Brilon nutzt POLYGIS für Wassernetzstudie
Wasser marsch!
Wasser kann Leben retten!
Bricht ein Brand aus, muss
gewährleistet sein, dass der
Feuerwehr an den Hydranten
ausreichende Mengen an
Löschwasser zur Verfügung stehen. Dafür sorgen
in der Regel die kommunalen Wasserversorgungsunternehmen.
Den Stadtwerken Brilon hilft dabei
eine auf Basis von POLYGIS erstellte Wassernetzstudie.
Sie gibt exakt Auskunft über den aktuellen
hydraulischen Rohrleitungsnetzzustand.
Wo genau stehen Hydranten, haben sie den richtigen
Abstand zueinander, ist der Wasserdruck
ausreichend, ist die für das Gebiet notwendige
Löschmenge gewährleistet, sind die Leitungen entsprechend
ausgelegt? Dies ist nur ein Teil der Fragen,
die berücksichtigt werden müssen, um eine
adäquate Löschwasserversorgung gewährleisten zu
können. Welche Bedingungen genau erfüllt werden
müssen, sind im Arbeitsblatt 405 „Bereitstellung
von Löschwasser durch die öffentliche Trinkwasserversorgung“
der Deutschen Vereinigung des
Gas- und Wasserfaches (DVGW) geregelt. Die
Erfüllung dieser Richtlinie stand bei der Wassernetzberechnung
der Stadtwerke
Brilon im Vordergrund. Neben
der Gewährleistung des Grundbrandschutzes
müssen Feuerlöschvorrichtungen
auch den
Anforderungen der Trinkwasserversorgung
gerecht werden. Das
bedeutet, dass auch Hygienerichtlinien
beachtet werden müssen.
Dies stellt insofern ein Problem
dar, als dass Entnahmestellen für
Löschwasser selten benutzt werden.
Ist die Leitung nicht mit einer
ausreichenden Anzahl ständiger Wasserverbraucher
verbunden oder verfügt über keine technische
Spülung, können sich in dem gelagerten Wasser
Bakterien bilden. Bei einer Verbindung mit einer
Trinkwasserversorgungsanlage kann dieses somit
verunreinigt werden. Um das zu verhindern, ist
entweder die strikte Trennung von Lösch- und
Trinkwasserleitungen notwendig oder das exakte
Regulieren des Drucks, der im gesamten Netz
mindestens 1,5 Bar betragen muss, und der
damit verbundenen Fließgeschwindigkeit.
Über Netzstudien
Netzstudien erlauben es Kommunen
und Versorgern, aussagekräftige
Daten über ihre Gas-,
Elektro-, Wasser- und sämtliche
andere Versorgungsnetze zu
gewinnen und diese in Netzmodelle
zu übertragen. Diese zeigen
zum Beispiel, wo hydraulisch
unterdimensionierte Rohre liegen,
die bald ausgetauscht werden
müssen. Sind solche Daten
vorhanden, lassen sich daraus
der Instandhaltungsbedarf und
-aufwand über mehrere Jahre
aufzeigen - sowohl in fachlicher
als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. |
Um ihrer Grundschutzpflicht innerhalb der
Brandschutzverordnung gerecht zu werden,
benötigen die Stadtwerke Brilon demnach exakte
Daten über den vorherrschenden Rohrleitungsnetzzustand.
Für die kürzlich durchgeführte Netzstudie
entschied sich der POLYGIS-Nutzer, die Basisdaten
aus der Fachschale Wasser, die über Leitungslage, -
anschlüsse, -länge etc. Auskunft geben, für die Netzberechnung
zu nutzen. Auf dieser Grundlage sollte
das Ingenieurbüro Büttner dann die Netzberchnung
in der Spezialsoftware STANET durchführen. Da
bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Schnittstelle
der beiden Programme verfügbar war, wurde diese
unter Berücksichtigung zusätzlicher Attribute
für die Wasserfachanwendung von IAC entwickelt.
Somit können die gewonnenen Ergebnisse nicht nur
vom POLYGIS in STANET exportiert werden, sondern
auch ins GIS rückgeführt und am Arbeitsplatz
visualisiert werden. Die Ergebnisse der Löschberechnung
dienen zum einen also der Instandhaltung
und Pflege des Wassernetzes. Zum anderen dienen
sie den Stadtwerken auch als Auskunftslösung für
ihre Bürger. „Möchte eine Person
beispielsweise einen Gewerbebau
errichten, muss geprüft werden, ob
die Löschwasserversorgung dort
ausreicht, oder ob Zusatzmaßnahmen
wie Löschteiche gebaut werden
müssen“, erklärt Dieter Kautz,
Wassermeister bei den Stadtwerken
Brilon. Doch nicht nur im
Löschwesen spielt die Grundlagenberechnung
des Wassernetzes eine
Rolle. Bei der Planung beispielsweise
von Neubaugebieten kann
mittels STANET das zukünftige Leitungsnetz simuliert
werden. Es können sowohl die zu erwartenden
Druckverhältnisse innerhalb des Neubaugebietes als
auch die Einflüsse auf das bestehende Netz berechnet
werden.
„Durch verschiedene Variantenrechnungen erhält
man aussagekräftige Lösungsvorschläge für die
Erschließung der Neubaumaßnahme“, so Kautz
weiter.
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