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Forsteinrichtungsdaten effizient managen
Nachhaltige Waldwirtschaft mit POLYGIS Forst

Ganz unbürokratisch leistet das SGD-Schulungsteam Erste Hilfe: (v.l.) Joachim Diester, Sachbearbeiter Datenschutz; Reiner Forstbach, Systembetreuer POLYGIS; Jürgen Dietz, stellvertretender
Leiter der Forsteinrichtung; Thomas Heß, Büroleiter
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Ob im Wald oder am Schreibtisch – die knapp 60 Innen- und Außendienstmitarbeiter der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, Zentralstelle
der Forstverwaltung in der Außenstelle Forsteinrichtung in Koblenz, haben sich der nachhaltigen
Waldbewirtschaftung in Rheinland-Pfalz verschrieben. Eine buchstäblich umfangreiche Aufgabe, denn mit 42 Prozent bewaldeter Landesfläche
ist Rheinland-Pfalz das waldreichste aller Bundesländer. Etwa die Hälfte der Waldfläche gehört rund 2.200 Kommunen, die den Wald als wichtigen Teil des Gemeindevermögens bewahren
und ihn als Forstbetrieb führen. Unterstützt werden sie dabei von der SGD und einem kleinen aber feinen Datenträger – einer CD Rom.
Inventur des Waldes
Das Landeswaldgesetz von Rheinland-Pfalz, gültig seit 2001, verpflichtet Waldbesitzende ab einer Fläche von 50 Hektar zu einem planmäßigen und sachkundigen Umgang mit dem Wald, der die Grundsätze der Nachhaltigkeit und der Umweltvorsorge
berücksichtigt. Eine besondere Rolle nimmt hierbei die so genannte Betriebsplanung – traditionell
bekannt als Forsteinrichtung – ein.
Darunter ist eine Inventur des Waldes zu verstehen, bei der alle zehn Jahre sein aktueller Zustand erfasst wird: Lage, Produktionsbedingungen, Zusammensetzung
nach Baumarten, Alter, Qualität und Struktur der Bäume, Holzvorräte, Zuwächse sowie Schutz- und Erholungsleistungen des Waldortes – kein Detail wird bei dieser Bestandsaufnahme ausgelassen. Die Ergebnisse werden mit dem Planungsziel
der letzten Forsteinrichtung einerseits und den neuen Betriebszielen der Waldbesitzer andererseits verglichen. So ergeben sich für den Forstbetrieb wichtige Eckdaten zur strategischen Planung wie etwa der nachhaltige Hiebsatz, die Entwicklung des Baumbestandes, die Nutzungspotenziale
oder landespflegerische Leistungen.
Hightech für den Wald
Unterstützung bekommen die Waldbesitzenden dabei von echten Profis – den Forsteinrichtern der SGD. In enger Zusammenarbeit mit der Forstamts-
und Revierleitung erarbeiten die forstlichen Spezialisten entsprechend den Zielvorgaben des Waldbesitzers maßgeschneiderte Planungskonzepte.
Die besondere Herausforderung liegt in einem Paragrafen der Durchführungsverordnung zum Waldgesetz von 2001 begründet: „Der schreibt vor, dass die Sachinformationen zum Waldzustand und zur geplanten Waldbehandlung nicht mehr nur analog, sondern auch in digitaler Form im Betriebsplan enthalten sein müssen. Gleiches gilt auch für Grafikinformationen zur Lage des Waldes, zur forstlichen Waldeinteilung und zur Infrastruktur“,
erklärt Jürgen Dietz, stellvertretender Leiter der Forsteinrichtung in Koblenz.
Auch wenn der Name etwas bürokratisch daherkommt,
die Struktur- und Genehmigungsdirektion ist ein modernes, kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen
mit innovativen Ideen: „Unser Ziel war es, die Daten nicht einfach so zur Verfügung
zu stellen. Jeder Waldbesitzer – ob technischversiert oder nicht – sollte einen echten planerischen
Mehrwert haben. Also musste ein Geoinformationssystem
(GIS) her, in das alle Ausgangsdaten integriert werden können. Dabei lag die technische Messlatte bei den Waldbesitzern einerseits und den Mitarbeitern der Forstämter und Forstreviere andererseits
natürlich relativ niedrig, denn schließlich ist deren Arbeitsplatz in erster Linie der Wald und nicht der PC“, fügt Reiner Forstbach, Systembetreuer
POLYGIS in der SGD, einschränkend hinzu.
POLYGIS Forst – eine echte Innovation
Die grundsätzliche Entscheidung für POLYGIS fiel schnell: Einerseits hatte eine Umfrage
bei den betreuten Gemeinden
ergeben, dass viele unter ihnen das GIS von SWBB und IAC bereits für andere kommunale Aufgaben nutzten. „Zudem hat uns die Datenverfügbarkeit und Schnelligkeit von POLYGIS überzeugt“,
erinnert sich Forstbach.

Am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, am Deutschen Eck, liegt eine der ältesten Städte Deutschlands – Koblenz, Standort der SGD Nord
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Die Applikation POLYGIS Forst entstand in einem bemerkenswert ambitionierten Gemeinschaftsprojekt
zwischen SWBB und SGD, in welches die langjährigen GIS-Erfahrungen eines Softwarespezialisten und das forstspezifische Know-how eines Kunden einflossen.
Dabei hat das Projekt durchaus pionierhaften
Charakter. Was üblicher Weise auf Servern liegt, wurden von den Koblenzern kurzerhand auf CD gebrannt: So z.B. Vektordaten zu sämtlichen Waldorten
in Rheinland-Pfalz, Umweltdaten, Höhenschichtlinien
oder ATKIS-Daten mit klassifizierten Waldwegen für Maschinen und LKW. Oder auch Rasterdaten wie etwa flächendeckende Farbluftbilder
von Rheinland-Pfalz in hoher 25 cm-Auflösung sowie Liegenschaftskarten des Bundeslandes.
Der Clou: Neben dieser forstspezifischen
Datengrundlage
enthält jede CD zudem ein komplettes
Geoinformationssystem
– POLYGIS
Forst. „Mittels POLYGIS stellen wir den Waldbesitzern und den 45 Forstämtern und rund 600 Forstrevieren die Daten der Betriebsplanung
zu Verfügung“, so Systembetreuer Forstbach. Zusätzliche Hilfe leisten ein leicht verständliches Handbuch sowie Schulungen, die die SGD allen forstlichen POLYGIS-Nutzern anbietet.
Funktionalitäten von POLYGIS Forst
Der Nutzen für die Waldbesitzer und Förster ist immens: Sie können nun direkt im GIS beispielsweise
die Arbeitseinsätze der Waldarbeiter planen, Holzabfuhrwege oder Holzlagerplätze markieren,
Anfragen Dritter (z.B. von Energieversorgern) bearbeiten
oder umfangreiche Datenabfragen
mit individuellen Filtermöglichkeiten
starten. Entfernungs- und Flächenmessungen
gehören ebenso zu den Funktionalitäten von POLYGIS Forst wie Druckmöglichkeiten verschiedener
Projektthemen in beliebigem Maßstab.
Besonders beliebt ist das so genannte Redlining, welches das Einzeichnen und Markieren von Vektorobjekten
oder eigenen Anmerkungen im Originaldokument
erlaubt, ohne dass die Originaldatei verändert wird. Die individuell markierten Objekte können anschließend ausgedruckt und auf der eigenen Festplatte gespeichert werden.
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