04/2008
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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Brilon nutzt POLYGIS für Wassernetzstudie
Wasser marsch!

Wasser kann Leben retten! Bricht ein Brand aus, muss gewährleistet sein, dass der Feuerwehr an den Hydranten ausreichende Mengen an Löschwasser zur Verfügung stehen. Dafür sorgen in der Regel die kommunalen Wasserversorgungsunternehmen. Den Stadtwerken Brilon hilft dabei eine auf Basis von POLYGIS erstellte Wassernetzstudie. Sie gibt exakt Auskunft über den aktuellen hydraulischen Rohrleitungsnetzzustand.

Wo genau stehen Hydranten, haben sie den richtigen Abstand zueinander, ist der Wasserdruck ausreichend, ist die für das Gebiet notwendige Löschmenge gewährleistet, sind die Leitungen entsprechend ausgelegt? Dies ist nur ein Teil der Fragen, die berücksichtigt werden müssen, um eine adäquate Löschwasserversorgung gewährleisten zu können. Welche Bedingungen genau erfüllt werden müssen, sind im Arbeitsblatt 405 „Bereitstellung von Löschwasser durch die öffentliche Trinkwasserversorgung“ der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW) geregelt.

Die Erfüllung dieser Richtlinie stand bei der Wassernetzberechnung der Stadtwerke Brilon im Vordergrund. Neben der Gewährleistung des Grundbrandschutzes müssen Feuerlöschvorrichtungen auch den Anforderungen der Trinkwasserversorgung gerecht werden. Das bedeutet, dass auch Hygienerichtlinien beachtet werden müssen. Dies stellt insofern ein Problem dar, als dass Entnahmestellen für Löschwasser selten benutzt werden.

Ist die Leitung nicht mit einer ausreichenden Anzahl ständiger Wasserverbraucher verbunden oder verfügt über keine technische Spülung, können sich in dem gelagerten Wasser Bakterien bilden. Bei einer Verbindung mit einer Trinkwasserversorgungsanlage kann dieses somit verunreinigt werden. Um das zu verhindern, ist entweder die strikte Trennung von Lösch- und Trinkwasserleitungen notwendig oder das exakte Regulieren des Drucks, der im gesamten Netz mindestens 1,5 Bar betragen muss, und der damit verbundenen Fließgeschwindigkeit.

Über Netzstudien
Netzstudien erlauben es Kommunen und Versorgern, aussagekräftige Daten über ihre Gas-, Elektro-, Wasser- und sämtliche andere Versorgungsnetze zu gewinnen und diese in Netzmodelle zu übertragen. Diese zeigen zum Beispiel, wo hydraulisch unterdimensionierte Rohre liegen, die bald ausgetauscht werden müssen. Sind solche Daten vorhanden, lassen sich daraus der Instandhaltungsbedarf und -aufwand über mehrere Jahre aufzeigen - sowohl in fachlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.
Um ihrer Grundschutzpflicht innerhalb der Brandschutzverordnung gerecht zu werden, benötigen die Stadtwerke Brilon demnach exakte Daten über den vorherrschenden Rohrleitungsnetzzustand. Für die kürzlich durchgeführte Netzstudie entschied sich der POLYGIS-Nutzer, die Basisdaten aus der Fachschale Wasser, die über Leitungslage, - anschlüsse, -länge etc. Auskunft geben, für die Netzberechnung zu nutzen. Auf dieser Grundlage sollte das Ingenieurbüro Büttner dann die Netzberchnung in der Spezialsoftware STANET durchführen. Da bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Schnittstelle der beiden Programme verfügbar war, wurde diese unter Berücksichtigung zusätzlicher Attribute für die Wasserfachanwendung von IAC entwickelt.

Somit können die gewonnenen Ergebnisse nicht nur vom POLYGIS in STANET exportiert werden, sondern auch ins GIS rückgeführt und am Arbeitsplatz visualisiert werden. Die Ergebnisse der Löschberechnung dienen zum einen also der Instandhaltung und Pflege des Wassernetzes. Zum anderen dienen sie den Stadtwerken auch als Auskunftslösung für ihre Bürger.

„Möchte eine Person beispielsweise einen Gewerbebau errichten, muss geprüft werden, ob die Löschwasserversorgung dort ausreicht, oder ob Zusatzmaßnahmen wie Löschteiche gebaut werden müssen“, erklärt Dieter Kautz, Wassermeister bei den Stadtwerken Brilon. Doch nicht nur im Löschwesen spielt die Grundlagenberechnung des Wassernetzes eine Rolle. Bei der Planung beispielsweise von Neubaugebieten kann mittels STANET das zukünftige Leitungsnetz simuliert werden. Es können sowohl die zu erwartenden Druckverhältnisse innerhalb des Neubaugebietes als auch die Einflüsse auf das bestehende Netz berechnet werden.

„Durch verschiedene Variantenrechnungen erhält man aussagekräftige Lösungsvorschläge für die Erschließung der Neubaumaßnahme“, so Kautz weiter.