03/2007
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
powered by LANDSCAPE GmbH
 
Anwenderbericht
POLYGIS-Partner
POLYGIS aktuell
POLYGIS-Anwendung
Kundenforum
Editorial
kurz belichtet
Lehrgänge und Termine
IAC-Homepage
POLYGIS im schwäbischen Mering
Ein eigenes GIS lohnt sich

Die Verwaltung in Mering ist fortschrittlich eingestellt – auch und gerade in Sachen GIS, denn schon seit 1998 ist dort POLYGIS im Einsatz.

Kinder- und familienfreundlich ist man im schwäbischen Mering, einer 13.000 Einwohner zählenden Gemeinde auf halber Strecke zwischen Augsburg und München gelegen. Mering wächst und ist damit ein Beweis dafür, dass hohe Lebensqualität, gepaart mit einer modernen Verwaltung, ein wichtiger Wachstumsfaktor sein kann. Die Verwaltung in Mering ist fortschrittlich eingestellt – auch und gerade in Sachen GIS, denn schon seit 1998 ist dort POLYGIS im Einsatz. Die Gründe, die für die Einführung eines eigenen GIS in einer kleineren Kommune sprechen, erläuterten Stefan Nerlich, Verwaltungsleiter, Richard Sedlmeir, GIS-Administrator und Agnes Brandt, GIS-Bearbeiterin, der vis à gis-Redaktion im Gespräch.

Seit 1998 POLYGIS in Mering
Zweifellos ist die Region zwischen Augsburg und München, in der Schwaben und Oberbayern am Lech aneinanderstoßen, eine der schönsten Landstriche Deutschlands. Doch wer glaubt, dort in der ländlichen Idylle gehe es beschaulich und eher ruhig zu, der irrt sich zumindest beim Thema GIS ganz gewaltig. „Wir sind stolz auf unsere Unabhängigkeit“, eröffnet Richard Sedlmeir, EDV-Leiter und GIS-Administrator Gemeinde Mering, das Gespräch. Die Gemeinde hat sich mit den beiden Orten Schmiechen und Steindorf vor knapp 30 Jahren zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammengeschlossen und nutzt seither die Synergien, die eine gemeinsame Verwaltung bietet.

So auch im GIS-Betrieb. Schon seit 1998 ist POLYGIS in Mering ein fester Bestandteil. „Natürlich haben wir am Anfang zunächst langsam und vorsichtig die ersten Schritte mit POLYGIS unternommen, indem wir das System als Plattform für Flurstücksauskünfte genutzt haben“, erinnert sich Sedlmeir, „doch schnell wurde uns klar, dass wir hier ein Werkzeug haben, mit dem weitaus mehr möglich ist.“ Welche Möglichkeiten POLYGIS über diese ersten Anwendungen hinaus bietet, zeigte sich schnell. Denn Anfang 2000 begann man sich im Meringer Rathaus mit dem Aufbau eines Systems zur Verwaltung und Planung des gemeindeeigenen Wasser- und Abwasserkanalnetzes zu beschäftigen.


Agnes Brandt ist die POLYGISBearbeiterin in Mering „Am meisten schätze ich an POLYGIS die einfache Bedienbarkeit. Eine Schulung hat ausgereicht, um mich in dem System zurechtzufinden. Und wenn ich mal eine Frage habe, dann hilft mir die Service-Hotline bei IAC immer schnell und kompetent weiter.“
„Unser Bürgermeister, Hans-Dieter Kandler, wollte alle Daten unbedingt im eigenen Hause haben, so dass wir uns dazu entschlossen, POLYGIS bei uns zu erweitern“, gibt dann auch Stefan Nerlich, Leiter der Verwaltungsgeschäftsstelle, zu Protokoll. Die Folge war die Anschaffung der Fachanwendungen Wasser und Abwasser aus der POLYGIS-Familie.

„POLYGIS besticht durch die einfache Bedienbarkeit, und vor allem war für uns wichtig, dass das System von Anfang an auf dem einfachen PC funktionierte. Wir wollten nicht auch noch in teure Hardware zusätzlich investieren müssen“, begründet der Verwaltungsleiter die damalige Entscheidung – eine Entscheidung, die sich gelohnt hat.

Dienstleistung oder Eigenregie?
„Für kleine Kommunen ist es immer eine Frage, ob man selbst ein System aufbaut, oder sich von einem Dienstleister bedienen lässt“, stellt EDV-Leiter Sedlmeir fest, und die beiden Experten Sedlmeir und Nerlich sind sich in ihrer Antwort auf diese Frage völlig einig. „Gerade eine kleinere Kommune sollte den Schritt zum eigenen GIS gehen, weil die Flexibilität und Unabhängigkeit sowie der Nutzen, den man mit einem eigenen GIS gewinnt, wiegen die Investition bei Weitem auf.“ Diese überzeugte GISHaltung ist nicht aufgesetzt, sondern ernst gemeint.

Dies zeigt sich auch darin, dass Mering vor einigen Wochen Gastgeber des POLYGIS-Anwendertreffens Bayern war und ab Oktober als Veranstaltungsort für POLYGIS-Gruppenschulungen in Bayern bereit steht. „Wir geben unsere Erfahrungen gerne weiter und stehen immer zur Verfügung, wenn uns jemand fragt“, zeigt sich Verwaltungsleiter Nerlich offen. „Natürlich wollen auch wir von den Erfahrungen anderer POLYGIS-Anwender profitieren und dies war der Grund, warum unser Bürgermeister selbst die POLYGIS-Nutzer aus Bayern hier zu uns eingeladen hat“, bemerkt der 38jährige Diplom-Verwaltungswirt.

Meringer mit Leib und Seele
Die Meringer wissen, wovon sie sprechen. Denn schließlich hat sich in fast zehn Jahren ein großer Erfahrungsschatz im Umgang mit POLYGIS und den Projekten entwickelt. „Für uns hat sich herausgestellt, dass die Möglichkeit, Daten jederzeit bearbeiten und flexibel nutzen zu können, das entscheidende Argument ist. Wenn man einen Dienstleister damit beauftragt, muss man in der Regel immer Zeitverzögerungen und Umwege in Kauf nehmen. Das wollen wir nicht, und unsere Mitarbeiter, etwa die Wasser- und Abwassermeister, wissen diese flexible und schnelle Datenverfügbarkeit sehr zu schätzen“, berichtet Richard Sedlmeir aus der Praxis. Der 46jährige Verwaltungsfachwirt ist Meringer durch und durch. Geboren in Mering, wohnhaft in Mering und seit über 30 Jahren in der Gemeinde tätig. Ihm nimmt man es ab, wenn er über die Erfahrungen berichtet, denn schließlich liegt ihm das Wohl seiner Heimatgemeinde besonders am Herzen.


Erfolgreiches Team: Richard Sedlmeier, Agnes Brandt und Stefan Nerlich (v.l.n.r.)
Auf dem Weg zum ämterübergreifenden GIS
„Wir erkennen doch alle mehr und mehr, dass am Flurstück nahezu alle Informationen hängen, die in einer Kommune eine Rolle spielen“, so Sedlmeir weiter, „und deshalb wollen wir in Zukunft POLYGIS zu einem ämterübergreifenden Informationssystem ausbauen.“ Und in der Tat haben die Meringer bereits mit dem nächsten Schritt begonnen. Im April 2006 wurde eine Befliegung der Gemeinde in Auftrag geben, bei der Luftbilder mit zehn Zentimeter Auflösung entstanden sind. Aus diesen Aufnahmen wurden bereits verschiedenste Informationen herausdigitalisiert, um diese künftig in unterschiedlichen Spezialkatastern zu nutzen – selbstverständlich mit POLYGIS. So erfasste man die Standorte der Straßenbeleuchtung ebenso wie den Baumbestand und die straßenbegleitenden Grünflächen.

Obwohl das Stromnetz sich nicht im Eigentum der Gemeinde befindet, hilft ein Straßenbeleuchtungskataster ungemein, die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten effizient durchführen zu können. „Und das Schönste daran ist, POLYGIS bietet bereits im Kern so viele Funktionalitäten, dass man noch nicht einmal eine zusätzliche Fachapplikation benötigt, um die Straßenlaternen damit verwalten zu können“, freut sich Sedlmeir.

Doch in Mering wird noch weiter gedacht. „Das neue kommunale Finanzmanagement NKF ist, obwohl ja in Bayern noch nicht verpflichtend, für uns durchaus ein Thema“, berichtet Verwaltungsleiter Nerlich aus seinen Überlegungen. „Wir wollen uns zum Beispiel demnächst mit unseren gemeindeeigenen Straßen beschäftigen, denn Straßen sind mit das Teuerste, was eine Kommune im Bestand hat“, so Nerlich. Dazu hat Mering auch schon die Fachanwendung POLYGIS- KSIB (Kommunale Straßen Informationsdaten-Bank) angeschafft und aus den Luftbildern die Bordsteinkanten herausdigitalisiert.

„Es geht immer weiter, und ständig fallen uns neue Themen ein, die wir mit POLYGIS anpacken können“, so EDV-Leiter Sedlmeir. „Doch Achtung, eins nach dem anderen. Wir wollen uns natürlich auch nicht verzetteln“, stellt Verwaltungsleiter Nerlich klar. Man kann sich allerdings sicher sein, diese Gefahr besteht in Mering nicht.