Kaiserslautern baute die umfangreichste POLYGIS-Anwendung auf
Nichts mehr ohne POLYGIS

Kaiserslautern in der
POLYGIS-Webauskunft
|
Kaiserslautern lebt von
seinen Gegensätzen:
Für eine Großstadt ist
die pfälzische Kommune
eher beschaulich. Für
eine internationale Stadt
mit vierzigtausend USamerikanischen
Einwohnern
– immerhin 30 Prozent
der Bevölkerung – ist sie sehr ursprünglich
geblieben. Und für eine historische Stadt ist sie
erstaunlich modern: Mit dem PRE-Technologie-
Park, dem Fraunhofer-Institut und dem Deutsche
Forschungszentrum für künstliche Intelligenz
profiliert sich Kaiserlautern erfolgreich als Wissenschaftsstandort.
Seit 2005 ist in K-Town, wie die amerikanischen
Einwohner ihre Stadt nennen, die größte POLYGIS-
Installation in Deutschland durchgeführt worden:
Ein Ämter und Institutionen übergreifendes
System mit über 540 Arbeitsplätzen und einem
Bearbeitungsgebiet von 780 km2, das in vieler Hinsicht
beispielhaft ist.
Bereits seit 16 Jahren ist geografische Informationsverabeitung
mit GIS ein wichtiges Instrument
bei Management und Organisation der vielfältigen
öffentlichen Aufgaben in Kaiserslautern. Der
Referatsleiter für Stadtentwicklung, Hans-Peter
Frohberger, schildert die Entwicklung: „Seit 1992
arbeiten wir mit Geoinformationssystemen. Um
die Nutzung der Geodaten im höchsten Maße automatisieren
zu können, haben wir bei der Stadt und
dem Kreis Kaiserlautern die gemeinsame Stabstelle
Grafische Datenverarbeitung eingerichtet. Bis etwa
zum Jahre 1996 wurden die Pläne und Kartengrundlagen
individuell in Papierform abgegeben.
In den letzten Jahren haben wir das für alle unterstützten
Ämter automatisiert.“
Damit wurde 2004 die Ausschreibung für ein neues
GIS vorbereitet, denn die Datenbasis sollte für
möglichst viele Anwender und Aufgaben in unterschiedlichen
Fachabteilungen nutzbar gemacht
werden. Gesucht wurde daher eine Lösung mit
einem möglichst breiten Spektrum ausgereifter
Fachanwendungen, die gleichzeitig die notwendige
bereichsübergreifende Kommunikation aktiv
unterstützen sollte. Den Zuschlag hierfür erhielt
2005 die SWBB und löste mit POLYGIS die Vorgängersysteme
SICAD und Gausz ab.
Frohberger: „Wir haben die Anwender bei der
Entscheidung von Beginn an sehr intensiv in den
Auswahlprozess für das neu GIS einbezogen. Nach
einhelliger Meinung sprachen alle wirtschaftlichen
und fachlichen Argumente eindeutig für POLYGIS.
Man hat die Entscheidung bis heute nicht bereut:
"Trotz der Vielfalt unserer Anforderungen sind
wir bislang noch nicht an die Grenzen des Systems
gekommen", erläutert Frohberger.
Eine zentrale Bedeutung bei der täglichen Nutzung
und dem Ausbau von POLYGIS hat in Kaiserslautern
nach wie vor die Stabsstelle, die auf der Basis
einer Verwaltungsvereinbarung zwischen der Stadt,
dem Kreis und den öffentlichen Betrieben bereits
in den frühen Tagen der GIS-Nutzung eingerichtet
worden ist: Sie ist verantwortlich für den Betrieb des
gesamten Systems, gibt den ständig zunehmenden
Nutzern in den Ämtern und Betrieben – zurzeit
sind es 545 – Hilfestellung bei der Installation und
Nutzung der Fachanwendungen und koordiniert
die Weiterentwicklung der Lösung.
Uwe Schmeer, Leiter der Stabstelle, hebt die Gründe
hervor, die zum schnellen Wachstum des Systems
geführt haben: „Zu nennen sind hier vor allem die
zentral erreichbaren Datenbestände, das einfach zu handhabende WebGIS von POLYGIS und die angebotene
Anwendungsvielfalt. Die Daten erscheinen
dem Anwender wie eine Datenbank. Darüberhinaus
haben wir eine Koordinierungsgruppe eingerichtet,
in der alle Anforderungen unmittelbar auf
den Tisch kommen, was die Anwender schätzen.
Auch die Unmittelbarkeit und die Präsenz in der
Betreuung durch den Lieferanten möchte ich da
hervorheben.“
Vom Referat Organisationsmanagement über
das Referat Recht und Ordnung bis hin zu allen
technischen Referaten, erledigen derzeit rund 18
Referate ihre vielfältigen Dokumentations- und
Planungsaufgaben mit POLYGIS. Auch die angeschlossenen
Eigenbetriebe und Behörden können
auf die Datengrundlage zurückgreifen: der kommunale
Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb
der Stadt sowie die Feuerwehr. Eine Anwendung,
die die Polizei bei ihrer Einsatzdokumentation
und -planung unterstützt, befindet sich derzeit in
Vorbereitung.
Die Benennung aller im Einsatz befindlichen Verfahren
und aller verwendeten Kartengrundlagen
würde den Raum dieser Darstellung sprengen. Im
Kreis werden über 40, in der Stadt 70
Kartenwerke eingesetzt. Die Kreisverwaltung
nutzt das System in 13 Abteilung, in
der Stadtverwaltung sind es nahezu alle
Abteilungen und Referate, die täglich auf
das System zugreifen. Neben den grundlegenden
Standardverfahren wie ALK,
ALB und Topographie sind alle technischen
Fachämter mit entsprechenden
Lösungen ausgestattet. Dabei werden
auch spezifische Fachanwendungen, wie
etwa POLYGIS Strom, die sonst nur bei
Versorgungsunternehmen zu finden sind,
in Kaiserslautern für kommunale Belange
- beispielsweise das Management der
öffentlichen Beleuchtung - genutzt. Selbst
Verfahren, die üblicher Weise von einem
GIS nicht abgebildet werden, unterstützt
POLYGIS. Hierzu gehören zum Beispiel
Aufgaben rund um den Verkehr, wie etwa
die Parkraumbewirtschaftung einschließlich
der Verwaltung von Parkscheinautomaten,
die Straßenklassifizierung oder
das technische Management der Straßenerhaltung
mit POLYGIS-KSIB. Die
Aufgaben für Ordung, Soziales, Kultur,
Schulen, öffentliche Sicherheit, Denkmäler
werden ebenso unterstützt.
Dabei steht das System für die Anwender
in allen Skalierungen zur Verfügung.
Über 90 professionelle Arbeitsplätze in
Vollausstattung und etwa 500 Clientarbeitsplätze
unterstützen die Verwaltung,
wobei dieselbe Anwendung im Client-
Server-Modus genutzt werden kann sowie
als reiner Web-Arbeitsplatz.
Diese intensive Verankerung von POLYGIS
in der Stadt- und Kreisverwaltung
ist einzigartig und zeigt die zentrale
Bedeutung der Geodaten für die tagtäglichen
Aufgaben in der Verwaltung.
Uwe Schmeer: „Nach der Einführung des
Systems für die breite Nutzung durch alle
Anwender können wir nach nunmehr
drei Jahren sagen: das System ist aus dem
täglichen Leben der Verwaltung und der
Anwender nicht mehr wegzudenken. In gewisser
Weise sind wir abhängig davon, speziell vor dem
Hintergrund, dass unsere Verwaltungsaufgaben
sehr viel umfangreicher und komplexer geworden
sind. Ohne POLYGIS könnten wir die uns heute
gestellten Aufgaben nicht mehr lösen.“

Referatsleiter Frohberger (links hinten) mit den
Mitarbeitern der Stabsstelle Sabine Leis-Bausch
und David Müller
|
|