04/2004

Online-Kundenzeitschrift der
Ingenieurgesellschaft für angewandte
Computertechnik mbH, Leipzig
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Eine weitere deutsche Großstadt setzt auf POLYGIS
POLYGIS-Lösung für Ludwigshafen

Die Rhein-Neckar-Metropole Ludwigshafen hatte im Dezember 2003 beschlossen, die bisherige Technologie IBM-GTIS beim Bereich Stadtvermessung durch POLYGIS abzulösen und eine verwaltungsweite Auskunftslösung mit dieser neuen Technik aufzubauen. Seit Anfang dieses Jahres kooperiert die Stadtverwaltung Ludwigshafen mit dem Softwarehaus SWBB GmbH aus dem saarländischen Kirkel. Ludwigshafen ist damit nach Wiesbaden und Saarbrücken eine weitere deutsche Großstadt, in der POLYGIS zum Einsatz kommt. 10 Erfassungs- und 50 Auskunftslizenzen stehen der Stadt in der ersten Stufe zur Verfügung. Nach knapp zwölf Monaten gilt der Einsatz von POLYGIS in Ludwigshafen als voller Erfolg und erstaunt selbst Skeptiker, die POLYGIS immer nur als Anwendung für kleine Kommunen betrachtet haben.


Das hohe Gebäude hat Symbolkraft: hier werden die Fäden der Stadt gezogen, von dort oben verliert man nie den Überblick.
Knapp 167.000 Einwohner leben in Ludwigshafen auf insgesamt 7.767 Hektar. Die Stadtfläche wird etwa zur Hälfte baulich genutzt. 13 Prozent des Stadtgebietes sind als Industrie- und Gewerbeflächen ausgewiesen, landwirtschaftliche Nutzflächen, Wasser-, Wald- und Grünflächen umfassen fast 4.000 Hektar. Diese Eckdaten zeigen, dass die Verwaltung und Entwicklung der Bodenressourcen anspruchsvolle Aufgaben sind, vor allem mit Blick auf die rasante Stadtentwicklung. Für die raumbezogene Informationsverwaltung bediente sich die Ludwigshafener Stadtvermessung bislang des Systems IBM-GTIS. Wesentliche Grundlage sind die aufbereiteten digitalen Daten des Landesamts für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland- Pfalz (LVermGeo). Deren Übernahme und Weiterverarbeitung war mit dem bisherigen System nicht mehr zu bewältigen.

„Für uns war der Zeitpunkt für die Anschaffung eines neuen GIS gekommen“, erläutert Dipl.-Ing. Joachim Hillmus, Abteilungsleiter Geoinformation und Kartographie beim Bereich Stadtvermessung. „Gleichzeitig musste die ämterübergreifende Geo- Daten-Nutzung auf Grundlage einer zentralen Technik gelöst werden“, ergänzt Dipl.-Ing. Martin Sturm, der beim Bereich Organisation für die GISKoordination zuständig ist. Unter dem Arbeitstitel LUgeo wurde ein Konzept erstellt und in seiner ersten Stufe in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Bereich Stadtvermessung umgesetzt. Martin Sturm und Joachim Hillmus wurden mit der Beschaffung eines neuen Systems betraut. Vorrangige Projektziele waren dabei die effiziente Übernahme der Basisdaten der Landesvermessung und die qualifizierte Fortschreibung der digitalen Stadtgrundkarte. In der mittelfristigen Perspektive wurde ein zentrales GIS gesucht, das mit eigenen Fachanwendungen oder in Anbindung an vorhandene Lösungen die oben skizzierte stadtweite Nutzung der vorhandenen Geodaten wirksam unterstützen kann.

POLYGIS wurde zur ersten Wahl
Mit eigenen Kräften, ohne externe Berater, wurden die umfangreichen Vorbereitungen für die öffentliche Ausschreibung geleistet. Eine zweistellige Anzahl von Herstellern nahm am Wettbewerb teil. Den Zuschlag erhielt nach sorgfältiger Prüfung und Auswertung das Softwarehaus SWBB GmbH aus dem saarländischen Kirkel mit dem System POLYGIS - das Angebot mit dem besten Verhältnis von Leistung und Preis. „Als wir uns im Dezember letzten Jahres für POLYGIS entschieden, haben uns die Demonstrationen, die Geschwindigkeit und die Leistungsvielfalt des Systems gleichermaßen beeindruckt.

Joachim Hillmus (l.) und Martin Sturm (r.) wurden mit der Beschaffung eines neuen GIS betraut.
Ich erinnere mich, wie bei der Produktpräsentation mit Hilfe von POLYGIS in kürzester Zeit die kompletten Luftbilddaten des Stadtgebietes angezeigt wurden“, schwärmt Hillmus noch heute. Zeitersparnis und effizientes Arbeiten waren zwei wichtige Auswahlkriterien. „Ausschlaggebend für uns war auch, dass das System sich praktisch von alleine in unsere Arbeitsprozesse einfügte und uns dabei vielfach neue konzeptionelle Anstöße gab.“

Erfolgreiche Einführung von POLYGIS bei der Stadtvermessung
Nach Vertragsabschluss wurden im Januar die Daten der Landesvermessung und die eigenen Daten der Stadtvermessung an die Firma SWBB übergeben. Bereits im April waren 18 Mitarbeiter geschult, das System als Client/Server-Lösung installiert und alle übergebenen Daten importiert. „Erstaunlich wie schnell die Daten der ALK und des ALB sowie die Bestandsdaten der Stadtgrundkarte im Kasten waren“, kommentierte Sturm.

Nun begann die „kreative“, aber auch sehr arbeitsintensive Phase, bei der die Mitarbeiter der Stadtvermessung mit POLYGIS ihre Stadtgrundkarte neu strukturiert und ausgestaltet haben. Zusätzlich waren auch schon erste Differenzdatenimporte zu ALK und ALB durchzuführen. Seit Oktober ist POLYGIS hier inzwischen erfolgreich in produktivem Einsatz.

POLYGIS ist eingeschlagen
Joachim Hillmus und Martin Sturm hoben die Durchgängigkeit der Bedienung von POLYGIS besonders hervor - nur ganze vier Schulungstage waren nötig, um die Mitarbeiter in das System einzuführen. Seit der Implementierung und Bereitstellung nimmt POLYGIS eine rasante Entwicklung in der Stadtvermessung: „Wir entdecken jeden Tag neue Möglichkeiten und schöpfen POLYGIS noch längst nicht aus“, berichtet Hillmus. Dementsprechend motiviert seien auch seine Mitarbeiter. Innerhalb von vier Wochen konnte die Bodenrichtwertkarte flurstücksscharf auf Basis der ALK aufgebaut werden.


Es galt, die Basisdaten zu übernehmen und die digitale Stadtgrundkarte fortzuschreiben.
Bereits in der Abnahmephase, so Sturm, wurde das System mit der Vision LUgeo auch anderen Bereichen quer durch die Verwaltung zur Verfügung gestellt, die teilweise mit eigenen Systemen, aber auch noch mit analogen Karten arbeiten: ca. 60 Auskunftsplätze wurden mit dem Werkzeug POLYGISWebexplorer im Intranet zum Testen installiert und gut angenommen, nicht zuletzt wegen der einfachen Bedienung und der Tatsache, dass auch mit geringer Leitungskapazität angebundene Ämter auf die zentral bereitgestellten Daten zugreifen konnten. Für 150 Auskunftsplätze wurde inzwischen Bedarf angemeldet, ein Zeichen, dass POLYGIS in Ludwigshafen wirklich eingeschlagen hat. Die verwaltungsweite Versorgung mit Auskunftsarbeitsplätzen wird nun unter dem Titel LUgeo Stufe2 angegangen. Sturm und Hillmus ließen es sich nicht nehmen, sich ausdrücklich bei ihren Mitarbeiterinnen Haas und Scheider sowie den Kollegen Hermannstädter, Magin und Illi zu bedanken, ohne die dieses Projekt nicht hätte durchgeführt werden können.

POLYGIS Ausblick
Für Martin Sturm und Joachim Hillmus ist klar: POLYGIS kann in jedem Fall das zentrale GIS für die Stadtverwaltung werden. Es erfüllt die Anforderungen in der Stadtvermessung perfekt, die verwaltungsweite Geo-Daten-Nutzung kann realisiert werden, und es bietet mit seinen zahlreichen Fachanwendungen ausgezeichnete Instrumente für andere Fachaufgaben. Gleichzeitig ist POLYGIS so offen, dass auch vorhandene GI-Systeme anderer Hersteller integrierbar sind.

In weiteren Stufen sollen je nach Bedarf Erfassungsarbeitsplätze und Fachanwendungen außerhalb der Stadtvermessung zum Einsatz kommen, wobei die Fachämter entscheiden, ob sie POLYGIS ebenfalls einsetzen können. Erste Bestellungen liegen bereits vor.Hierzu ist allerdings erforderlich, dass POLYGIS mehrere Server und Geometriedatenbanken ansprechen kann. Es besteht kein Zweifel, dass Lothar Bubel, Geschäftsführer der SWBB GmbH, die letzte Voraussetzung hierfür ebenfalls schaffen wird: Im Frühjahr 2005 wird POLYGIS in der Lage sein, auch komplexe, mehrstufige GIS-Serverstrukturen zu unterstützen - der Weg für den systematischen Einsatz bei großen Anwendern ist frei.