gestellte Spannung von 20.000 Volt in eine für den Endverbraucher nutzbare Netzspannung von 400 Volt umzuwandeln.

Das Güstrower Renaissance-Schloss: hier residierte einst Albrecht von Wallenstein
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Die Schaltschemata enthalten eine Übersicht über die Kabelabgänge für Gebäude und Straßenzüge. Damit sollen die Servicetechniker
mittelfristig über eine komplette Übersicht über das Innenleben der Trafostationen verfügen. Ziel ist es, bei einer Störung Reparaturarbeiten schnell und ohne Verzögerung in die Wege zu leiten. Zukünftig sollen die Meister bzw. Monteure aus den Bereichen Gas und Wasser sowie Strom mit einer mobilen POLYGIS-Lösung ausgestattet werden, um eine ständige Verfügbarkeit des aktuellen Leitungsbestandes
zu gewährleisten. Dies ist wiederum eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis.
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