|
Neues von POLYGIS 9.7 (Teil 1)
POLYGIS bewältigt Datenvielfalt
Die von nahezu allen Herstellern gepriesenen Standards lassen trotz ihrer Verfügbarkeit in der Praxis auf sich warten. Das liegt einerseits daran, dass diese Standards noch zu akademisch und den peniblen Anforderungen der Praxis noch nicht gewachsen sind. Zudem erscheinen die Standards häufig wie Lippenbekenntnisse der Hersteller, die angestrengt nach Argumenten
suchen, um zu erklären, warum in der Praxis manches noch nicht so funktioniert wie es sollte. Auf der anderen Seite existiert bei den Kunden ein konkretes Umfeld, das Spezialitäten
zu berücksichtigen hat, die von den Standards noch nicht erreicht werden. Darüber
hinaus stehen oftmals Investitionskosten im Raum, die der Kunde nicht bereit ist, für ein eher kleines Projekt zu tragen. An dieser Gesamtsituation
wird sich auch kurzfristig nichts ändern – trotz der aufrichtigen und notwendigen
Arbeit von OGC und anderen Standardisierungsgremien.
Für die tägliche Praxis weiter optimiert
Um die Lücke zwischen Idealzustand und täglicher Praxis zu schließen, hat POLYGIS erneute Anstrengungen
unternommen. Durch neue Funktionen in POLYGIS 9.7 wird es möglich sein, proprietäre Fremddatenbestände noch besser zu integrieren. Dies nicht nur auf der Basis so genannter Offline-Schnittstellen, also Datenimporte auf Basis von Dateien, sondern auch auf der Online-Basis, also per direktem Zugriff auf die Datenbestände
aus POLYGIS heraus.
Die Formate Esri-shape, Mapinfo-MIF, -TAB und Autodesk-DXF sind per Definition Datendateien,
wenn auch mit definierten Strukturen, aber ohne offene Zugriffsmethode. Sie sind keine
Datenbanken. In diesen Fällen stellt POLYGIS 9.7 die Funktion „Fremddatenprojekt“ zur Verfügung.
Man beschreibt die Datei im POLYGIS als ein Fremddatenprojekt, sagt, wo die Datei zu finden ist, und die Daten werden automatisch im POLYGIS verfügbar. Im Ebenenbaum des Explorers sind die Bestände dann sofort sichtbar. Die Ebenen können jetzt mit neuen Attributdefinitionen und Attributen
belegt werden. Die Objekte lassen sich hier nicht verändern, aber es ist möglich, die Objekte in POLYGIS-Projekte zu überführen.
Völlig neue Funktionen für Fremddatenprojekte
- Klassifizierungen, d.h. klassenweise Zuordnung von Attributen.
- Textebenen, diese verhalten sich wie Beschriftungen und können als Objekte abgelegt werden.
- Neue Dateien können hinzugefügt werden, wobei sich die Projektgrenzen automatisch an die neuen Koordinatenbereiche anpassen. Aktualisierung der Fremddaten über gesonderten Menüpunkt.
Bei der Klassifizierung stehen verschiedene Werkzeuge
zur Verfügung. Über frei definierbare Attribute
sucht POLYGIS die Fremddatenobjekte zusammen.
Diese können dann zu einem POLYGIS-Projekt
oder zu einer POLYGIS-Ebene werden.
Zusätzlich erlaubt POLYGIS per Definition, die Attributwerte der Fremddatenbestände als POLYGIS-
Textobjekte abzubilden. Für die Fremdattribute steht somit ein effektives Werkzeug zur Verfügung, mit dem sich zum Beispiel die vom Maßstab abhängige
Präsentation des Textobjektes steuern lässt.
Die zweite Gruppe von Fremddaten sind diejenigen,
die in Standarddatenbanken untergebracht sind. Es handelt sich hierbei vor allem um PostgreSQL
(PostGIS) und Oracle Spatial. Bei dieser Fremddatengruppe ist die Einbindung und Nutzbarmachung
in POLYGIS sogar noch komfortabler. Die Daten können mit direktem Zugriff „on the fly“ gelesen und in den meisten Fällen auch zurück geschrieben werden – das wird mit einem Update zu 9.7 realisiert sein. Die Attributierung erfolgt in ähnlicher Weise wie bei den Offline-Beständen. All dies gilt prinzipiell auch für die oben erwähnten Datendateien, wenn auch mit den Einschränkungen,
die sich hier per Definition ergeben.
Die Möglichkeit, mit den neuen Funktionen von POLYGIS 9.7 proprietäre Fremddatenbestände ohne großen Aufwand zu integrieren, bringt nicht nur einen Gewinn an Zeit und Komfort, sondern bedeutet zugleich einen großen Schritt in Richtung Wirtschaftlichkeit beim Anwender.
Weitere Neuheiten, durch die sich POLYGIS 9.7 auszeichnet, werden in der nächsten Ausgabe der vis à gis vorgestellt.
POLYMAP: Die Web-Lösung von IAC
Geodaten für größere Nutzerkreise
POLYMAP, die Software-Basis für Web-Lösungen der IAC mbH, ermöglicht Zugriffe auf alle Daten und Funktionen eines POLYGIS-Internet-Servers und vieler anderer Geoinformationen über einen normalen Web-Browser – ohne weitere Voraussetzungen
auf Nutzerseite. Dadurch kann ein viel größerer Nutzerkreis erreicht werden. Oft könnten
die Nutzer Geoinformationen sehr gut in ihrer täglichen Arbeit verwenden – aber es mangelt an speziellen GIS-Kenntnissen. Genau für dieses Szenario
wurde POLYMAP entwickelt.
Grundkonzepte
POLYMAP ist ein ämter- und abteilungsübergreifendes
Auskunftssystem, mit modernen JAVA-Technologien realisiert und deshalb auf Windows- und Linux-Servern installierbar. Die Software setzt sich aus Modulen (Plugins) zusammen. Wenn möglich, werden offene Standards und vorhandene Software-Pakete verwendet. Das macht POLYMAP robust und zukunftssicher. Folgende Erkenntnisse aus bereits realisierten Web-Projekten bildeten die Grundlage bei der Konzeption von POLYMAP:
Projekte und Nutzeranforderungen sind individuell
und dynamisch die meisten Nutzer haben keine speziellen GIS-Kenntnisse und benötigen sie für ihre eigentliche Arbeit auch nicht Integration mit anderen Systemen jedweder Art ist das „A und O“
Bei der Realisierung aller Teilsysteme standen diese
Erkenntnisse und die sich daraus ergebenden Anforderungen im Mittelpunkt.
Funktionen
POLYMAP benötigt außer dem JAVA-Grundsystem
keine weiteren externen Software-Pakete. Es ist deshalb einfach zu installieren. Die benötigten Funktionen können individuell aus der Liste der vorhandenen Plugins zusammengestellt werden.
Die Standardversion enthält unter anderem folgende Funktionen
- Zugriff auf einen/mehrere POLYGIS-Server
- Anzeige von POLYGIS-Fachschalendaten (Detail-Maske)
- Hilfesystem (vom Nutzer direkt erweiterbar!)
- Zugriff auf SQL-, Access- und Excel-Daten
- Alle Konfigurationen können individuell für Nutzer und Gruppen erfolgen
- Frei konfigurierbarer, individueller Sichtenbaum
- Konfigurierbares Erscheinungsbild Zeichenfunktionen für temporäre Objekte
- Messen
- Flexible Geo-Referenzen zwischen allen Datenquellen(„Pufferung“)
- Integration mit anderen Web-Anwendungen lauffähig unter den so genannten Standardbrowsern
- von Microsoft und AOL/Netscape
Weitere Plugins stehen zur Verfügung
- Suche, Anzeige und Referenzierung von Archikart-Daten
- GPS-Navigation
- Zugriff auf OGC/WMS-Server
Genauere Informationen findet man im POLYMAP-Wissenspeicher unter: http://212.78.108.110/iac-wiki/Wiki.jsp?page=PolyMap.
Der Sichtenbaum
Neben vielen anderen interessanten Teilsystemen bildet der Sichtenbaum das zentrale Element für Bedienung und Administration. Anders als bei vergleichbaren Produkten bietet er die Möglichkeit alle Datenquellen, deren Funktionen und Daten in einem Baum frei anzuordnen, um so jedem Nutzer eine für seine Aufgaben und Denkweisen angepassten, einfachen und schnellen Zugang zu den relevanten Daten zu ermöglichen. Eine Sicht kann zum Beispiel eine Arbeitssitzung in einem POLYGIS-Server laden. Oder mehrere. Oder die Archikart-Suchmaske aktivieren. Oder beides. Plus einem WMS-Layer, etc. Die Sicht kann wie die Arbeitssitzung benannt werden. Oder einen vollkommen
anderen Namen bekommen, der dem jeweiligen Nutzer bei seiner Arbeit vertrauter ist. Das System ist vollkommen flexibel und erweiterbar
und dadurch ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung der oben beschriebenen Konzepte in konkret nutzbare Software.
Ausblicke
Wichtig ist die weitere Verbesserung der Anbindung
von Fachdaten in SQL, Access oder Excel. Ziel ist, Datenquellen ohne Programmieraufwand vollständig
mit individuellen Suchen und Geo-Referenzierung
in POLYMAP einbinden zu können.Für derart komplexe Funktionen muss die Konfiguration
von POLYMAP Möglichkeiten bieten und ist daher manchmal ebenfalls etwas komplex. Zwar gilt immer das gleiche Schema mit denselben einfachen
Regeln und es steht eine umfangreiche Dokumentation
mit Beispielen zur Verfügung; trotzdem wird die Unterstützung durch entsprechende Werkzeuge,
direkt innerhalb der POLYMAP-Oberfläche, Anpassungen noch schneller und sicherer ermöglichen.
|