POLYGIS-Einsatz an der Hochschule Harz
Fit für die Praxis
Die Kooperation zwischen der IAC Leipzig mbH
und dem Fachbereich Verwaltungswissenschaften
der Hochschule Harz soll bald schon erheblich
erweitert werden, um Ressourcen zusammenzuführen
und neue Potenziale zu erschließen. Nach
der fruchtbaren Zusammenarbeit im Bereich der
Ausbildung und Qualifikation sollen zukünftig
auch die angewandte Forschung sowie konkrete
Praxisprojekte einbezogen werden. Zwei solcher
Praxisprojekte konnten unter Beteiligung
IAC bereits erfolgreich umgesetzt werden: Die
künftigen Verwaltungsfachleute realisierten mit
POLYGIS eine beispielhafte Vermögensbewertung
sowie ein kommunales Wirtschaftsinformationssystem.
Praxisbezogene Ausbildung in Halberstadt
Praxiskooperationen und Praxisintegration spielen
im Fachbereich Verwaltungswissenschaften der
Hochschule Harz schon von jeher eine besonders
wichtige Rolle. Insbesondere im Hauptstudium
der beiden größten Studiengänge „Öffentliche Verwaltung“
und „Verwaltungsökonomie“ sind dabei
speziell auch GIS-Projekte immer von Bedeutung.
Konkret erfolgt die Praxisintegration in den zwei
Semester umfassenden Vertiefungsrichtungen
(VTR) oder den Semester übergreifenden Projekten
(SÜP), die insgesamt drei Semester umfassen. Während
dieser Studienphasen sind die Studierenden
aufgefordert, sich gemeinsam mit einem Praxispartner
mit sehr realen Fragestellungen aus der
öffentlichen Verwaltung zu beschäftigen. Anschließend
sollen die gewonnenen Kontakte und Kooperationen
idealerweise dazu genutzt werden, im Rahmen
eines Praxissemesters beziehungsweise eines
Diplompraktikums ein interessantes Diplomarbeitsthema
zu entwickeln. Darüber hinaus bietet sich
den Studenten gegebenenfalls eine Chance, nach
Abschluss ihres Studiums eine Einstiegsposition
im Kooperationsunternehmen zu erhalten. Bislang
wurden mit dieser Konstellation am Fachbereich
schon zahlreiche sehr gute Erfahrungen gemacht.
Beispiel 1: Vermögensbewertung mit GIS
Dieses Beispiel betrifft ein Kooperationsprojekt aus
dem Jahre 2005 mit der Stadt Halberstadt. Dort
sollten die Studierenden die Vermögensbewertung,
z. B. von Straßen etc., anhand von GIS–gestützten
Verfahren umsetzen. Das Ziel der Vertiefungsrichtung
war es, ein praktikables und transferfähiges
Modell der GIS-gestützten kommunalen Straßenbewertung
im neuen kommunalen Finanzmanagement
mit dem Programm POLYGIS zu entwickeln.
Die Kooperationspartner waren:
- Stadt Halberstadt ,
- Hochschule Harz, Fb Verwaltungswissenschaften,
- Projekt Doppik der Hochschule Harz
- sowie IAC Leipzig mit dem Programm POLYGIS
Da die Kommunen Anfang 2005 kaum Erfahrungen
mit der Doppik vorweisen konnten und mit
der nordrhein-westfälischen Kommune Hiddenhausen
lediglich ein Beispielprojekt vorlag, mussten
zunächst die Datengrundlagen geschaffen und
wichtige Entscheidungen für das weitere Vorgehen
getroffen werden (vgl. Abb. Datengrundlagen).
Nach umfangreichen strategischen und operativen
Vorarbeiten wurden die Kartierungen und Datenaufnahmen
vor Ort durch die Studierenden organisiert.
Dabei war es wichtig, dass die Prozesse
nicht nur innerhalb dieses Projektes, sondern vor
allem auch mit Blick auf eine künftige Integration
in den kommunalen Alltag praktikabel waren. Die
Ergebnisse der beispielhaften Kartierungen und
Vor-Ort-Arbeiten wurden anschließend gesammelt,
gesichtet und ausgewertet.
Bewertet wurde der entwickelte Ansatz im Rahmen
einer SWOT-Ananalyse, die in einer stark vereinfachten
und gekürzten Version hier abgebildet
ist (vgl. Abb. SWOT-Analyse als Ergebnis). Diese
zeigt einerseits, welche Stärken und Schwächen bei
diesem Projektansatz aufgetreten sind - insbesondere
die Probleme des Detailierungsgrades in der Datenaufnahme. Andererseits wurden Chancen und
Risiken für die kommunale Umsetzung ermittelt –
ein eingängiger Beleg, dass diese Projekte tatsächlich
optimal auf den Praxiseinsatz abgestimmt sind.
Beispiel 2:
Kommunales Wirtschaftsinformationssystem
Das zweite Beispielprojekt stellte die Studierenden
vor die Aufgabe, mit Hilfe von POLYGIS ein
kommunales Wirtschaftsinformationssystem am
Beispiel des neu gebildeten Landkreises Harz aufzubauen.
Innerhalb dieses semesterübergreifenden
Projekts teilten sich 20 Studierende der Studiengänge
„Öffentliche Verwaltung“ und „Verwaltungsökonomie“
in insgesamt vier Arbeitsgruppen auf:
- Wirtschaft und Gewerbegebiete
- Touristik und Destinationen
- Verwaltungen und öffentliche Dienstleister / Einrichtungen und wirtschaftsnahe Infrastruktur.
Die folgenden Inhalte standen im Vordergrund:
- Einführung in das Gesamtprojekt und die theoretische
- Einführung in GIS,
- konkrete Schulung mit POLYGIS
- sowie theoretische Grundlagen von (kommunalen) Informationssystemen.
Die Aufgaben der Studierenden bestanden in:
- der Entwicklung eines Informationssystems aus der Perspektive eines Wirtschaftsunternehmens bzw. eines Touristen,
- der selbständigen Erarbeitung des jeweiligen Arbeitsgruppenthemas einschließlich der darin enthalten fachspezifischen Inhalte und Theorien
- sowie der Erarbeitung von konzeptionellen Vorschlägen zur Gliederung und zur Umsetzung der gesamten Projektierung.
Die beiden Abbildungen zeigen Screenshots aus
den Informationssystemen der studentischen
Arbeitsgruppen.
Resümee
Die Praxisprojekte und Praxiskooperationen sind
quasi das „Lebenselexier“ der Fachhochschulen.
Denn im Gegensatz zu den sehr theoretisch angelegten
Lehrveranstaltungen an Universitäten liegt
einer der großen Wettbewerbsvorteile gerade in
der Integration von Praxisproblemen und -anliegen.
Diese Integration von Praxisanforderungen
in Lehrveranstaltungen und in die Lehre ist nie
perfekt, denn immerhin werden die Studierenden
für diese Leistungen benotet. Allerdings haben die
Ergebnisse schon ein solches Niveau, dass nahezu
alle Praxispartner mit den Ergebnissen sehr zufrieden
sind.
Zukünftige Planungen
Die Verbindung zwischen Verwaltungen, Firmen
und Hochschule birgt erhebliche Potenziale, die
sich nicht zuletzt an den hier gezeigten einfachen
Beispielen, aber auch an Forschungsprojekten am
Fachbereich dokumentieren. Dieses Potenzial wollen
der Fachbereich Verwaltungswissenschaften
und die IAC Leipzig in noch breiterem Umfang
erschließen. Sowohl gemeinsame
Messeauftritte als auch
intensivierte Kooperationen im
Aus- und Fortbildungsbereich
sind konkret geplant und sollen
in der zweiten Jahreshälfte in
einem eigenständigen Kooperationsvertrag
festgelegt werden.
Weitere Informationen erteilt:
Prof. Dr. Jürgen Stember,
Tel: 03943 / 659 400,
jstember@hs-harz.de
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