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GIS steuert Flutopfer-Hilfe
PolyGIS hilft in Meißen bei der Erfassung der Hochwasserschäden und unterstützt damit die Koordinierung der öffentlichen Wiederaufbauhilfen.
Hochwasser in Meißen
Im August 2002 wurde die Stadt Meißen zweimal vom Hochwasser heimgesucht. In der Nacht zum 13. August setzte völlig unerwartet das Triebisch-Hochwasser ein. Das Triebischtal und die Altstadt standen unter Wasser und nach dem Abfließen blieben gravierende Schäden an Straßen und Gebäuden zurück (siehe Abb. 1). Vier Tage später, am 17. August 2002, erreichte der Pegel des Elbe-Hochwassers seinen höchsten Stand, in Dresden 9,40 Meter, d.h. fast acht Meter über dem Normalpegel in dieser Jahreszeit. Die Altstadt und weitere Stadtteile versanken erneut in den Fluten, teilweise bis zu drei Meter tief. Nachdem sich die Elbe weitgehend zurückgezogen hatte, begannen die von vielen Helfern unterstützten Aufräumarbeiten: Entsorgung von Schlamm und kontaminiertem Hausrat, Abriss von einsturzgefährdeten Gebäuden, Instandsetzung der Leitungen und der Verkehrswege.

Hochwasser in der Stadt Meißen, August 2002 |
Von besonderer Bedeutung war die Schadensfeststellung an Gebäuden, insbesondere Wohngebäuden, sowie die Ermittlung der Hochwassergrenzen bzgl. Oberflächen- und Rückstaugewässer. Die Angaben wurden schwerpunktmäßig über die Begehung vor Ort, den Schadensangaben der betroffenen Eigentümer sowie anhand von Fotos ermittelt. Geeignete Satelliten- bzw. Luftbildaufnahmen vom Raum Meißen liegen bisher nicht vor und Kontakte mit verschiedenen Einrichtungen bzw. Behörden ( z.B. DFD und DLR) hierzu dauern noch an. So ist auch eine detaillierte Erfassung und Bewertung der Schäden erst angelaufen. Einzelangaben werden zurzeit in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden und Einrichtungen (z.B. Landratsamt und Sächsische Aufbaubank) sowie den betroffenen Bürgern erfasst, bewertet und abgeglichen.
PolyGIS erleichtert Erfassung von Hochwasserschäden
Die Bewältigung der Hochwasserfolgen stellt auch an das in der Meißener Stadtverwaltung verwendete PolyGIS neue Anforderungen. Hier konnte auf ein bereits gut ausgebautes GI-System aufgebaut werden.
Die Hochwassergrenzen wurden zuerst als Polylinien und -flächen in PolyGIS dokumentiert. Anschließend galt es, mit der Funktion "Feldinhalte setzen" über die betroffenen Gebäudeflächen bestimmte Sachdateninformationen in das bereits vorhandene PolyGIS-Gebäude/Hausnummernkataster zu übertragen. Über den vierzehnstelligen sogenannten Regionalen Ordnungsschlüssel (ROS) sind alle Hauptgebäude in der DSGK direkt ansprech- und zoombar. Dazu war es aber notwendig, die ORACLE-Datenbank um verschiedene Text-, Zahlen- und Pickfelder zu erweitern, um z.B. die betroffenen Geschosse, die Schadensursache (Triebisch- oder Elbehochwasser, Oberflächenwasser durch Starkregen, Grundwasser, Rückstau der Kanalisation), die geschätzte Schadenshöhe und Art und Umfang der in Anspruch genommenen Hilfe ( Soforthilfe, Darlehen oder Spenden) aufzunehmen.
IAC unterstützt kostenlos
Mit intensiver Unterstützung der IAC mbH konnte dies sehr kurzfristig realisiert werden. Die Firma IAC leistete mit der kostenlosen Umsetzung der nötigen Maßnahmen einen großen Beitrag zur Unterstützung der vom Hochwasser betroffenen und damit finanziell stark angeschlagenen Städte und Gemeinden.
Im Zusammenhang mit den bereits Anfang des Jahres im Rahmen des EU-Förderprogrammes "EFRE Meißen-Triebischtal", dem Wettbewerbsbeitrag zum Stadtumbau Ost sowie dem Feinkonzept zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) aufgenommenen gebäudebeschreibenden Daten wie z. B. Gebäudetyp, Gebäudegrundfläche, Bruttogeschossfläche, Geschossigkeit, Bauzustand, Baualter und Leerstand sind jetzt sehr effektive Aussagen möglich. So kann beispielsweise sehr wirkungsvoll die Koordinierung öffentlicher Wiederaufbauhilfen sowie gebiets- und programmbezogener Fördermittel unterstützt werden. Dies wird u.a. auch im Rahmen des bei den verschiedenen Programmen erforderlichen Monitoring in Zukunft von großer Bedeutung sein.
Da die Kommunen erst am Anfang der Bewältigung der Hochwasserfolgen stehen, ist auch die technische Aufbereitung ein Prozess, welcher in den kommenden Wochen sicher weitere Anpassungen der Bearbeitungsoberflächen und auch der Datenmodelle erforderlich macht.
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