04/2003

Online-Kundenzeitschrift der
Ingenieurgesellschaft für angewandte
Computertechnik mbH, Leipzig
powered by LANDSCAPE GmbH
 
Anwenderbericht
Fachschalen
Funktionen
Veranstaltung
Schulungen
Editorial
Kurz belichtet
IAC-Homepage
Straßenverwaltung mit PolyGIS - eine vierteilige Reihe in der vis á gis

Teil 1:
Ziele der Kommunen und Datensituation - in Ausgabe vis á gis 01/03

Teil 2:
Netzaufnahme und Straßenverzeichnis - in Ausgabe vis á gis 02/03

Teil 3:
Messtechnische Straßenzustandserfassung - in Ausgabe vis á gis 03/03

Teil 4:
PolyGIS-KSIB als Erfassungs- und Bewertungsprogramm - in Ausgabe vis á gis 04/03

PolyGIS-Fachschale für die Straßenverwaltung

Die Kommunale Straßeninformationsbank - kurz KSIB - ist eine PolyGIS-Fachschale, mit der Kommunen die Sanierung oder den Neubau von Straßen optimiert planen können. IAC hat dieses wichtige kommunale Werkzeug mit zahlreichen neuen Funktionen ausgestattet und stellt in einer vierteiligen Reihe der vis à gis diese PolyGIS-Fachschale detailliert dar.

4. Teil: PolyGIS-KSIB als Erfassungs- und Bewertungsprogramm
Die entsprechenden Fachämter in den Kommunen benötigen ein geeignetes Werkzeug, um mit den relevanten Daten im Straßenbereich arbeiten zu können. Hier kommt PolyGIS-KSIB zum Einsatz. Die Aufgabe des Programmes PolyGIS-KSIB (Kommunale Straßeninformationsbank) besteht also darin, alle in der Gemeinde im Bereich der Erfassung und Auswertung von Straßendaten anfallenden Aufgaben zu bewältigen. Damit bietet das Programm eine Informations- und Planungsgrundlage mit den notwendigen Informationen (Bestand und Zustand), die im Programm schnell verfügbar und leicht aktuell zu halten sind. Im Allgemeinen gehören folgende Funktionalitäten zum Programmumfang:

  • Erfassung und Bearbeitung sämtlicher Stammdaten (z.B. Gemeinden, Ortsteile, Baulastträger, Straßennamen) und Auswahllisten (z.B. Bauwerksarten)
  • Eingabe von Straßendaten, sowohl manuell als auch durch Datenimport
  • nachträgliche Verknüpfung von Karte und Sachinformation eines Straßenabschnitts (insbesondere nach dem Datenimport vorher nichtverbundener Daten in Karte und Datenbank)
  • Nachbearbeitung der erfassten Daten
  • Ausgabe der Daten auf den Bildschirm, den Drucker oder Plotter in schriftlicher und kartographischer Form (maßstabsgetreue Ausgabe)
  • Export von Daten zur externen Bearbeitung

In PolyGIS-KSIB wurden die Vorgaben der ASB (Anweisung Straßendatenbanken) berücksichtigt. Die hier vorgegebenen Datenverschlüsselungen werden bei der Anlage von Stammdaten (z.B. Querstreifenarten) und bei der Gestaltung der Auswahllisten (z.B. Straßengruppe, Arten von Nebenanlagen, Bauwerken) übernommen und stehen den Nutzern direkt zur Verfügung. Neben der Anforderung, alle in einem Straßeninformationssystem notwendigen Arbeitsschritte zu beinhalten, wurde bei der Herstellung von PolyGIS-KSIB auch Wert darauf gelegt, dem Anwender effektive Werkzeuge (Tools) zur Verfügung zu stellen, die eine einfache und an die individuellen Bedürfnisse anpassbare Arbeit ermöglichen. Dazu gehören folgende Möglichkeiten:

Abb.1
Abbildung1

Abb.2
Abbildung2

Abb.3
Abbildung3

Abb.4
Abbildung4

  • Durch das Kopieren von Datensätzen erspart PolyGIS-KSIB bei der manuellen Neuanlage von Daten einen großen Arbeitsaufwand.
  • Alle Ausgaben (Listen oder Briefe) in PolyGIS-KSIB können auf Wunsch an die Bedürfnisse angepasst und verändert werden, d.h. Ausdrucke können individuell gestaltet werden. Dies betrifft sowohl die Auswahl der Daten, die gedruckt werden sollen, als auch den Formularaufbau.
  • Auch die Eingabemasken und die Tabellen (Auswahllisten) können individuell an die Bedürfnisse angepasst werden, d.h., dass z.B. die Tabelle mit den Straßenabschnittsdaten so eingestellt werden kann, dass dort nur die gewünschten Daten in der festgelegten Reihenfolge und Formatierung ausgegeben werden. Dabei können für eine Tabelle auch mehrere Einstellungen konfiguriert, abgespeichert und je nach Bedarf aufgerufen werden. (siehe Abbildung 1)
  • In allen Tabellen können die Datensätze nach verschiedenen Sortierkriterien aufgelistet werden. Dabei können sowohl Einzel- als auch Bereichssuchen durchgeführt werden.
  • In den Tabellen können zusätzlich auch komplexe Suchvorgänge durch die Erstellung von so genannten Filtern durchgeführt werden (z.B. die Suche nach allen Straßenabschnitten einer bestimmten Straße, einer bestimmten Widmung innerhalb einer Karte).
  • In allen Tabellen können außerdem gezielt Datensätze - z.B. durch eine Suche oder durch manuelles Markieren - in eine Selektionsliste aufgenommen werden, die dann die Grundlage für weitere Bearbeitungen - z.B. Ausdruck der Daten oder Neuberechnung von Feldinhalten - bildet. Diese Selektionsliste kann beliebig sortiert werden.
  • Durch die Möglichkeit der Wertzuweisung (Piktogramm Fadenkreuz) können Werte in beliebig viele Datensätze (aktueller Inhalt der Selektionsliste) gleichzeitig eingetragen werden. (siehe Abbildung 2)
  • Man hat ständig die Möglichkeit, zwischen der Darstellung eines Straßenabschnitts in der Karte und den zugehörigen Informationen zu wechseln. Man kann Objekte (z. B. Straßenabschnitte) entweder in der Karte oder in den Daten-Tabellen auswählen.
  • Die graphische Darstellung kann um Beschriftungen und thematische Kartierungen, die anhand der Sachdatenangaben aktualisiert werden, erweitert werden. (siehe Abbildung 3)
  • Für die Bearbeitung von Straßenkarten steht der volle Funktionsumfang von PolyGIS zur Verfügung (z.B. die CAD-Konstruktionsbefehle)
  • Mit dem Objektband hat man die Möglichkeit, sich die Straßenquerschnitte graphisch darstellen zu lassen. In der Mitte befindet sich die Straßenachse, links der Straße sind die Netzknoten dargestellt. Die unterschiedlichen Farben zeigen die verschiedenen Streifenarten an.
  • Schließlich erweitert eine integrierte Programmiersprache die Möglichkeiten des Entwurfs eigener Programm-Module (so genannter Ausdrucke).

Ein innovativer Bestandteil des Programms sind die Bewertungsfunktionalitäten der Zustandsdaten. Es handelt sich hier um die Bewertung der erfassten Zustandsdaten der Abschnitte bzw. Unterabschnitte. Damit kann der Gesamt-, Substanz- und Gebrauchswert in eigener Regie entweder für das gesamte Netz oder für ausgewählte Abschnitte berechnet werden. (siehe Abbildung 4) Diese Bewertung wird um ein Analysewerkzeug zur individuellen Eingabe von Ziel-, Warn- und Schwellenwert zu den einzelnen Bewertungskriterien erweitert. Dieses gibt den Fachleuten die Möglichkeit, die örtlichen Gegebenheiten und Prioritätenlisten bei der Bewertung zu berücksichtigen.

Die praxisorientierten Auswertungen in PolyGIS-KSIB erlauben es, die Straßendaten optimal als Planungs- und Entscheidungsgrundlage zu nutzen.

IAC plant für das Jahr 2004 Kommunaltage, an denen sowohl das Verfahren als auch das Programm vorgestellt werden. Die Termine werden Anfang Januar auf der IAC-Internetseite (www.iac-leipzig.de) bekannt geben.