04/2008
Fachzeitschrift für POLYGIS-Kunden
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Einfluss der Geodateninfrastruktur auf die Doppik
Nachhaltige Datenpflege
 

Prognostizierte Entwicklungen des Straßenzustandes
Die Umstellung vom kameralistischen Haushaltsund Rechnungswesen auf die doppische Buchführung erfordert die Erfassung und Bewertung von kommunalen Sachanlagen. Federführend für diese Prozesse ist in der Regel die Kämmerei. Hier wird häufig nicht beachtet, dass auch die in den Fachämtern angelegten Geoinformationssysteme mit ihren Fachanwendung über doppische Relevanz verfügen. Dabei erleichtert das GIS nicht nur die Einführung der Doppik, sondern können auch die bestehenden Arbeitsprozesse nachhaltig verbessern.

In Kommunen, in denen das Geoinformationssystem gut in laufende Planungs- und Verwaltungsprozesse der Fachämter integriert ist, sind bereits viele doppikrelevante Objekte und Informationen vorhanden. Rund 80 Prozent der Sachanlagen, die die Kommunen juristisch und finanziell zu verantworten haben, verfügen über einen Bezug zum GIS.

Konkret handelt es sich dabei um Objekte wie Flurund Grundstücke, Gebäude, Straßen, Grünflächen, Bäume, Beleuchtung, Bauwerk oder Brücken. Da die zuständigen Mitarbeiter in den Fachämtern täglich mit diesen Daten arbeiten, ist deren Aktualität und somit auch ihre Verwendbarkeit für die Doppik gewährleistet. In diesem Fall wird das Potenzial des GIS somit optimal genutzt - mit aktuellen und nachhaltig angelegten Datenbeständen, die nicht nur über den Aufwand für die Doppik verringern, sondern gleichzeitig die alltäglichen Fachprozesse in der Kommune unterstützen.

Doch was geschieht, wenn eine Kommune ihr GIS bislang lediglich als Visualisierungslösung für ALK- und ALB-Daten eingesetzt und somit keine doppikrelevanten Daten vorliegen hat? Zum Start in die Doppik müssen selbstverständlich Erfassungs- und Bewertungsgrundlagen vorhanden sein. Allerdings wäre es kurzsichtig, diese allein unter doppischen Gesichtspunkten zu ermitteln und lediglich Zeit- und Kosten-Aspekte zu berücksichtigen. Durch die ausschließliche Konzentration auf den Doppikprozess werden die Bedürfnisse der Fachabteilungen nämlich in der Regel vernachlässigt, was die Nachhaltigkeit des Datenbestandes und damit seinen Wert für die Kommune insgesamt deutlich verringert: Da die so erfassten Daten nicht weiter verarbeitet, gepflegt und aktualisiert werden, sind sie nahezu als totes Material zu bezeichnen, das in den Arbeitsprozessen der Kommune keinerlei zusätzlichen Nutzen schafft. Daher sollten Daten, wenn sie auch für die Doppik aufgenommen werden, immer auch auf die Anforderungen der Fachämter hin erfasst werden. Selbst wenn der Aufwand dadurch ein klein wenig höher wird, ist er langfristig gesehen sehr lohnend.

Das hierfür mit Sicherheit eindruckvollste Beispiel ist die Straßendatenerfassung. Das Infrastrukurvermögen macht insgesamt rund 70 Prozent des kommunalen Gesamtvermögens aus. Daher ist die Genauigkeit der Daten nicht nur für die Vermögensermittlung ein wichtiger Aspekt, sondern auch für die Maßnahmenplanung im Straßenbau.

Kostenintensive Maßnahmen können mithilfe des gewonnenen Wissens exakt eingeschätzt und terminiert werden. Finanzielle Mittel können somit immer am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt eingeplant werden. Um diese Daten wirklich nachhaltig nutzbar zu machen, wurde die POLYGISFachanwendung KSIB (Kommunale StraßenInformationsBank) entwickelt. Das Straßenkatasters deckt die aktuellsten Anforderungen bezüglich Erfassung, Analyse und Bewertung komplett ab und hilft den Kommunen so, die Wertigkeit der erfassten Daten adäquat und nachhaltig für ihre Zwecke zu verwenden.