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Breiter GIS-Einsatz im hohen Norden nimmt zu
POLYGIS erobert Ostfriesland

In der Stadt Norden wird eine Gesamtfläche von rund 420 Hektar mit POLYGIS verwaltet
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Der wortkarge Ostfriese boßelt gerne, trägt am liebsten Ostfriesennerz mit Gummistiefeln und bevorzugt schwarzen Tee mit Kluntjes und Sahne. Während die gelben Jacken heute nur noch von Touristen getragen werden, ist die ostfriesische Vorliebe für Tee nach einem Besuch im Rathaus
der Stadt Norden offensichtlich: Statt des zu Besprechungen üblichen Kaffees bekommt man hier – zumindest, wenn man einen Termin mit EDV-Leiter Helmut Kramer hat – frisch zubereiteten
Tee, serviert in einer Porzellankanne und warm gehalten mit einem Stövchen.
So traditionsbewusst die Menschen in dieser Region
auch sind, technologisch ist man hier immer auf dem allerneusten Stand. So ist auch der Einsatz
von Geoinformationssystemen (GIS) für die Stadtverwaltungen Norden und Aurich sowie für den benachbarten Landkreis Südbrookmerland bereits seit den 90er Jahren eine Selbstverständlichkeit.
Erleichtert wurde der Schritt zum GIS durch Fördergelder der Europäischen Union; in Südbrookmerland
wurden immerhin 50 Prozent der Anschaffungskosten auf diese Weise kofinanziert. Genauso selbstverständlich wie der Umgang mit einem GIS ist auch die enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gemeinden. So zieht sich der komplette Systemwechsel vom System Poppenhäger-
Grips zu POLYGIS auch wie ein roter Faden durch das Küstengebiet an der Nordsee: Zunächst wechselte die Stadt Norden 2003 zu POLYGIS, nachdem sich die friesischen Stadtväter im westfälischen Borken, wo das System von IAC und SWBB bereits seit 2001 zum Einsatz kommt, persönlich von seinen Vorteilen überzeugen konnten.
„Wir wussten, dass sich die Borkener Kollegen erst nach umfangreichen Recherchen und nach vielen Ortsterminen quer durch Deutschland für POLYGIS entschieden hatten“, erläutert Karl-Heinz Wolkenhauer, Leiter Fachdienst Stadtplanung und Bauaufsicht im Nordener Rathaus. Ein Jahr später, 2004, hielt POLYGIS dann auch Einzug in die Rathäuser von Aurich und Südbrookmerland.
Dort hatte man sich ebenfalls durch eine Produktsichtung in Borken und erste Erfahrungsberichte
der Amtskollegen in Norden überzeugen
lassen. „In Aurich haben wir zusätzlich eine Nutzwertanalyse vorgenommen. Bei den meisten Details erreichte POLYGIS die höhere Punktzahl“, erklärt Jörg Schiefelbein, EDV-Leiter in der Stadtverwaltung
Aurich, die Entscheidung für ein anderes
GIS.

Ein starkes Team: Die drei Gemeinden Norden, Aurich und Südbrookmerland arbeiten nicht nur bei POLYGIS eng zusammen
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Das Motiv für den Systemwechsel war bei allen gleich: Nach allgemeinem Eindruck der drei Gemeinden bot das alte System speziell für kommunale
Anwender keine befriedigenden Perspektiven
mehr. Auch im Vergleich zu anderen Angeboten
haben uns letztendlich die Anwenderfreundlichkeit
von POLYGIS und die flexible Reaktion auf Kundenwünsche bei SWBB überzeugt“, fügt Wilfried Müller, EDV-Leiter in der Gemeinde Südbrookmerland,
hinzu.
Alle drei Gemeinden nutzen POLYGIS ressort-übergreifend in diversen Fachabteilungen, dabei vor allem die Anwendungen ALK, Bebauungsplan, Flächennutzungsplan sowie Kanal. Es gibt sowohl Produktions- als auch Viewerarbeitsplätze in den drei ostfriesischen Rathäusern. Letztere sind reine Auskunftsarbeitsplätze, an denen Mitarbeiter in den einzelnen Fachabteilungen der Stadtverwaltung
per Intranet die Möglichkeit haben, kommunale
Daten aus POLYGIS abzufragen. Mit neun Produktions- und 50 Auskunftsplätzen in Norden und fünf bzw. 40 Plätzen in Aurich zeigt sich die rasante Ausbreitung von POLYGIS innerhalb der jeweiligen Stadtverwaltung.
Neben den genannten weichen Faktoren, gab es natürlich auch monetäre Gründe für einen Wechsel,
die vor allem den Steuerzahler freuen dürften: Die Wartungskosten seien bei POLYGIS im Vergleich
zum Vorgängersystem um 60 Prozent niedriger.
Zudem kommt hier auch das Einsparpotenzial durch die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit zum Tragen. Ob bei Schulungen oder bei Installationen von neuen Applikationen – den Support teilt man sich, so dass auch hier die Kosten auf ein Drittel gesenkt werden können. Bei konkreten Fragen zur alltäglichen Arbeit mit POLYGIS erspare der gute Draht zu den Kollegen aus den anderen
Gemeinden oft den Anruf bei der Hotline. Seit der Einführung der neuen Version 9.6 von POLYGIS spart man in Norden zudem wertvolle Zeit: „Die Geschwindigkeit
insgesamt hat sich enorm gesteigert. Jetzt können mehrere Mitarbeiter
gleichzeitig im System
arbeiten, während ich mit der Administration beschäftigt bin. Früher musste ich diese Tätigkeiten auf die Abendstunden oder aufs Wochenende verlegen, wenn keiner mehr auf die Software zugreifen musste“, freut sich GIS-Administrator Kramer.

In Aurich soll POLYGIS zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Anwendern und IT-Fachleuten führen
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Mit zwei interessanten Projekten wartet Norden auf: Mit Hilfe der neuen Mappentechnologie kann man zu jedem Objekt beliebige Dokumente ablegen. Für die Übertragung der zur Zeit des Systemwechsels bereits digitalisierten ca. 200 Bebauungspläne in POLYGIS entwickelte SWBB eigens eine Schnittstelle.
Sobald alle Dokumente in POLYGIS vorliegen,
kann jeder Anwender über einen Webclient im Intranet jeden dort abgelegten Bebauungsplan öffnen und alle im Netz verfügbaren dazugehörigen
Dokumente wie z.B. Städtebaulicher Vertrag, Schallschutz, Genehmigungsverfahren
oder Investoren mit einem Mausklick aufrufen. „Ziel für 2006 ist es zudem, das Gesamtpaket Bauleitplanung
allen Bürgern der Stadt im Internet zur Verfügung zu stellen“, prognostiziert
Heinrich Kramer. Ein weiteres Plus: Alle Aktualisierungen, z.B. der ALK-Daten, stehen in der neuen POLYGIS-Version automatisch für alle Projekte zur Verfügung.Ein anderes Projekt ist die Straßeninformationsbank
für kommunale
Nutzer: Dafür entwickelte SWBB eine spezielle Applikation – das Straßenkataster ‚STRUWE’. „Diese Fachanwendung geht in seiner Analysefähigkeit von Straßen-
und Verkehrsdaten so weit, dass es schon als Vorbereitung für die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmangements (NFK) gesehen werden kann“, erklärt Wolkenhauer,
„wann auch immer es nun kommen mag“, fügt er hinzu. So könne es z.B. Verkehrsströme aufnehmen und steuern, demnächst anfallende Straßenreparaturen anzeigen oder die Kosten für Streu- und Reinigungsdienste
exakt berechnen.
Einig ist man sich in Ostfriesland darüber, dass die enge Zusammenarbeit zwischen IAC und SWBB POLYGIS-Anwendern viele Vorteile gebracht hat: So seien nicht nur die Dienstwege bei Problemlösungen
oder Änderungswünschen kürzer geworden. Auch die Anwendertreffen, an denen man seither regelmäßig teilnehme, seien ungemein informativ und lehrreich. Ein erstes Treffen der neu geschaffenen Nutzergruppe Nordwest in Borken
am 24.11.2005 zeigte das Interesse der ostfriesischen
Gemeinden an einem weiteren Ausbau der Gesprächs- und Informationsrunden
zu aktuellen
Themen.
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