03/2008
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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Neuartiges Verfahren zur hydrographischen Vermessung
POLYGIS-Partner auf Tauchstation
 

Testmodell ATRIUS 2 im Einsatz
Der langjährige POLYGIS-Partner GEO-DV betritt neue Wege im Vermessungswesen. Zusammen mit einem Berliner F & E-Unternehmen, das auf Bionik spezialisiert ist, entwickelt der Ingenieurdienstleister ein Ultraschall-Breitband- Verfahren zur hydrographischen Vermessung und Spektralanalyse von Unterwasserobjekten. Das ambitionierte Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms ProInno II durch das Bundesforschungsministerium unterstützt.

Kanalmauern, Stauanlagen, Schleusen, Brückenpfeiler und andere im Wasser stehende Konstruktionen sind durch Hochwasser- und andere Umwelteinflüsse besonders gefährdet. Viele Bauwerke sind über 100 Jahre alt. Bislang konzentrieren sich die Zustandsbewertungen/Schadenserkundungen im Wesentlichen auf die Suche nach Rissbildungen und die Überprüfung der Maßhaltigkeit im Überwasserbereich, während Matrialermüdungen, Erosionen, Rissbildungen und sonstige Strukturveränderungen in den unter Wasser liegenden Bereichen mangels geeigneter Techniken kaum erfasst werden können.

Gerade die Zunahme der Unwetterhäufigkeit und Pegelschwankungen mit drastisch wechselnden Strömungsgeschwindigkeiten strapazieren die Bauwerke und Deichanlagen. Sie bewirken auch ständige Veränderungen im Flussbett, wie Auswaschungen, Sediment- und Geröllverdriftungen und sonstige Ablagerungen. Diese können nicht nur die Schifffahrt beeinträchtigen. Vielerorts werden die Binnengewässer von Versorgungsleitungen (Öl-, Gas-, Strom- und Kommunikationsleitungen) durchquert. Hier ist eine Überwachung von Ausspülungen (Kolkkontrolle) und der Überdeckungshöhen der Durchörterungen (Dükererkundung) erforderlich. Doch auch hier mangelt es an geeigneten und insbesondere auch an bezahlbaren Kontrollverfahren, die operativ und flächendeckend einsetzbar wären. Vor diesem Hintergrund und aufbauend auf den Erfahrungen, die GEO-DV bei einigen Projekten der hydrographischen Vermessung gewinnen konnte, wurde notwendiges Optimierungspotenzial schnell ersichtlich und motivierte Gerd Heller, Geschäftsführer von GEO-DV.

zum Handeln. Zusammen mit EvoLogics, einem auf High-Tech-Lösungen für den Unterwasserbereich spezialisierten Spin-off-Unternehmen der Technischen Universität Berlin, entstand ein Projektvorhaben, das die Entwicklung eines wirtschaftlichen und leistungsstarken Gesamtsystems zum Ziel hat. ATRIUS³ (Autonomous remote-controlled integrated ultrawideband spectral survey sonar), so der Name des innovativen Systems, soll „Übersichtsaufnahmen“ mittels bekannter bildgebender Verfahren (Sidescan-Sonar) mit neuartigen Messmethoden kombinieren. Dabei bildet die Integration der sogenannten akustischen Spektralanalyse ein absolutes Novum in der Vermessungstechnik.

Durch sie sollen eine erheblich bessere Differenzierung der Feinstrukturen der Gewässersohle, eine differenzierte Bewertung des Zustandes von Unterwasserbauwerken (Materialanalyse, Erfassung von Inhomogenitäten, Materialermüdungen und sonstigen Änderungen der Strukturbeschaffenheit), sowie eine gezielte Objektsuche (Auffinden von Munition, vermissten Personen etc.) ermöglicht werden.

Neben der Einbeziehung weiterer fortschrittlicher Techniken, die auf den optimierten Einsatz des Gerätes abzielen, ist auch die Nachbereitung ein bedeutendes Thema für die Projektpartner. Wichtig ist, Kompatibilität in der nachfolgenden Datenaufbereitung zu erzielen, so dass das Postprocessing effizient und in hoher Qualität erfolgen und die auf verschiedenen Wegen bzw. mit unterschiedlichen Methoden gewonnenen Daten optimal zusammengeführt und kartographisch dargestellt werden können. Dass die Visualisierung wie beim Testmodell ATRIUS² selbstverständlich auch in POLYGIS erfolgen kann, steht ausser Frage.