04/2007
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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n:t:r software realisiert mobiles GIS für die Stadt Usingen
Mobiles Baummanagement mit POLYGIS
Stadt Usingen
Die Stadt Usingen ist 1972 im Zuge der Gebietsreform entstanden. Die zu ihr gehörenden Stadtteile können auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurückblicken.

Was ist der typische GIS-Arbeitsplatz? Diese Frage ist angesichts der Vielzahl tatsächlicher und möglicher Anwendungen geografischer Informationssysteme heute kaum noch eindeutig zu beantworten. Längst wird räumliche Datenverwaltung in Kommunen nicht mehr nur in den klassischen Bereichen Liegenschaften und Planung genutzt, sondern zunehmend auch in Arbeitsbereichen, bei denen häufige Außeneinsätze an wechselnden Standorten zum Tagesgeschäft gehören. In der Konsequenz müssen auch die Systeme, die öffentliche Aufgaben wirksam unterstützen sollen, mobil werden. In der Stadt Usingen im hessischen Hochtaunus-Kreis brachte Ulrich Gessner gemeinsam mit der n:t:r software die POLYGIS-Fachanwendung Baum auf die Straße – oder genauer: zu den städtischen Bäumen. Dort nutzt der Dipl.-Forstingenieur im Bauamt seit wenigen Monaten eine mobile webbasierte POLYGIS-Anwendung für die Dokumentation und Verwaltung des städtischen Bestandes von insgesamt über 3000 Bäumen.

Zu schade für's Büro
"POLYGIS Baum ist ein tolles Werkzeug, aber Werkzeuge muss man zur Arbeit mitnehmen!" Diese lapidare Erkenntnis reifte bei Ulrich Gessner schon vor rund zwei Jahren, als man im Usinger Bauamt nach zahlreichen anderen POLYGIS-Fachapplikationen auch die Fachschale Baum anschaffte und mit der Datenaufnahme für das Baumkataster begann. Fachlich war Gessner absolut überzeugt: "POLYGIS Baum hält schon umfangreiche Parameter für die Erfassung und Pflege aller notwendigen Sachdaten vor: Alter, Höhe, Wuchs, Zustand von Krone, Stamm und Wurzelräumen, durchgeführte Pflege- und Schutzmaßnahmen etc. – und all das kann auch noch historisch betrachtet werden.

Ulrich
Gessner
Dank mobiler GIS-Unterstützung spart Ulrich Gessner heute Zeit und Ressourcen.
Darüber hinaus bietet die Anwendung viele sehr sinnvolle Auswertungsmöglichkeiten und kann natürlich mit allen anderen GIS-Daten verschnitten werden, was die Einsatzbereiche noch erweitert. Dazu ist das System schnell, leistungsfähig und auch von Nicht-Fachleuten ganz einfach zu bedienen. Das Problem: Trotz dieser professionellen GIS-Unterstützung marschierte Gessner nach wie vor mit einem dicken Ordner voller Listen ins Feld, erfasste die Baumbestände und aktuellen Zustandsdaten und übertrug diese dann im Büro in den Rechner.

Mobiles GIS halbiert die Kosten
Gemeinsam mit der n:t:r software aus Heidesheim machte sich der findige Ingenieur daran, diese Prozesse zu verbessern und hatte Erfolg: Dank der besonderen Spezifika von POLYGIS und des hohen Engagements seiner Partner bei n:t:r konnte in kurzer Zeit eine mobile Lösung aufgesetzt werden, die sich hinsichtlich ihrer Qualität und Wirtschaftlichkeit bewährt. Heute führt er die regelmäßigen Baumsicherheitskontrollen nach der FLL-Richtlinie vor Ort mit einem robusten, leistungsfähigen Militär- Notebook durch. "Die Hardware, die sich für unsere Anforderungen optimal eignet, ist eigentlich sehr teuer, aber ich konnte sie für das Bauamt gebraucht besorgen", berichtet Gessner.

Über den Citrix Web Client und eine UMTS-Karte greift er im Feld direkt auf den zentralen Server des Kreises zu, wo auch POLYGIS mit den entsprechenden Fachanwendungen liegt. Die erfassten Daten fließen somit direkt ins GIS und sind immer topaktuell. Umgekehrt kann Gessner bei seinen Begehungen unmittelbar auf alle vorhandenen Bestandsinformationen zugreifen und sich vor Ort einen vollständigen Überblick über den Handlungsbedarf verschaffen. Hierfür hat n:t:r sogar eine besondere Warnfunktion programmiert. "Je nach Situation vor Ort sind längerfristig bekannte Probleme an einem Baum, die zum Beispiel bei einer Messung im Vorjahr festgestellt wurden, nicht immer unmittelbar zu sehen. Jetzt erkenne ich auf den ersten Blick, ob eine Schädigung oder eine Untersuchung aus den Vorjahren vorliegt."

Das Thema Netzabdeckung, das am Arbeitsplatz von Ulrich Gessner – hügeliges Gelände mir potenziell hoher Abschattung durch Bäume – durchaus zum Problem werden kann, wurde nach ersten Startschwierigkeiten erfolgreich gelöst: Ein erster Anbieter konnte die geforderte Abdeckung der Stadt nicht leisten. Glücklicherweise aber fand sich mit Vodafone ein Anbieter, der für das geforderte Gebiet nahezu eine volle Netzabdeckung bieten konnte. Der Test mit einer zur Verfügung gestellten UMTS-Karte entsprach den Erwartungen, so dass dann auch alle technischen Voraussetzungen nicht nur theoretisch, sondern auch eigens getestet vorlagen. „Unsere Not hat uns tatsächlich erfinderisch gemacht“, sagt Gessner heute.

n:t:r software
Egstedterstr. 5a
55262 Heidesheim am Rhein
Tel.: 06132-89879-0
Fax: 06132-89879-90
www.ntr-software.de

Stadt Usingen
(Hochtaunuskreis)
Fläche: 55,83 km²
Bevölkerung: 13.328 Einwohner
Wilhelmjstraße 1
61250 Usingen
Tel.: 06081/1024-0
Fax: 06081/1024-9060
www.usingen.de

All dies schafft erheblichen Mehrwert, bedenkt man die vielfältigen Aufgaben und Verpflichtungen der Kommune im Zusammenhang mit dem öffentlichen Baumbestand. Er ist Vermögenswert sowie wesentlicher Bestandteil einer nachhaltig lebenswerten Stadtumwelt und in dieser Eigenschaft zu pflegen und zu erhalten – natürlich in Abstimmung mit anderen städtischen Bau- und Sanierungsprojekten. Gleichzeitig haftet die Stadt für die Sicherheit ihrer Bäume und muss insofern potenziellen Gefahren, etwa durch herabfallende Äste oder umstürzende Stämme, sehr sorgfältig vorbeugen.

Vor diesem Hintergrund hat sich die "Mobilisierung" von POLYGIS gelohnt. Die Arbeitsabläufe sind hocheffizient geworden, die vorhandenen Daten sind stets auf einem aktuellen und einheitlichen Stand, kurz: das Bauamt in Usingen ist bei der Bewältigung dieser wichtigen Aufgabe leistungsfähiger geworden. Und günstiger, denn nach Berechnungen von Ulrich Gessner kann die Kommune die Baumkontrollen inzwischen für rund die Hälfte der Kosten durchführen, die ein externer Dienstleister für die Aufgabe berechnen würde.

Ein Konzept mit Zukunft
Bei diesen Erfolgen verwundert es nicht, dass man in Usingen bereits weiter denkt. Ulrich Gessner, der aktuell noch dabei ist, die breiten Erfassungsmöglichkeiten für seine Bestandsdaten mit Leben zu füllen, schaut über den Tellerrand. Er kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch Kollegen in anderen Fachbereichen des Bauamts eine mobile Lösung sehr sinnvoll fänden. "Mein Rechner wird gerne mal ausgeliehen", stellt er fest. Ob im mobilen oder stationären Einsatz – besondere Potenziale liegen natürlich auch in Usingen in der weiteren Vernetzung der existierenden POLYGIS-Anwendungen und den darin enthaltenen Daten.

Viele Fachwendungen sind bereits im Einsatz oder auf der Planungsliste. Diese zu verbinden und breit zu nutzen, steht als nächstes auf der Agenda. "Wenn mein Kollege mit der Fachanwendung Kanal eine Sanierung plant und mein Baumkataster darüber legen kann, sieht er sofort, wo ihm gegebenenfalls etwas im Weg steht", führt Gessner aus. Sein Fazit: „Wir stehen noch am Anfang, aber wir sehen mehr und mehr, wie wir aus bestehenden Teilen ein gemeinsames Ganzes machen können."