Neuartiges Verfahren zur hydrographischen Vermessung
POLYGIS-Partner auf Tauchstation

Testmodell ATRIUS 2 im Einsatz |
Der langjährige POLYGIS-Partner GEO-DV
betritt neue Wege im Vermessungswesen. Zusammen
mit einem Berliner F & E-Unternehmen,
das auf Bionik spezialisiert ist, entwickelt der
Ingenieurdienstleister ein Ultraschall-Breitband-
Verfahren zur hydrographischen Vermessung und
Spektralanalyse von Unterwasserobjekten. Das
ambitionierte Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms
ProInno II durch das Bundesforschungsministerium
unterstützt.
Kanalmauern, Stauanlagen, Schleusen, Brückenpfeiler
und andere im Wasser stehende Konstruktionen
sind durch Hochwasser- und andere Umwelteinflüsse
besonders gefährdet. Viele Bauwerke sind
über 100 Jahre alt. Bislang konzentrieren sich die
Zustandsbewertungen/Schadenserkundungen im
Wesentlichen auf die Suche nach Rissbildungen
und die Überprüfung der Maßhaltigkeit im Überwasserbereich,
während Matrialermüdungen, Erosionen,
Rissbildungen und sonstige Strukturveränderungen
in den unter Wasser liegenden Bereichen
mangels geeigneter Techniken kaum erfasst werden
können.
Gerade die Zunahme der Unwetterhäufigkeit und
Pegelschwankungen mit drastisch wechselnden
Strömungsgeschwindigkeiten strapazieren die
Bauwerke und Deichanlagen. Sie bewirken auch
ständige Veränderungen im Flussbett, wie Auswaschungen,
Sediment- und Geröllverdriftungen und
sonstige Ablagerungen. Diese können nicht nur die
Schifffahrt beeinträchtigen. Vielerorts werden die
Binnengewässer von Versorgungsleitungen (Öl-,
Gas-, Strom- und Kommunikationsleitungen)
durchquert. Hier ist eine Überwachung von Ausspülungen
(Kolkkontrolle) und der Überdeckungshöhen
der Durchörterungen (Dükererkundung)
erforderlich. Doch auch hier mangelt es an geeigneten
und insbesondere auch an bezahlbaren Kontrollverfahren,
die operativ und flächendeckend
einsetzbar wären. Vor diesem Hintergrund und
aufbauend auf den Erfahrungen, die GEO-DV bei
einigen Projekten der hydrographischen Vermessung
gewinnen konnte, wurde notwendiges Optimierungspotenzial
schnell ersichtlich und motivierte
Gerd Heller, Geschäftsführer von GEO-DV.
zum Handeln. Zusammen mit EvoLogics, einem
auf High-Tech-Lösungen für den Unterwasserbereich
spezialisierten Spin-off-Unternehmen der
Technischen Universität Berlin, entstand ein Projektvorhaben,
das die Entwicklung eines wirtschaftlichen
und leistungsstarken Gesamtsystems zum
Ziel hat. ATRIUS³ (Autonomous remote-controlled
integrated ultrawideband
spectral survey
sonar), so der Name des
innovativen Systems,
soll „Übersichtsaufnahmen“
mittels bekannter
bildgebender Verfahren
(Sidescan-Sonar) mit
neuartigen Messmethoden
kombinieren. Dabei
bildet die Integration
der sogenannten akustischen
Spektralanalyse
ein absolutes Novum in
der Vermessungstechnik.
Durch sie sollen
eine erheblich bessere
Differenzierung der Feinstrukturen der Gewässersohle,
eine differenzierte Bewertung des Zustandes
von Unterwasserbauwerken (Materialanalyse,
Erfassung von Inhomogenitäten, Materialermüdungen
und sonstigen Änderungen der Strukturbeschaffenheit),
sowie eine gezielte Objektsuche
(Auffinden von Munition, vermissten Personen
etc.) ermöglicht werden.
Neben der Einbeziehung weiterer fortschrittlicher
Techniken, die auf den optimierten Einsatz des
Gerätes abzielen, ist auch die Nachbereitung ein
bedeutendes Thema für die Projektpartner. Wichtig
ist, Kompatibilität in der nachfolgenden Datenaufbereitung
zu erzielen, so dass das Postprocessing
effizient und in hoher Qualität erfolgen und die auf
verschiedenen Wegen bzw. mit unterschiedlichen
Methoden gewonnenen Daten optimal zusammengeführt
und kartographisch dargestellt werden
können. Dass die Visualisierung wie beim Testmodell
ATRIUS² selbstverständlich auch in POLYGIS
erfolgen kann, steht ausser Frage.
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