04/2006
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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POLYGIS Kundenbefragung 2006
Kommunikation verbessern

Wir wissen nicht wie es andere Hersteller machen, aber uns ist es wichtig, Klarheit über die Qualität unseres Angebotes von Produkten und Dienstleistungen zu haben. Die POLYGIS-Kundenumfrage gehört daher zur ständigen Einrichtung. Sie dient dazu, unseren Weg im Sinne des Kunden zu verbessern. Viele Kunden haben teilgenommen, was die gewonnen Aussagen in ihrer Bedeutung für uns verstärkt. Hierfür möchten wir uns noch einmal bei Ihnen bedanken.

Insgesamt würden 98 Prozent der Kunden POLYGIS wieder beschaffen. Eine Stichprobenüberprüfung der verbleibenden 2 Prozent zeigte, dass es sich hierbei im wesentlichen um Kunden handelt, die aufgrund von Gebietsreformen mit anderen Kommunen zusammengelegt wurden und daher ein anderes System übernehmen mussten. Wir würden die Wiederbeschaffungsquote gerne mit unseren Mitbewerbern vergleichen, leider gibt es derartige Kennzahlen dort nicht.

POLYGIS-KOMSTAT hilft bei Infrastrukturplanung
Das Management der Zeitenwende

Das Phänomen ist nicht erst seit gestern bekannt: Deutschland schrumpft und altert dramatisch. Laut Expertenmeinung könnte ohne Zuwanderung die Einwohnerzahl von heute rund 82 Millionen auf geschätzte 60 Millionen im Jahr 2050 sinken. Die Folgen wären derzeit noch unabsehbar. Spürbar allerdings sind jetzt bereits die Folgen der regionalen Disparitäten zwischen Stadt und Land sowie alten und neuen Bundesländern. So verloren die fünf neuen Bundesländer seit der Wiedervereinigung rund 15 Prozent ihrer Einwohner, was in weiten Teilen ländlicher Regionen zu dramatischen Strukturproblemen führt.

Stadtumbaukonferenz in Halle
Die erste Stadtumbaukonferenz in Halle hat den Austausch der Kommunen mit dem Institut für Städtebau sowie der Politik und der Landesverwaltung gefördert.
Die mit dieser Entwicklung verbundenen Erscheinungen der wirtschaftlichen und infrastrukturellen Mangelverwaltung haben in erster Linie die Kommunen zu tragen. Doch mit der traditionellen Ausrichtung der Städtebauförderung können die Folgeerscheinungen von Strukturwandel und Bevölkerungsentwicklung nicht ausreichend gemindert werden. Daher startete 2002 das Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“, das mit einem Finanzvolumen von rund 2,56 Mrd. Euro bis in das Jahr 2009 betroffenen Kommen Unterstützung bei der Erarbeitung von integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepten, zur Durchführung von Maßnahmen zum Rückbau von Wohnungs-Leerständen und bei der Aufwertung von Stadtquartieren leistet.

Nach nunmehr vierjähriger Erfahrung fand am 10. November 2006 die erste Stadtumbaukonferenz für Sachsen-Anhalt in Halle an der Saale statt. Die Konferenz wollte den Erfahrungsaustausch zwischen den Kommunen und dem Institut für Städtebau sowie der Politik und der Landesverwaltung fördern.

Ein wichtiges Ergebnis: Offensichtlich gibt es immer noch zu viele „falsche Wohnungen“, mit denen der Bedarf des Wohnungsmarktes nicht befriedigt werden kann. Deshalb muss neben dem Abriss auch eine bedarfsgerechte Anpassung durch Modernisierung und Neubau von Wohnungen erfolgen. Diese gezielten städtebaulichen Konzepte verlangen allerdings auch nach einer fachwissenschaftlichen Begleitung und einer fundierten Datengrundlage für verlässliche Planung und Monitoring.

Stadtmonitoring in Sachsen-Anhalt
Im Rahmen des Monitoringprozesses werden in Sachsen-Anhalt in den insgesamt 44 am Stadtumbauprogramm beteiligten Kommunen Daten aus den Themenfeldern Einwohner, Haushalte, Flächenangaben, Wohnungsbestand, Bautätigkeit, Leerstand, Umsetzung Stadtumbau, Soziales, Arbeitsmarkt und Kommunalfinanzen nach einem definierten Indikatorenkatalog erfasst und ausgewertet. Dies geschieht mit der POLYGIS-Fachanwendung KOMSTAT (Kommunale Statistik) von IAC.

Das Beispiel Aschersleben
Für Jens-Peter Finke, Leiter der Abteilung Stadtplanung in Aschersleben, war KOMSTAT „das Tüpfelchen auf dem i“ im Prozess des Stadtumbaus. Die älteste Stadt in Sachsen-Anhalt hat in den letzten 15 Jahren 7.000 Einwohner verloren. „Neben Wohnungs- und Einwohnerdaten haben wir mit der Software ein Gewerbekataster erstellt.“ Finke ist sich sicher, „dass mit KOMSTAT Fragen beantwortet werden können, die wir uns noch gar nicht gestellt haben“. Aschersleben begann als eine der ersten Städte in Ostdeutschland, dem Strukturwandel und der dramatischen Abwanderung mit einem Stadtentwicklungskonzept zu begegnen. Seit fünf Jahren ist KOMSTAT im Einsatz, und man besinnt sich wieder auf den Kern: Von außen nach innen wird sich die Stadt entwickeln. An den Rändern wird abgerissen, um großflächig Industrie anzusiedeln, während der Stadtkern den Menschen den Weg in die Innenstadt ebnen soll.

KOMSTAT in Güstrow
Auch Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern hat seit 1993 14,3 Prozent seiner Bevölkerung verloren. Der Frage, wie sich die Wohnungsleerstände entwickeln, geht seit vier Jahren der GIS-Administrator Frank Wegener mit KOMSTAT auf den Grund. „Wenn man auf einer Karte sehen kann, wo Familien mit Kindern leben, hat man eine gute Planungsgrundlage für Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen. Außerdem können wir Wanderungsbewegungen ins Umland und zwischen den Stadtteilen abbilden.“ So steht die gesamte Altstadt an einem kritischen Punkt. Hier sind der größte Bevölkerungsrückgang (32 Prozent) und der höchste Wohnungsleerstand (42 Prozent) zu verzeichnen. Die Programme heißen „Förderung von Rückbauvorhaben, Sanierungsgebieten und Wohneigentumsbildung“.

Mit der POLYGIS-Anwendung KOMSTAT kann man zwar nicht den demografischen Wandel aufhalten oder beeinflussen, doch lassen sich die Folgen mit der Fachapplikation wesentlich besser und effizienter managen. Ein Vorteil, den Kommunen mehr und mehr zu nutzen wissen.