03/2007
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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Stadt Radebeul: Doppik am Beispiel KSIB - Teil 1
Auf dem Weg zum modernen Dienstleister

Die Realisierung der alltäglichen Aufgaben in der Stadtverwaltung Radebeul setzt die Erfassung, Verwaltung und Auswertung von verschiedensten Informationen voraus. Aufgrund der hohen Komplexität der Daten und des großen Datenvolumens ist der Einsatz von Rechentechnik für die Informationsverarbeitung zwingend erforderlich. Ziel ist es dabei in erster Linie, anfallende Daten digital zu erfassen, weiter zu verarbeiten und komplexe Auswertealgorithmen zu realisieren. So sollen neben allgemeiner Datensicherheit und -verfügbarkeit insbesondere auch Planungs- und Rechtssicherheit sowie eine hohe Genauigkeit und Reproduzierbarkeit in den verwaltungstechnischen Abläufen erreicht werden. Ein Geografisches Informationssystem (GIS) kann hierbei ein wichtiges Instrument zur Verwaltung der Informationen sein, da es neben sachlichen Aspekten (Sachdaten) gleichzeitig einen grafischen Bezug (Grafikdaten) besitzt. Durch den Einsatz von GIS können Verwaltungsvorgänge heute deutlich schneller, transparenter und somit bürgerfreundlicher gestaltet werden.

Nach einer Analyse der Sächsischen Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung (SAKD) haben mindestens 80 Prozent aller in der Verwaltung anfallenden Daten einen Raumbezug. Eine solide Datenbasis ist beim Verwaltungshandeln gegenüber dem Bürger, d. h. im Rahmen der Bewältigung von Gemeindeaufgaben nach § 2 Sächsische Gemeindeordnung (SächsGemO), von großer Bedeutung. Zudem erwarten EU- und Landesbehörden im Rahmen von Förderprogrammen wie dem Stadtumbau Ost eine qualitativ hochwertige Basis an stadtentwicklungsrelevanten Daten sowie deren Fortschreibung (Monitoring). Denn nur so können wichtige Entwicklungen abgelesen und die entsprechenden kommunalen Handlungserfordernisse abgeleitet werden. Ohne diese Datenbasis gibt es keine Zuwendungen mehr. GI-Systeme können im Rahmen der Stadtplanung und Stadtentwicklung, beispielsweise als Analyse- und Prognosewerkzeuge, wichtige Instrumente darstellen.

Monitoring – kommunale Pflichtaufgabe
Die Fortschreibung von kommunalen Daten, das Monitoring, ist gesetzlich festgelegt. Diese Vorgabe ergibt sich u. a. aus den kommunalen Aufgaben im Rahmen der Daseinsvorsorge (Grundgesetz, SächsGemO), dem Baugesetzbuch (Stadtplanung und Stadtentwicklung), den entsprechenden Verwaltungsvorschriften sowie Fördermittelrichtlinien von EU- und Landesbehörden. Hierzu gibt es verpflichtende Indikatoren, beispielsweise zur Altersstruktur, welche die städtebaulichen Entwicklungen beschreiben können.

GIS: erste Schritte in Radebeul
Der Aufbau eines eigenen GIS begann 2003 mit der Befliegung des Stadtgebietes Radebeul (2.599 ha) und der digitalen Aufbereitung der Daten. Nach umfangreichen Recherchen entschied sich die Stadtverwaltung Radebeul für die Softwareprodukte POLYGIS sowie – für den liegenschaftstechnischen Teil – ARCHIKART. Wichtiges Entscheidungskriterium war u. a. die enge Zusammenarbeit beider Firmen bei der Kopplung von Grafik- und Sachdaten sowie deren territoriale Nähe. Im Vorfeld wurden umfangreiche Recherchen angestellt. Beide Produkte werden seit vielen Jahren in anderen Stadtverwaltungen erfolgreich eingesetzt. Die Luftbilder wurden mit photogrammetrischen Methoden ausgewertet. Als Ergebnis stand eine digitale Karte des Stadtgebietes (Topographie) im Maßstab 1:1.000 bzw. 1:500 zur Verfügung.

Die so entstandene digitale Stadtgrundkarte kann nun Basis für eine Vielzahl verschiedenster Anwendungen innerhalb der Stadtverwaltung sein, wie Liegenschaftsverwaltung, Erhebung kommunaler Abgaben, Bauleitplanung, Denkmal-, Baum- und Straßenkataster oder Bevölkerungsstatistik. Neben der Betreuung durch die beteiligten Firmen hat auch die intensive Unterstützung im Rathaus selbst – sowohl seitens der Mitarbeiter als auch der Leitung des Hauses – maßgeblich dazu beigetragen, das GIS in den letzten zwei Jahren erfolgreich einzuführen und zu entwickeln. Allerdings war hierzu in den prädestinierten Haupteinsatzbereichen ein Umdenken erforderlich, Aufgaben und Verantwortlichkeiten wurden neu geordnet. In Radebeul arbeiten Oberbürgermeister und Bürgermeister selbst mit dem GIS und nutzen dies intensiv. Eine solche Vorbildwirkung kann neben den sachlichen Aufgaben ein erheblicher „Motor“ bei der Akzeptanz und Nutzung von GIS-Anwendungen im Hause sein.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der laufenden Arbeiten ist das Thema Doppik. Diese lässt sich ohne intensive GIS-Nutzung nicht realisieren. Das beginnt bereits bei den Grundlagen. Nebenstehende Übersicht vermittelt einen ersten Eindruck.

Fortsetzung:
Lesen Sie Teil 2 in der vis à gis 04/07.

POLYGIS-Neukunden

Bayern:
Gemeinde Kulmain

Brandenburg:
Gemeinde Karstädt

Hessen:
Abwasserverband Oberes Usatal

Mecklenburg-Vorpommern:
Amt Banzkow
Amt Usedom-Nord

Nordrhein-Westfalen:
IB Geotechnik Kempen Wasserbeschaffungsverband Thomasberg

Rheinland-Pfalz:
Gemeinde Haßloch
Gemeinde Neuhofen
Stadt Worms
Stadtentwässerung Ludwigshafen

Sachsen:
Gemeinde Claußnitz

Sachsen-Anhalt:
Abwasserzweckverband Südharz, Sangerhausen
Götzer Wasserversorgungs- u. Abwasserbehandlungs GmbH
Stadtwerke Quedlinburg
Trinkwasserzweckverband Südharz, Sangerhausen