|
POLYGIS beim Landkreis Freiberg
„Wir haben 1000 Ideen, die wir noch umsetzen wollen.”

Uwe Weigel, GIS-Koordinator des Landratsamtes Freiberg: "Mit POLYGIS haben wir eine gute Wahl getroffen"
|
„Wir hatten uns ja eigentlich schon für eine andere GIS-Lösung entschieden“, schmunzelt Uwe Weigel, GIS-Koordinator des Landkreises Freiberg in Sachsen,
wenn er an den Beginn der GIS-Einführung 2003 im Landratsamt zurück denkt. Tatsächlich hat sich der Landkreis dann aber für POLYGIS entschieden, da sich bei der weiteren Auseinandersetzung
mit dem Thema GIS herausstellte, dass POLYGIS ein flexibles und leistungsfähiges GIS zu wirtschaftlichen Konditionen ist.
GIS ist etwas Dynamisches
Dynamisch geht es in Freiberg, der alten Bergstadt im Herzen Sachsens, zu. Freiberg, das ist nicht nur der Sitz der bekannten Bergakademie und der Freiberger
Bierbrauerei, sondern die 43.000 Einwohner zählende Stadt ist auch ein Zentrum der Mikroelektronikindustrie sowie Amtssitz des Landkreises,
dessen Verwaltung nun seit Dezember 2005 mit einem vernetzten GIS arbeitet.
Im Zentrum steht dabei die POLYGIS-Internetlösung
POLYMAP der Leipziger IAC mbH, mit der die Behörde sämtliche Geodaten in einem ämter-
übergreifenden Auskunftssystem für alle relevanten Fachbereiche zur Verfügung stellt. Das System mit dem Namen „FGeo“ visualisiert auf Grundlage der amtlichen Geodaten (ALK, Luftbilder) spezifische Fachinhalte wie Bodenbelastungsdaten, Tierhalterstandorte,
InVeKoS-Flächen oder Windenergieanlagen.
Die Fachdaten, sofern nicht vorhanden, werden mit POLYGIS
erfasst und über POLYMAP im Intranet browsergestützt auf Karten dargestellt. Ausgestattet
mit einer Reihe einfacher
Werkzeuge kann so jeder angeschlossene
Arbeitsplatz nicht nur die vollständigen
Geoinformationen
einsehen, sondern auch einfache
Berechnungen,
Vergleiche, Analysen und Sachdatenabfragen
eigenständig
durchführen, ohne dass der jeweilige Bearbeiter
gleich ein GIS-Experte sein muss. Neben dem leistungsfähigen
Intranetserver setzt das Landratsamt zwei Voll- und drei Light-Lizenzen von POLYGIS im Concurrent-Betrieb ein. Weiterhin wurden die POLYGIS-Fachschalen KSIB und VZKAT jeweils mit einer Voll- und einer Viewer-Lizenz erworben. Zum Jahresende soll noch die neue ALB-Fachschale
folgen.
„Wir stehen sicher noch am Anfang, denn GIS ist etwas Dynamisches und schon jetzt sind uns tausend
Dinge eingefallen, die wir künftig gern in FGeo umsetzen wollen“, zeigt sich Projektleiter Weigel von der Perspektive der Lösung überzeugt. Dass das GIS-Projekt bereits weite Akzeptanz erreicht hat, ist auf die reibungslose Zusammenarbeit der eigens gegründeten GIS-Projektgruppe, der neben Uwe Weigel auch GIS-Administratorin Kerstin König und EDV-Sachgebietsleiter Heiko Eichinger angehören, zurück zu führen. Zudem wurden ausgewählte
Mitarbeiter einzelner Fachämter in einer GIS-Hauptnutzergruppe zusammengefasst. Prinzipiell
handelt es sich dabei um Verwaltungsrechtler, Ingenieure oder Beamte mit speziellen Fachaufgaben
in ihrem Bereich, die mit einem geringen Teil ihrer Arbeitszeit Geodaten erfassen, editieren und verwalten. Gemeinsam treffen sich Projekt- und Hauptnutzergruppe vierteljährlich und treiben den weiteren Ausbau der nutzerorientierten Lösung schrittweise voran.
Kritisch die beste Lösung suchen
Der Weg bis zur eigentlichen GIS-Einführung war jedoch recht lang. Den Anstoß gab Landrat Volker Uhlig persönlich. „Die raumbezogenen Prozesse innerhalb der Landkreisverwaltung sollten mittels GIS effizienter und mit höherer Qualität abgewickelt
werden können.“ Im Juni 2003 stand das Thema
GIS dann auf der Tagesordnung einer Beratungdes Landrates. „Ich sollte einen Vortrag zum GIS-Sachstand in unserem Hause halten. Unsere damals relevanten GIS-Anwendungen hingen in der Regel als „Grafik-Schnipsel“ an einem jeweiligen Fachinformationssystem,
beispielsweise für Flurstücksauskünfte oder Tierhalterdaten. GIS hatte für uns noch keine strategische Bedeutung“, erinnert sich Weigel. Das änderte sich schnell, denn nur wenig später erging der Projektauftrag, eine komplexe GIS-Lösung zu planen und zu implementieren - mit dem Ziel, allen maßgeblichen Fachbereichen Geo-Informationen zur Verfügung zu stellen. „Wir waren eine Gruppe von Lernenden und haben erst einmal geschaut, wie die anderen Landkreise um uns herum das Thema GIS handhaben. Natürlich fehlte uns seinerzeit das Wissen, worauf es beim Thema GIS wirklich ankommt und so konnten wir noch nicht einschätzen, was für uns die passende Lösung sein würde. „Zu guter Letzt haben wir uns dann entschlossen, das Projekt auszuschreiben – ein richtiger Schritt, denn nur so waren wir in der Lage, verschiedene Angebote direkt miteinander zu vergleichen“, berichtet Weigel.

„FGeo” macht den Beteiligten schnell und einfach
die amtlichen Luftbilder zugänglich,
die sie für ihre jeweiligen Anwendungen
benötigen
|
Die Anforderungen, die das Landratsamt dabei an die Anbieter stellte, waren durchaus komplex: Sämtliche Fachapplikationen, die von den Landesbehörden
zur Verfügung gestellt wurden, sollten in das System problemlos integrierbar sein. Zudem wollte man in Freiberg mittels einer Internet-Auskunftslösung die Vernetzung und übergreifende
Darstellung der Geodaten an allen relevanten Arbeitsplätzen gewährleisten. POLYGIS hatte keine Probleme, die Anforderungen in der Ausschreibung zu erfüllen. Seine vollständige Multi-User-Fähigkeit und vor allem die perfekte Datenkonsistenz waren für Freiberg wertvolle Entscheidungskriterien. In vielen Gesprächen diskutierten die Freiberger nach der Vergabe gemeinsam mit IAC die optimale Umsetzung des Projektes. Daraus hat sich bis heute ein beiderseits gutes Geschäftsverhältnis entwickelt.
Der Landkreis will im GIS die Daten so anbieten und abbilden können wie im Blattschnitt, schon allein um den rechtlichen Anforderungen im Verwaltungshandeln
zu genügen. Im POLYGIS-Format
PMF sind alle notwendigen Geometrie- und Attributierungsinformationen enthalten. Damit ist gewährleistet, dass alle die gleichen Geodaten sehen und selbstverständlich auch alle Sachdaten an den Objekten hängen. Dieser Aspekt könnte für die Zukunft ein interessanter Vorteil beim Datenaustausch
mit anderen im Freiberger Raum ansässigen POLYGIS-Nutzern sein – vis à gis berichtete in seiner Ausgabe 1/2005.
Doch im Landkreis Freiberg hat man noch weitere Pläne. „Natürlich wollen wir unsere Daten künftig auch den kreisangehörigen Kommunen über die webbasierte Oberfläche verfügbar machen. Dazu fehlt uns jedoch im Moment noch ein vernünftiges Betriebsmodell, an dem wir zurzeit arbeiten. Wenn die Kommunen wollen, können sie gern unsere
Daten für ihre Aufgaben nutzen. Unabhängig davon glaube ich aber, dass die Kommunen für ihre eigenen Prozesse selbst in GIS investieren müssen. Dabei unterstützen wir sie gern. Aber die Kommunen
sollen letztlich genau überlegen, was sie mit GIS machen wollen und sich dann ganz bewusst für ein System ihrer Wahl entscheiden – so wie wir“, schildert Weigel.
Damit hat sich das Landratsamt Freiberg in kurzer Zeit zu einem GIS-Multiplikator entwickelt und ist zum geschätzten Gesprächs- und Kooperationspartner
geworden. Abschließend resümiert Weigel, „Wir haben in punkto
GIS eine gute Wahl getroffen.“
|