03/2008
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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Kaiserslautern baute die umfangreichste POLYGIS-Anwendung auf
Nichts mehr ohne POLYGIS

Kaiserslautern in der POLYGIS-Webauskunft

Kaiserslautern lebt von seinen Gegensätzen: Für eine Großstadt ist die pfälzische Kommune eher beschaulich. Für eine internationale Stadt mit vierzigtausend USamerikanischen Einwohnern – immerhin 30 Prozent der Bevölkerung – ist sie sehr ursprünglich geblieben. Und für eine historische Stadt ist sie erstaunlich modern: Mit dem PRE-Technologie- Park, dem Fraunhofer-Institut und dem Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz profiliert sich Kaiserlautern erfolgreich als Wissenschaftsstandort.

Seit 2005 ist in K-Town, wie die amerikanischen Einwohner ihre Stadt nennen, die größte POLYGIS- Installation in Deutschland durchgeführt worden: Ein Ämter und Institutionen übergreifendes System mit über 540 Arbeitsplätzen und einem Bearbeitungsgebiet von 780 km2, das in vieler Hinsicht beispielhaft ist.

Bereits seit 16 Jahren ist geografische Informationsverabeitung mit GIS ein wichtiges Instrument bei Management und Organisation der vielfältigen öffentlichen Aufgaben in Kaiserslautern. Der Referatsleiter für Stadtentwicklung, Hans-Peter Frohberger, schildert die Entwicklung: „Seit 1992 arbeiten wir mit Geoinformationssystemen. Um die Nutzung der Geodaten im höchsten Maße automatisieren zu können, haben wir bei der Stadt und dem Kreis Kaiserlautern die gemeinsame Stabstelle Grafische Datenverarbeitung eingerichtet. Bis etwa zum Jahre 1996 wurden die Pläne und Kartengrundlagen individuell in Papierform abgegeben. In den letzten Jahren haben wir das für alle unterstützten Ämter automatisiert.“

Damit wurde 2004 die Ausschreibung für ein neues GIS vorbereitet, denn die Datenbasis sollte für möglichst viele Anwender und Aufgaben in unterschiedlichen Fachabteilungen nutzbar gemacht werden. Gesucht wurde daher eine Lösung mit einem möglichst breiten Spektrum ausgereifter Fachanwendungen, die gleichzeitig die notwendige bereichsübergreifende Kommunikation aktiv unterstützen sollte. Den Zuschlag hierfür erhielt 2005 die SWBB und löste mit POLYGIS die Vorgängersysteme SICAD und Gausz ab.

Frohberger: „Wir haben die Anwender bei der Entscheidung von Beginn an sehr intensiv in den Auswahlprozess für das neu GIS einbezogen. Nach einhelliger Meinung sprachen alle wirtschaftlichen und fachlichen Argumente eindeutig für POLYGIS. Man hat die Entscheidung bis heute nicht bereut: "Trotz der Vielfalt unserer Anforderungen sind wir bislang noch nicht an die Grenzen des Systems gekommen", erläutert Frohberger.

Eine zentrale Bedeutung bei der täglichen Nutzung und dem Ausbau von POLYGIS hat in Kaiserslautern nach wie vor die Stabsstelle, die auf der Basis einer Verwaltungsvereinbarung zwischen der Stadt, dem Kreis und den öffentlichen Betrieben bereits in den frühen Tagen der GIS-Nutzung eingerichtet worden ist: Sie ist verantwortlich für den Betrieb des gesamten Systems, gibt den ständig zunehmenden Nutzern in den Ämtern und Betrieben – zurzeit sind es 545 – Hilfestellung bei der Installation und Nutzung der Fachanwendungen und koordiniert die Weiterentwicklung der Lösung.

Uwe Schmeer, Leiter der Stabstelle, hebt die Gründe hervor, die zum schnellen Wachstum des Systems geführt haben: „Zu nennen sind hier vor allem die zentral erreichbaren Datenbestände, das einfach zu handhabende WebGIS von POLYGIS und die angebotene Anwendungsvielfalt. Die Daten erscheinen dem Anwender wie eine Datenbank. Darüberhinaus haben wir eine Koordinierungsgruppe eingerichtet, in der alle Anforderungen unmittelbar auf den Tisch kommen, was die Anwender schätzen. Auch die Unmittelbarkeit und die Präsenz in der Betreuung durch den Lieferanten möchte ich da hervorheben.“

Vom Referat Organisationsmanagement über das Referat Recht und Ordnung bis hin zu allen technischen Referaten, erledigen derzeit rund 18 Referate ihre vielfältigen Dokumentations- und Planungsaufgaben mit POLYGIS. Auch die angeschlossenen Eigenbetriebe und Behörden können auf die Datengrundlage zurückgreifen: der kommunale Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt sowie die Feuerwehr. Eine Anwendung, die die Polizei bei ihrer Einsatzdokumentation und -planung unterstützt, befindet sich derzeit in Vorbereitung.

Die Benennung aller im Einsatz befindlichen Verfahren und aller verwendeten Kartengrundlagen würde den Raum dieser Darstellung sprengen. Im Kreis werden über 40, in der Stadt 70 Kartenwerke eingesetzt. Die Kreisverwaltung nutzt das System in 13 Abteilung, in der Stadtverwaltung sind es nahezu alle Abteilungen und Referate, die täglich auf das System zugreifen. Neben den grundlegenden Standardverfahren wie ALK, ALB und Topographie sind alle technischen Fachämter mit entsprechenden Lösungen ausgestattet. Dabei werden auch spezifische Fachanwendungen, wie etwa POLYGIS Strom, die sonst nur bei Versorgungsunternehmen zu finden sind, in Kaiserslautern für kommunale Belange - beispielsweise das Management der öffentlichen Beleuchtung - genutzt. Selbst Verfahren, die üblicher Weise von einem GIS nicht abgebildet werden, unterstützt POLYGIS. Hierzu gehören zum Beispiel Aufgaben rund um den Verkehr, wie etwa die Parkraumbewirtschaftung einschließlich der Verwaltung von Parkscheinautomaten, die Straßenklassifizierung oder das technische Management der Straßenerhaltung mit POLYGIS-KSIB. Die Aufgaben für Ordung, Soziales, Kultur, Schulen, öffentliche Sicherheit, Denkmäler werden ebenso unterstützt.

Dabei steht das System für die Anwender in allen Skalierungen zur Verfügung. Über 90 professionelle Arbeitsplätze in Vollausstattung und etwa 500 Clientarbeitsplätze unterstützen die Verwaltung, wobei dieselbe Anwendung im Client- Server-Modus genutzt werden kann sowie als reiner Web-Arbeitsplatz.

Diese intensive Verankerung von POLYGIS in der Stadt- und Kreisverwaltung ist einzigartig und zeigt die zentrale Bedeutung der Geodaten für die tagtäglichen Aufgaben in der Verwaltung.

Uwe Schmeer: „Nach der Einführung des Systems für die breite Nutzung durch alle Anwender können wir nach nunmehr drei Jahren sagen: das System ist aus dem täglichen Leben der Verwaltung und der Anwender nicht mehr wegzudenken. In gewisser Weise sind wir abhängig davon, speziell vor dem Hintergrund, dass unsere Verwaltungsaufgaben sehr viel umfangreicher und komplexer geworden sind. Ohne POLYGIS könnten wir die uns heute gestellten Aufgaben nicht mehr lösen.“


Referatsleiter Frohberger (links hinten) mit den Mitarbeitern der Stabsstelle Sabine Leis-Bausch und David Müller