Stadt Radebeul: Doppik am Beispiel KSIB – Teil 2
Auf dem Weg zum modernen Dienstleister
Die Bewältigung der Aufgaben
in der Stadtverwaltung Radebeul
setzt voraus, dass verschiedenste
Informationen erfasst,
verwaltet und ausgewertet werden.
Ein Geografisches Informationssystem
(GIS) kann
hierbei ein wichtiges Instrument sein, da es neben
sachlichen Aspekten (Sachdaten) gleichzeitig einen
grafischen Bezug (Grafikdaten) besitzt.

Radebeul, wegen seiner reizvollen
Lage auch „sächsisches Nizza“
genannt, ist die größte Stadt im
Landkreis Meißen. |
Die kommunalen Straßen und Wege inklusive des
entsprechenden Inventars bilden einen beachtlichen
Anteil des kommunalen Anlagevermögens –
so auch in der sächsischen Kreisstadt Radebeul. Um
die dortigen Verkehrsflächen zu erfassen, wurde
ein Straßenkataster auf Basis von KSIB aufgebaut.
Da es sich bei KSIB (Kommunale Straßeninformationsbank)
um eine grafikorientierte Anwendung
handelt, mit der in anderen Kommunen bereits
erfolgreich gearbeitet wird, entschied sich die Stadt
Radebeul für diese POLYGIS-Fachschalenlösung.
In einem ersten Schritt wurde die Netzstruktur
nach Netzknoten und Netzabschnitten auf Basis
der aktuellen topografischen Daten sowie des Luftbildes
digitalisiert. Dabei erfolgten schrittweise
die Zuordnung der betreffenden Flurstücke, die
Bildung der Verkehrsflächen sowie deren Zuordnung
zu den jeweiligen Netzabschnitten – ein sehr
zeitaufwendiger Prozess. Damit war es dann möglich,
die Widmungen zu erfassen und die entsprechenden
Bestandsverzeichnisse nach Auflage des
Sächsischen Straßengesetzes auszugeben.
In einem zweiten Schritt wird der tatsächliche
Zustand der kommunalen Straßen, Wege und Plätze
ermittelt. Hierbei bilden die Zustandsdaten der
Verkehrsflächen die Grundlage für den folgenden
Schritt: die Bewertung dieser Flächen. Für die
Erfassung des Straßenzustandes gibt es verschiedene
Möglichkeiten: die Begehung, die Befahrung
oder eine Kombination beider. Radebeul entschied
sich nach detaillierter Analyse für die kombinierte
Variante, die im Frühjahr 2008 durchgeführt wird.
Derzeit wird die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen
geprüft, um Kosten zu reduzieren.
Warum eine Befahrung?
Bei der Befahrung werden erstmals Messdaten
erhoben, die zum einen eine objektive und genaue
Zustandserfassung und Bewertung im Rahmen
der Doppik erlauben, andererseits eine elementare
Grundlage für das daran anschließende PMS (Pavement
Management System) bilden. Im Ergebnis
der Befahrung stehen neben den eigentlichen Straßenzustandsdaten
weitere Daten bzw. Funktionen
zur Verfügung, die die Nutzung von Synergien
ermöglichen. So sind beispielsweise georeferenzierte
Einzelbilder in einer Videodatenbank verfügbar,
die es erlauben, über einen entsprechenden Viewer
eine Straßenbefahrung am Bildschirm des Fachamtes
durchzuführen. Diese Bilder wiederum sind
ebenfalls am PC messbar und können um weiterer
Objekte des Verkehrsraumes wie Verkehrszeichen,
Bäume oder Grünanlagen ergänzt werden. Somit
kann parallel ein digitales Verkehrszeichenkataster
aufgebaut werden.
Im Ergebnis stehen Daten zur Verfügung, die von
der Befahrungsfirma im POLYGIS-KSIB-Format
bereitgestellt und direkt in die Fachschale eingelesen
werden können. Auf Basis dieser Daten erfolgt
dann in KSIB die Bewertung, die es in Zukunft
erlaubt, ein optimiertes Straßenerhaltungs-
und Unterhaltungsmanagementsystem
zu führen.
Ergebnis
Die Straßenerfassung ermöglicht den
Aufbau und die Pflege eines Erhaltungsmanagements,
das die Reihenfolge
der Maßnahmen deutlicher ablesen
lässt. Es bietet ferner die Möglichkeit,
Abwägungen vorzunehmen, die eine
Koordinierung mit den Maßnahmen
der Medienträger oder benachbarter
kommunaler Verwaltungen erfordert.
Mit dem Ergebnis der messtechnischen
Erfassung sind gleichzeitig alle Zustandsmerkmale
wie Art der Oberflächen, Unebenheiten,
Spurrinnen, Risse, Flickstellen,
Oberflächenbeschaffenheiten oder
Verkehrszeichen abrufbar.
Zusammenfassung
Mit der Entscheidung zum Aufbau eines
kommunalen GIS hat die Stadt Radebeul
eine wichtige und zukunftsweisende
Entscheidung getroffen. Sie steht hier
erst am Anfang einer Vielzahl von Möglichkeiten.
Aber bereits jetzt lässt sich
sagen, dass durch den Einsatz des GIS
eine Reihe von Prozessen effizienter und
transparenter gestaltet werden konnten.
Birgit Sturm, Mitarbeiterin SG Straßen
Rainer Klose, GIS-Verantwortlicher
POLYGIS-Neukunden
Baden-Württemberg:
Stadt Trochtelfingen
Brandenburg:
Wasserverband Lausitz, Betriebsführungs GmbH
Rheinland-Pfalz:
Verbandsgemeinde Puderbach
Sachsen:
Stadt Wilkau-Haßlau
Schleswig-Holstein:
Stadt Husum
Thüringen:
Gemeinde Föritz
Stadt Sömmerda
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