02/2008
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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Geodateninfrastruktur (GDI)
Nutzen für die Kommunen

Eine Kommune be - nötigt für eine bestimmte Planungsaufgabe Geoinformationen aus unterschiedlichen Quellen. Diese zu recherchieren ist ein arbeitsaufwändiges Prozedere. Mit Einführung einer Geodateninfrastruktur (GDI) soll ein Instrument geschaffen werden, das Auskunft darüber gibt, für welche Gebiete welche Daten existieren, welche Qualität die vorliegenden Geodaten haben, wie die Verwendungsrechte geregelt sind und letztendlich, in welchen Formaten die Daten herunterzuladen sind. Wichtig dabei ist, dass dies nicht nur innerhalb einer Kommune, sondern übergreifend möglich sein soll, indem Kommunen ihre Geobasisdaten anderen Kommunen oder Institutionen für bestimmte Zwecke frei zur Verfügung stellen.

GDI – eine internationale Initiative
Die Einrichtung einer GDI ist nicht nur ein deutschlandweites, sondern internationales Ziel. Bei den Vereinten Nationen heißt sie GSD (GeoSpatial Datainfrastructure). Hier geht es um politische, administrative und ökonomische Sachverhalte. In der Europäischen Gemeinschaft wurde die GDI über das viel zitierte Projekt INSPIRE (INfrastructure for SPatial InfoRmation in Europe) ins Leben gerufen. Unter Beteiligung der renommiertesten europäischen Forschungsinstitute wurden folgende Ziele definiert:

  • Daten mit Raumbezug sollten nur einmal erfasst und von einer Stelle aus gepflegt werden und zwar dort, wo dies am effektivsten geschehen kann.
  • Daten sollten ohne territoriale Einschränkung von verschiedenen Quellen aus der gesamten EU miteinander verknüpft werden können und dabei allen Personen und Anwendungen zugänglich sein.
  • Daten, die an einer Stelle der Verwaltung gesammelt wurden, müssen an allen anderen Stellen genutzt werden können.
  • Raumbezogene Daten, die für eine gute Verwaltung (Good Governance) notwendig sind, sollten zu Bedingungen verfügbar sein, die die Nutzung nicht einschränken.
  • Die Verfügbarkeit von Daten sowie ihre Nutzungskonditionen sollten einfach zu erfragen sein.

Begrifflichkeiten
Die nationalen Geobasisdaten setzen sich aus denen von Bund und Ländern zusammen, also zum Beispiel aus ALK, ALB, den Geofachdaten und den Metadaten. Geofachdaten sind amtliche Sachdaten, deren Raumbezug die Geobasisdaten wiedergeben. Metadaten sind nach einem Standard in einem Katalogsystem niedergelegte Informationen über die Datenbestände.

Die erste Ausrichtung der GDI-DE ist orientiert an den Nutzern und Anbietern in öffentlichen Verwaltungen, aber auch im kommerziellen und nicht-kommerziellen Sektor, in der Wissenschaft und für die Bürger.

Um das Funktionieren einer GDI zu gewährleisten, ist es wichtig, dass gewisse Standards eingehalten werden. Daher befasst sich POLYGIS als Vorbereitung auf die GDIen bereits seit Jahren ausführlich mit den Themen Standards und OGC (Open Geospatial Consortium).

Die wesentlichen OGC-Standards, die zum Gelingen einer GDI vorhanden sein müssen, sind:

  • WMS – Web Mapping Service
  • WFS – Web Feature Service
  • CAT – Catalogue Service

Nutzen für die Kommunen
Die meisten Städte und Kommunen haben den Nutzen einer GDI erkannt und sich bereiterklärt, deren Aufbau aktiv zu unterstützen. Hierbei steht ganz klar der Nutzen für die Kommunen im Vordergrund: Arbeitsvereinfachung, einmalige Erfassung von Daten, Austausch von Planungsdaten mit den Nachbargemeinden oder dem Kreis. Da zudem in den Kommunen Geofachdaten ständig aktuell und in großer Menge erzeugt werden, stellen sie für die GDIen wichtige Datenlieferanten dar.

Bereits jetzt denken nahezu alle Kommunen über die Bereitstellung von Geodaten (z.B. Web-Dienste) oder die Einführung von eGovernment-Lösungen nach. Der Aufbau solcher Lösungen ist bereits der erste Schritt zu einer GDI, vorausgesetzt man berücksichtigt die entsprechenden Standards. POLYGIS-Nutzer müssen sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Alle vorgesehenen Standards sind implementiert.