
Wir schaffen Klarheit! - der lustige Wassertropfen symbolisiert diesen Leitsatz der WAD
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Sächsischer Abwasserentsorger bindet Kanalvideos in PolyGIS ein
GIS schafft Durchblick im Kanal
Seit sechs Jahren setzt die WAD (Westsächsische Abwasserentsorgungs- und Dienstleistungsgesellschaft mbH) erfolgreich PolyGIS ein. Neben vielfältigen anderen Aufgaben, wird auch die Investitionsplanung mithilfe von PolyGIS gelöst. Die Kanalvideos, die eine wesentliche Grundlage für die Sanierungskonzeption darstellen, sind dabei in PolyGIS eingebunden und ermöglichen einen komfortablen Überblick über den Zustand der einzelnen Leitungen.
"Wir schaffen Klarheit!" heißt der Slogan, unter dem die Westsächsische Abwasserentsorgungs- und Dienstleistungsgesellschaft mbH - kurz WAD - seit sechs Jahren aus schmutzigem Wasser sauberes macht. Das hundertprozentige Tochterunternehmen des regionalen Abwasserzweckverbandes "Lungwitztal-Steegenwiesen" entsorgt Abwasser und Fäkalien von rund 130.000 Einwohnern der Landkreise Chemnitzer Land, Stollberg und Zwickauer Land - insgesamt entspricht das einem Einzugsgebiet von 300 km2 mit 550 km Leitungen, 50 Regenbecken, 36 Pumpwerken und 30 Kläranlagen. Geplant, gewartet, dokumentiert und abgerechnet wird hier - wie es sich für einen modernen Dienstleister gehört - mit einem Geoinformationssystem (GIS).

Sven Köhler ist Sachbearbeiter bei der WAD und arbeitet mit PolyGIS - wenn er nicht wie hier im Schutzanzug Kanäle vermisst
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Befliegen, vermessen und digitalisieren - mit dem GIS kommt das Datensammeln
"Drei wesentliche Anforderungen musste ein GIS erfüllen, als wir uns 1997 entschlossen, das bis dahin genutzte Kanalkataster abzulösen: eine TV-Anbindung für unsere Kanalvideos musste gegeben sein, das System sollte mit unserer vorhandenen Technik - Digitalisiertablett und Plotter - kompatibel und einfach bedienbar sein", erinnert sich Thomas Beil, Leiter des Sachgebietes "Kataster/TV" bei der WAD. PolyGIS von IAC habe diese Anforderungen erfüllt und nach einer Testphase wurde 1998 PolyGIS bei der WAD installiert. Zunächst wurden die digital im dxf-Format vorliegenden Flurkarten und das Kanalnetz in PolyGIS eingespeist. "Das klappte problemlos. Auch die nötige Koordinatenanpassung der Daten war unkompliziert", so Beil weiter. "Diese erste Datengrundlage war uns aber auf Dauer zu ungenau. Deshalb wurde von 1999 an bis 2002 eine Befliegung des Einzugsgebietes vorgenommen." Gleichzeitig konnte mit den Luftbilddaten - farbig und im Maßstab 1:3.500 - eine Bemessungsgrundlage für das gesetzlich geforderte Abwassersplitting geschaffen werden. Die Kanaldeckel wurden allerdings im Nachhinein terrestrisch vermessen.

Eine der 30 Kläranlagen, die die WAD betreibt, liegt in unmittelbarer Nähe des Firmensitzes in Weidensdorf bei Glauchau
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"Die Alternative wäre gewesen, die Deckel vor der Befliegung mit weißen Farbkreuzen zu markieren, um sie so auf dem Luftbild deutlicher erkennbar zu machen", erklärt Beil. Da man aber beispielsweise Gebäudeecken sowieso nachmessen musste, habe man sich entschlossen, auch die Kanaldeckel im Nachhinein mit noch höherer Genauigkeit zu orten. Die Befliegung, die Nachmessung und auch die Übernahme der Kanaldaten aus analogen Karten haben externe Dienstleister für die WAD erledigt. Heute stehen fast alle Daten in PolyGIS zur Verfügung. Lediglich ein kleiner Teil muss noch durch Ortsbegehungen ergänzt werden, etwa wenn Deckelhöhen oder Leitungsmerkmale fehlen. Manchmal ist dazu auch ein Tauchgang nötig und Mitarbeiter der WAD begeben sich in die Kanäle. In der Regel wird dazu aber eine Videokamera eingesetzt.

Wie Mars-Sonden sehen die Kameras aus, mit denen die WAD ihre Kanäle auf Videos aufnimmt. Gesteuert werden die digitalen Aufnahmegeräte vom Spezialfahrzeug aus, das mit der entsprechenden Hard- und Software ausgerüstet ist
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Ferngesteuerte Digitalkamera im Abwasserrohr
"Die Dokumentation unserer Leitungen auf Videos ist eine gesetzliche Vorgabe", sagt Beil. Alle zehn Jahre müsse das gesamte Netz aufgenommen werden, pro Tag könnten ungefähr 500 m aufgenommen werden und so sei die Videodokumentation eine große Aufgabe. Hinzu kommt, dass das Hochwasser im Sommer 2002 auch in Weidensdorf, dem Sitz der WAD, gewütet hat. Das im Keller gelegene Videoarchiv war komplett überflutet und keine einzige Kanalaufzeichnung konnte gerettet werden. Ausgerüstet mit neuer Technik - Spezialfahrzeug mit Hard- und Software und Digitalkamera - hat man nun von vorn angefangen. Die aufgenommenen Videos werden direkt in PolyGIS eingebunden. Aussagen über den Zustand der Kanalrohre lassen sich so direkt abrufen und in die Sanierungskonzeption übernehmen - eine der vielfältigen Aufgaben, die bei der WAD mit PolyGIS gelöst werden.

Im 300 km2 großen Einzugsgebiet der WAD liegt auch die Kreisstadt Glauchau
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Plausible Fördermittelanträge mit PolyGIS erstellen
Durch den Einsatz von PolyGIS ist bei der WAD auch die Arbeit des Sachgebietes "Anschlusswesen" erheblich vereinfacht worden. Hier sind vier PolyGIS-Arbeitsplätze installiert und ermöglichen den Mitarbeitern schnell Auskunft darüber zu erlangen, wie und wo bei Neubauten beispielsweise die nötigen Anschlüsse an das Kanalnetz gelegt werden können. Entsprechend wird dann ein Vermessungsbüro mit der Durchführung des Neuanschlusses beauftragt. Dass das Vermessungsbüro auch mit PolyGIS arbeitet, ist kein Zufall. "Das haben wir für eine Zusammenarbeit zur Bedingung gemacht", sagt Beil. Der Abgleich der Daten nach erfolgtem Neuanschluss könne so reibungslos ablaufen. Die WAD setzt PolyGIS außerdem ein, um Schachtscheine, die bei Baumaßnahmen nötig sind, auszustellen und eine zukunftssichere Investitionsplanung zu erstellen. Letzteres spielt auch bei der Beantragung von Fördermitteln eine Rolle. Auf Grundlage der Topographischen Karte 1:10.000 erstellte die WAD mit PolyGIS ein Abwasserbeseitigungkonzept, das zeigt, welche bisher unangeschlossenen Gebiete zunächst bis 2007 an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen werden sollen. Durch die Bestätigung des Abwasserbeseitigungskonzeptes durch das Regierungspräsidium heißt das auch: grünes Licht für Fördermittel.

Thomas Beil, Sachgebietsleiter bei der WAD, war von Anfang an mit dabei: "Ich erinnere mich noch sehr gut an den Testeinsatz von PolyGIS", sagt er. Heute hat er vielfältige Vorstellungen vom zukünftigen PolyGIS-Einsatz bei der WAD.
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Vernetzte Zukunft: PolyGIS im Internet
Und in Zukunft? Auf diese Frage weiß Beil viele Antworten. "Wir wollen natürlich möglichst schnell unsere Videodokumentation vollständig in PolyGIS integriert haben und dann die komplette Sanierungskonzeption mit dem GIS abwickeln." Ganz groß aber schreiben Beil und seine Kollegen zurzeit das Thema vernetztes Arbeiten. Seit einem Monat gibt es bei der WAD PolyMAP, die PolyGIS-Version für Intra- bzw. Internet. Damit haben alle ans interne Netzwerk, das Intranet, angeschlossenen Mitarbeiter die Möglichkeit, über eine WAD-spezifische Oberfläche aus PolyGIS Daten und Auskünfte abzufragen und Karten auszudrucken. "Das ist nur die Vorstufe. Längerfristig streben wir die Vernetzung über das Internet an. Dann können auch unsere Außenstellen auf PolyGIS zugreifen", sagt Beil. Und noch einen Schritt weiter: Auch der mobile GIS-Einsatz ist eine Zukunftsvision bei der WAD. "Mit einem Feld-PC und GPS-Empfänger ausgerüstet, könnten unsere Leute draußen überwucherte Kanaldeckel ohne Schwierigkeiten wieder finden und die Daten direkt in PolyGIS eingeben", schwärmt Beil und macht überzeugend klar, dass die Umsetzung nicht lange auf sich warten lassen wird.
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