02/2006
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
powered by LANDSCAPE GmbH
 
Anwenderbericht
POLYGIS-Partner
POLYGIS aktuell
POLYGIS-Anwendung
Kundenforum
Editorial
kurz belichtet
Lehrgänge und Termine
IAC-Homepage
 

Forsteinrichtungsdaten effizient managen
Nachhaltige Waldwirtschaft mit POLYGIS Forst

Ganz unbürokratisch leistet das SGD-Schulungsteam Erste Hilfe: (v.l.) Joachim Diester, Sachbearbeiter Datenschutz; Reiner Forstbach, Systembetreuer POLYGIS; Jürgen Dietz, stellvertretender Leiter der Forsteinrichtung; Thomas Heß, Büroleiter

Ob im Wald oder am Schreibtisch – die knapp 60 Innen- und Außendienstmitarbeiter der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, Zentralstelle der Forstverwaltung in der Außenstelle Forsteinrichtung in Koblenz, haben sich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Rheinland-Pfalz verschrieben. Eine buchstäblich umfangreiche Aufgabe, denn mit 42 Prozent bewaldeter Landesfläche ist Rheinland-Pfalz das waldreichste aller Bundesländer. Etwa die Hälfte der Waldfläche gehört rund 2.200 Kommunen, die den Wald als wichtigen Teil des Gemeindevermögens bewahren und ihn als Forstbetrieb führen. Unterstützt werden sie dabei von der SGD und einem kleinen aber feinen Datenträger – einer CD Rom.

Inventur des Waldes
Das Landeswaldgesetz von Rheinland-Pfalz, gültig seit 2001, verpflichtet Waldbesitzende ab einer Fläche von 50 Hektar zu einem planmäßigen und sachkundigen Umgang mit dem Wald, der die Grundsätze der Nachhaltigkeit und der Umweltvorsorge berücksichtigt. Eine besondere Rolle nimmt hierbei die so genannte Betriebsplanung – traditionell bekannt als Forsteinrichtung – ein.

Darunter ist eine Inventur des Waldes zu verstehen, bei der alle zehn Jahre sein aktueller Zustand erfasst wird: Lage, Produktionsbedingungen, Zusammensetzung nach Baumarten, Alter, Qualität und Struktur der Bäume, Holzvorräte, Zuwächse sowie Schutz- und Erholungsleistungen des Waldortes – kein Detail wird bei dieser Bestandsaufnahme ausgelassen. Die Ergebnisse werden mit dem Planungsziel der letzten Forsteinrichtung einerseits und den neuen Betriebszielen der Waldbesitzer andererseits verglichen. So ergeben sich für den Forstbetrieb wichtige Eckdaten zur strategischen Planung wie etwa der nachhaltige Hiebsatz, die Entwicklung des Baumbestandes, die Nutzungspotenziale oder landespflegerische Leistungen.

Hightech für den Wald
Unterstützung bekommen die Waldbesitzenden dabei von echten Profis – den Forsteinrichtern der SGD. In enger Zusammenarbeit mit der Forstamts- und Revierleitung erarbeiten die forstlichen Spezialisten entsprechend den Zielvorgaben des Waldbesitzers maßgeschneiderte Planungskonzepte. Die besondere Herausforderung liegt in einem Paragrafen der Durchführungsverordnung zum Waldgesetz von 2001 begründet: „Der schreibt vor, dass die Sachinformationen zum Waldzustand und zur geplanten Waldbehandlung nicht mehr nur analog, sondern auch in digitaler Form im Betriebsplan enthalten sein müssen. Gleiches gilt auch für Grafikinformationen zur Lage des Waldes, zur forstlichen Waldeinteilung und zur Infrastruktur“, erklärt Jürgen Dietz, stellvertretender Leiter der Forsteinrichtung in Koblenz.

Auch wenn der Name etwas bürokratisch daherkommt, die Struktur- und Genehmigungsdirektion ist ein modernes, kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen mit innovativen Ideen: „Unser Ziel war es, die Daten nicht einfach so zur Verfügung zu stellen. Jeder Waldbesitzer – ob technischversiert oder nicht – sollte einen echten planerischen Mehrwert haben. Also musste ein Geoinformationssystem (GIS) her, in das alle Ausgangsdaten integriert werden können. Dabei lag die technische Messlatte bei den Waldbesitzern einerseits und den Mitarbeitern der Forstämter und Forstreviere andererseits natürlich relativ niedrig, denn schließlich ist deren Arbeitsplatz in erster Linie der Wald und nicht der PC“, fügt Reiner Forstbach, Systembetreuer POLYGIS in der SGD, einschränkend hinzu.

POLYGIS Forst – eine echte Innovation
Die grundsätzliche Entscheidung für POLYGIS fiel schnell: Einerseits hatte eine Umfrage bei den betreuten Gemeinden ergeben, dass viele unter ihnen das GIS von SWBB und IAC bereits für andere kommunale Aufgaben nutzten. „Zudem hat uns die Datenverfügbarkeit und Schnelligkeit von POLYGIS überzeugt“, erinnert sich Forstbach.


Am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, am Deutschen Eck, liegt eine der ältesten Städte Deutschlands – Koblenz, Standort der SGD Nord
Die Applikation POLYGIS Forst entstand in einem bemerkenswert ambitionierten Gemeinschaftsprojekt zwischen SWBB und SGD, in welches die langjährigen GIS-Erfahrungen eines Softwarespezialisten und das forstspezifische Know-how eines Kunden einflossen. Dabei hat das Projekt durchaus pionierhaften Charakter. Was üblicher Weise auf Servern liegt, wurden von den Koblenzern kurzerhand auf CD gebrannt: So z.B. Vektordaten zu sämtlichen Waldorten in Rheinland-Pfalz, Umweltdaten, Höhenschichtlinien oder ATKIS-Daten mit klassifizierten Waldwegen für Maschinen und LKW. Oder auch Rasterdaten wie etwa flächendeckende Farbluftbilder von Rheinland-Pfalz in hoher 25 cm-Auflösung sowie Liegenschaftskarten des Bundeslandes.

Der Clou: Neben dieser forstspezifischen Datengrundlage enthält jede CD zudem ein komplettes Geoinformationssystem – POLYGIS Forst. „Mittels POLYGIS stellen wir den Waldbesitzern und den 45 Forstämtern und rund 600 Forstrevieren die Daten der Betriebsplanung zu Verfügung“, so Systembetreuer Forstbach. Zusätzliche Hilfe leisten ein leicht verständliches Handbuch sowie Schulungen, die die SGD allen forstlichen POLYGIS-Nutzern anbietet.

Funktionalitäten von POLYGIS Forst
Der Nutzen für die Waldbesitzer und Förster ist immens: Sie können nun direkt im GIS beispielsweise die Arbeitseinsätze der Waldarbeiter planen, Holzabfuhrwege oder Holzlagerplätze markieren, Anfragen Dritter (z.B. von Energieversorgern) bearbeiten oder umfangreiche Datenabfragen mit individuellen Filtermöglichkeiten starten. Entfernungs- und Flächenmessungen gehören ebenso zu den Funktionalitäten von POLYGIS Forst wie Druckmöglichkeiten verschiedener Projektthemen in beliebigem Maßstab.

Besonders beliebt ist das so genannte Redlining, welches das Einzeichnen und Markieren von Vektorobjekten oder eigenen Anmerkungen im Originaldokument erlaubt, ohne dass die Originaldatei verändert wird. Die individuell markierten Objekte können anschließend ausgedruckt und auf der eigenen Festplatte gespeichert werden.